Das ist feiner Stoff. Die Aura des Zufälligen, Überzeitlichen kommt eher aus der englischen Gegenwartsliteratur; ihr fehlt völlig die Schwere klassischen deutschen Schrifttums, andererseits aber auch die Unverbindlichkeit und der Ich-Ich-Ich-Zentrismus der sog. Pop-Literaten. Hier geht es in täuschend leichtem Schwung um sehr ernste Dinge, die das Leben geradewegs kaputtmachen können. Poetische Weltsicht, das wahre Leben im falschen und umgekehrt. Wunderbar ineinander verschränkte Motivlage. Und ja, man erkennt den jungen Film-Fan, der man mal war, wieder, wie er vor den Schaukästen steht und hinstarrt. Magie. Das wahre Leben im falschen oder umgekehrt.
Man kann Spurenelemente identifizieren: Nonhoffs eigene Novelle „Boy meets Girl", Romane und Erzählungen von Jonathan Coe (den Nonhoff auch übersetzt hat), die Kino-Mystik von Theodore Roszaks Roman „Flicker". Die besten Inspirationen, die man weit und breit finden kann.
Freut mich sehr, dass der Roman so gut geworden ist.
Ralf Reiter, Köln