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Die dunkle Stunde der Serenissima führt uns in die Zeit Mussolinis und des Faschismus. Damals mussten auch in Italien Juden nicht nur um ihr Hab und Gut, sondern um ihr Leben fürchten. Eilig und weit unter Preis mussten sich viele von ihnen von ihrem Besitz trennen. Darunter, wie man sich denken kann, Kunstschätze von enormem Wert. Die Profiteure standen Schlange. Eine nicht sonderlich rühmliche Zeit in der Geschichte Venedigs und mancher ihrer Familien. Dass muss auch Brunetti erkennen, als er einer jungen Frau helfen will, die für die Rehabilitierung ihres Großvaters streitet, den man nach dem Krieg beschuldigt hatte, einer dieser Profiteure gewesen zu sein.
Doch noch bevor Brunetti ein wenig Licht in die dunkle Geschichte um den vielleicht ja tatsächlich zu Unrecht Verurteilten hat bringen können, wird die junge Frau ermordet aufgefunden. Nun muss sich der Commissario von Amts wegen mit diesem unschönen Kapitel der Geschichte befassen, das offenbar immer noch nicht wirklich abgeschlossen ist. -- Donna Leon beherrscht ihr Handwerk ebenso routiniert wie ihr Held das seine. Und so wird auch dem elften Brunetti-Roman der gewohnte Erfolg beschieden sein. --Hasso Greb
Gut das es einige wenige Ausnahmen gibt. Zu diesen gehört die Studentin Claudia Leonardo. Diese bittet Paola eines Tages in einem Gespräch um Hilfe; sie sucht nach einer Möglichkeit einen Mann zu rehabilitieren der kurz nach dem Krieg ihrer Meinung nach zu unrecht verurteilt worden ist und in der berüchtigten Irrenanstalt San Servolo unter mysteriösen Umständen zu Tode kam.
Noch bevor die Brunettis eine Lösung finden können fällt Claudia Laonardo einem Mord zum Opfer. Der Commissario glaubt von Anfang an nicht an einen Zufall und versucht die mehr als 50 Jahre auseinander liegenden Fälle zu verknüpfen. Er taucht in eine ihm völlig neue, unbekannte Welt ein, in die Zeit des Faschismus, des Krieges, der Kriegsgewinnler und Menschen die immer auf der Verliererseite stehen.
Er beginnt in seinem geliebten Venedig, seiner „La Serenissima", (zu dt. die Allerdurchlauchtigste) auf unvergleichliche Weise zu recherchieren, befragt seine Bekannten und Freunde und fügt Indizien unwiderleglich zusammen. Am Ende kommt aber doch wieder einmal alles anders ...
Schon von der ersten Seite an merkt man es ganz deutlich: endlich wieder ein guter alter Brunetti! Als Background dient diesmal das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts; die Zeit des Faschismus und Krieges; speziell dreht sich dieser packende Plot um Kunstraub und Denunzierung.
... Lesen Sie weiter... ›Die Handlung dieses Buches führt uns ein wenig ein in die Geschichte Italiens zur Zeit des »Duces« und konfrontiert uns mit dem Leben derer, die unter dem damaligen Regime gelitten und gewonnen haben. Vor allem wird uns die Ungerechtigkeit der Bereicherung an Regimegegnern vor Augen geführt, ein Thema, bei dem Donna Leon keinen Zweifel daran lässt, auf welcher Seite sie und Brunetti stehen und ein Thema, das nicht abgeschlossen ist, da die Bereicherung oft noch andauert.
Obwohl der geschichtliche Handlungsstrang oberflächlich bleibt und nicht wirklich zur Lösung des Falles beiträgt, ist es spannend zu erfahren, dass sich Italien mit der Auseinandersetzung seiner Vergangenheit ähnlich schwer tut wie Deutschland.
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