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Die dunkle Seite
 
 
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Die dunkle Seite [Taschenbuch]

Frank Schätzing
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (85 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"So gleich bleibend spannend und bildhaft, kompositorisch meisterhaft wie Frank Schätzing hat in Deutschland schon lange keiner mehr erzählt." (Focus )

"Spannung pur!" (Bild )

"Schätzing hat sein Thema im Griff, er entwickelt geschickt seine Charaktere, er flicht Aktion und Spannung ein in die Betrachtung einer zerrissenen Wirklichkeit voller Täuschungen. Dabei ist ein bis ins Detail wohlüberlegtes Buch entstanden. Schätzing ist ein ausgezeichneter Erzähler." (Kölnische Rundschau )

Kölnische Rundschau, 29.10.1997

»Schätzing hat sein Thema im Griff, er entwickelt geschickt seine Charaktere, er flicht Aktion und Spannung ein in die Betrachtung einer zerrissenen Wirklichkeit voller Täuschungen. Dabei ist ein bis ins Detail wohlüberlegtes Buch ist entstanden. Schätzing ist ein ausgezeichneter Erzähler.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kölner Wochenspiegel, 42.1997

»Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pulheimer Stadtblatt, 20.12.1997

»Schätzing stellt wieder einmal seinen Ideenreichtum und seinen Hang zu perfider Konstruktion unter Beweis, wenn es um fiktive Verbrechen geht.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

20 Minuten Köln, 05.07.2000

»Geheimnisvoll und spannend erzählt der Autor nicht nur das völlig unerwartete Ende der Krimi-Geschichte. Frank Schätzing referiert und philosophiert in überragender Schreibkunst über ein Thema, das jeden beim Lesen packt: Es geht auch um Liebe - und deren schöne wie dunkle Seiten.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Compact-Magazin NRW, 01.02.1998

»Unterhaltende Lesestunden sind garantiert.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Das Magazin, 01.01.1998

»Spannung vom Feinsten dank exzellenter Dramaturgie.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Bergische Morgenpost, 13.12.1997

»Schätzing flicht verschiedene Handlungs- und Entwicklungsstränge geschickt zusammen, seine Figuren sind interessant. Und wenn man auf den letzten Seiten die Lösung erahnt, nimmt das dem Buch nicht die Spannung.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Köln 1999: Ein offenbar harmloser Geschäftsmann fällt einem abgründigen Verbrechen zum Opfer. Er wurde in seiner Wohnung zu Tode gefoltert. Die Tat eines Verrückten? Kommissar Menemenci tappt im Dunkeln. Vera Gemini, Kölner Detektivin, wird wider Willen in den Fall hineingezogen. Eigentlich soll sie nur einen vor sieben Jahren verschwundenen Bankräuber suchen. An sich ein Routinejob. Doch die Spur führt sie zurück nach Kuwait, ins Jahr 1991, in die letzten Tage des Golfkrieges. Zu einem Geheimnis, das in der Wüste verborgen liegt. Begraben, aber nicht vergessen. Bald erkennt die Detektivin die perfide Logik hinter der angeblichen Wahnsinnnstat. Der Kreis schließt sich. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Klappentext

"Spannung von der ersten bis zur letzten Seite."
Kölner Wochenspiegel

"Schätzing stellt wieder einmal seinen Ideenreichtum und seinen Hang zu perfider Konstruktion unter Beweis, wenn es um fiktive Verbrechen geht."
Pulheimer Stadtblatt

"Geheimnisvoll und spannend erzählt der Autor nicht nur das völlig unerwartete Ende der Krimi-Geschichte. Frank Schätzing referiert und philosophiert in überragender Schreibkunst über ein Thema, das jeden beim Lesen packt: Es geht auch um Liebe - und deren schöne wie dunkle Seiten."
20 Minuten Köln

Über den Autor

Frank Schätzing, 1957 in Köln geboren. Studium der Kommunikationswissenschaften, Creative Director in internationalen Agentur-Networks. Mitbegründer der Kölner Werbeagentur INTEVI, deren kreativer Geschäftsführer er ist. Anfang der 90er Jahre begann Frank Schätzing, Novellen und Satiren zu schreiben. 1995 erschien sein erstes Buch, der Mittelalterroman 'Tod und Teufel', der vom Start weg ein Bestseller wurde. Auch seine Nachfolge-Werke überzeugten die Kritiker. Für seine schriftstellerische Arbeit erhielt er den »KölnLiteraturpreis 2002«. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort
1997 beschäftigte ich mich mit FBI-Akten, mit dem Innenleben von Serienkillern und Psychopathen. Mich interessierte die Auflösung der Grenze zwischen Gut und Böse. Weniger, was diese Leute taten, sondern was sie dazu brachte, es zu tun. Wann wird aus einem Menschen ein Monster? Ein unerreichter Meister in der Darstellung solcher Persönlichkeiten ist Thomas Harris, der Erfinder des Hannibal Lecter aus »Das Schweigen der Lämmer« – wenngleich Charismatiker wie der Menschen fressende Doktor im wahren Leben selten vorkommen. Echte Serienkiller sind meist unauffällige, zurückgezogen lebende Existenzen, oft stark gehemmt, bisweilen mit körperlichen Makeln behaftet. Manche erweisen sich im Gespräch als intelligent und kultiviert, viele bleiben nach umfangreichen psychologischen Tests, was sie von Anfang an schienen: dumm und brutal. Mario Adorfs unvergessene Darstellung des Bruno in »Nachts, wenn der Teufel kam« entspricht dem Prototyp des Serienkillers weit mehr als der geniale Sir Anthony Hopkins in seiner größten Rolle.
Die schillernden Charaktere finden sich denn auch weniger unter den klassischen Serienkillern als unter den eiskalt kalkulierenden Verbrechern. Richtig spannend wird es jedoch, wenn beide Welten ineinandergleiten. Dann begegnet uns der perfideste Tätertyp: der psychopathische Verbrecher.
Tatsächlich ist fast jeder Serienkiller ein Psychopath (oder Psychotiker). Noch lange nicht jeder Psychopath ist jedoch ein Serienkiller im klassischen Sinne, auch wenn er mehrfach tötet. Vielfach verbinden die psychopathischen Verbrecher ihre Lust am Töten mit der Erreichung definierter Ziele. Wer beispielsweise seine halbe Familie mit der Kettensäge meuchelt, um in den Besitz einer größeren Erbschaft zu gelangen, ist zweifellos Urheber einer Mordserie, fällt jedoch nicht in die Kategorie des Serientäters, der immer wieder dasselbe Programm abspult. Ein echter Serienkiller mag als Kind so oft vom Vater mit der Kettensäge bedroht worden sein, bis er selber zu dem wurde, was er am meisten fürchtete. Er kompensiert seine Vergangenheit, indem er Männer zerstückelt, die seinem Vater ähnlich sehen, ohne sein Problem damit zu lösen. Im Gegenteil! Die Abstände zwischen seinen Taten werden kürzer, er braucht die Kompensation immer häufiger, ohne jemals dauerhafte Befriedigung zu erlangen. Sein Handeln ist keinem Fortschrittsgedanken unterworfen, sondern eine Tretmühle. Fortwährend versucht er sich von der Vaterfigur zu befreien, immer wieder scheitert er. Er ist wie ein Fixer, der Mord ist der Schuss, den er sich setzt, das Procedere identisch.
Viele Serienkiller leiden unter ihren Taten. Andere befriedigen einfach nur ausgeprägte sadistische Neigungen. Mitunter fällt die Antwort auf die Frage nach dem Warum erschreckend einfach aus: Weil es dem Täter Spaß gemacht hat. So oder so aber ist der klassische Serienkiller im Grunde seines Wesens durchschaubar. Kennt man seinen inneren Antrieb, kann man seine Folgeverbrechen prognostizieren und muss ihn »nur« noch fassen. Diese Erkenntnis hat den Beruf des Profilers hervorgebracht, der in »Die dunkle Seite« bereits auftritt, aber Mitte der Neunziger noch nicht so hieß (zumindest hierzulande nicht, den Begriff hörte ich erst später). Der Profiler versucht, den Täter bzw. seine Deformation über seine Taten kennenzulernen, um ihn den Fahndern beschreiben zu können – oder, wie es das FBI formuliert: »Willst du den Künstler verstehen, musst du sein Werk betrachten.«
Im Falle des Burschen, der erben will, ist der Fall schon schwieriger. Auch er mordet immer auf die gleiche Weise, allerdings mit einem klaren, nachgerade konservativ anmutenden Ziel. Seinen Morden liegt ein raffiniert geplantes Verbrechen zugrunde, jede Tat bringt ihn dem Ziel ein bisschen näher. Auffällig ist nur, dass er die Kettensäge als Mord- und Folterinstrument benutzt. Wozu? Ein bisschen Arsen täte es ebenso. Dass er trotzdem mit geradezu ritueller Brutalität vorgeht, verdankt sich seinen Anlagen. Tatsächlich weist er Züge eines Serienkillers auf, tatsächlich ist seine frühe Vergangenheit die Geschichte einer schweren Deformation. Allerdings ist er nicht Sklave eines Kompensationzwangs, sondern er beherrscht seine Triebe. Erst die Zweckgerichtetheit seines Unterfangens erlaubt es ihm, den tief sitzenden Sadismus, den alten Hass, die kindliche Verzweiflung ins Spiel zu bringen. Anders als beim klassischen Serienkiller, dessen Enttarnung aus der Frage »Woher kommst du?« resultiert, stellt sich beim Erbschleicher mit der Kettensäge auch die Frage »Wohin willst du?«.
Mit diesem Tätertypus tun sich die Ermittler naturgemäß schwer. Er neigt zu Variantenreichtum, und wahrscheinlich wird er nach Erhalt der Erbschaft nicht weiter morden. »Die dunkle Seite« schildert die Jagd auf einen solchen Mörder – auf einen augenscheinlich Wahnsinnigen, dessen Taten bei näherer Betrachtung durchaus Sinn ergeben. Bis zum Schluss bleibt er gesichtslos, während zugleich immer klarer wird, dass er sich in kein gängiges Raster zwängen lässt. Parallel dazu tritt die seelische Blockade der Detektivin, die fast nur über Computer mit der Außenwelt verbunden ist und plötzlich gegen ein archaisch mordendes Monster antreten muss, immer offener zutage.
Mich interessierte beim Schreiben der schmale Grat, auf dem wir alle balancieren – bis hin zum Punkt der Grenzüberschreitung. Mittlerweile glaube ich allerdings nicht mehr, dass es diesen einen definierten Punkt überhaupt gibt. Vielmehr zieht sich zwischen dem, was wir als »Gut« und »Böse« definieren, ein ausgedehntes Niemandsland dahin, in das jeder schon mal irgendwie geraten ist, sei es in Gedanken oder durch Taten. Die unangenehme Erkenntnis daraus: In jedem von uns wohnt ein Ungeheuer, das wir ständig in Schach halten müssen. Die positive Schlussfolgerung: Solange man im Niemandsland bleibt, gibt es jederzeit eine Chance zur Rückkehr. Kinder loten das Land aus, indem sie Fliegen die Flügel ausreißen. Andere prügeln sich gerne. Wir werden ins Niemandsland hineingeboren, es ist eine Art Trainingscamp unserer frühen Jahre. Auf welcher Seite davon wir später leben, wie oft wir dorthin zurückkehren, entscheidet sich in der Kindheit und in unseren Jugendjahren. Der kleine Diebstahl, die locker sitzende Faust, die Steuerunterschlagung oder einfach nur die Notlüge, all das gehört ins Niemandsland. Nur die wenigsten geraten gänzlich auf die dunkle Seite. Von dort allerdings führt selten ein Weg zurück. Zumal sich einige dort sichtlich wohl fühlen: »Komm auf die dunkle Seite der Macht« hat schon Darth Vader lustvoll gekeucht, und tatsächlich geht es bei Gewaltverbrechen meist um Machtausübung.
Zugleich ist »Die dunkle Seite« ein Buch über die Allmacht der Bilder geworden und damit in gewisser Weise der Vorläufer von »Lautlos«. Sein und Schein vermischen sich, Menschen reduzieren sich auf Menschendaten, Kriege auf Videospiele, Kommunikation auf den Austausch von Dateien, ohne dass man noch zu sagen vermag, mit wem man gerade kommuniziert. Als ich »Die dunkle Seite« 1997 schrieb, verlegte ich die Handlung zwei Jahre in die Zukunft. Mittlerweile ist die Technologie im Buch überholt – am grundsätzlichen Problem, dass der technisierte Mensch sich im Zustand ständiger Überforderung selbst hinterherhastet, hat sich indes nichts geändert.
In einer solchen Geschichte, sollte man meinen, gibt es wenig zu lachen. Beim Überarbeiten des Manuskripts für die vorliegende Ausgabe fiel mir tatsächlich auf, dass »Die dunkle Seite« damals einen Wandel in meiner Arbeit darstellte. Was »Tod und Teufel«, »Mordshunger« und die Kurzgeschichten miteinander verbunden hatte, war der Humor. Die Grundstimmung in »Die dunkle Seite« ist weitaus düsterer, der Tonfall härter. An sich bin ich ein positiver Mensch, ein hoffnungsloser Optimist, also versuchte ich die Zeit zu rekonstruieren, in der ich das Buch geschrieben hatte – und erinnerte mich, wochenlang schreckliche Zahnschmerzen gehabt zu haben, die in einer...
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