Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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52 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
"Capricorn One" ohne den Unterhaltungswert, 9. Mai 2003
Wer den restlichen, in seiner wissenschaftlichen und literarischen Qualität wohl eher fragwürdig zu nennenden Katalog des Michaels-Verlags kennt - man denke an Titel wie "Die geheime Verschwörung der Illuminaten" oder "Amerika, das messianische Unheil" -, den wird dieser jüngste Beitrag zur geistigen Umweltverschmutzung nicht weiter überraschen. Trotzdem jedoch verärgern, denn in Anbetracht eines Machwerks wie "Die dunkle Seite von Apollo" muss umso schmerzlicher das Fehlen eines Autors im deutschen Sprachraum auffallen, der mal etwas halbwegs Brauchbares zur Geschichte der Raumfahrt veröffentlichen würde. Von einem grossformatigen Kaliber wie Andrew Chaikin oder David Shayler ganz zu schweigen.Stattdessen beschränkt sich der germanische Beitrag einstweilen also auf Herrschaften wie Gerot Geise, der zuletzt wohl ein Buch über "Das keltische Nachrichtensystem" verfasst hatte. Und obwohl man es den Althistorikern kaum ernsthaft wünschen mag: dort hätte er auch bleiben sollen, anstatt den vorliegenden Abstecher in die bemannte Weltraumforschung zu unternehmen. Nicht nur lässt "Die dunkle Seite von Apollo" kein Stilmittel der handelsüblichen Geschichtsfälschung aus, angefangen bei der schlampigen bis nichtexistenten Recherche und mangelhaften Kenntnis der Thematik. Trefflicher Nährboden für den reichlich sich ergiessenden, haarsträubenden Nonsens, mit ein paar Halbwahrheiten und Gemeinplätzen zur Verzierung, aufgereiht in pseudo-wissenschaftlicher Argumentation, die sich oft genug unbemerkt selbst widerlegt. Bekanntermassen selektiv bis betrügerisch die Scheuklappen-Auswahl der "Beweismittel" nebst beiläufiger Unterschlagung von allem, was gegen die eigenen Behauptungen spricht, das Ganze schliesslich dahererzählt in einem überaus unbeholfenen, bemitleidenswert zahnlosen Schreibstil. Nein, besonders armselig wirkt darüberhinaus, dass Herr Geise nicht einmal den Anstand besitzt, sich eine eigene oder zumindest selbst "weiterentwickelte" Verschwörungstheorie einfallen zu lassen - wenn schon Garn, dann doch wenigstens frisch gesponnen, bitte! Doch während "Capricorn One" noch über einen leichtfüssigen, paranoiden Charme verfügte, finden wir hier nur bekümmernde Ödnis. Man hätte es wissen müssen - das ging bislang fast nie gut, wenn sich die ernsten Deutschen nach Hollywood wagten... Der leitende Mysterienpriester jedenfalls verzichtet auf Modifikationen im Kanon und betet stattdessen bieder die Hausmannskost der amerikanischen "Apollo hoax"-Vorbilder nach, als ob deren Argumente nicht schon längst, ausnahmslos und gründlich, widerlegt wären (stellvertretend sei hier nur Dr. Phil Plait's "Bad Astronomy" genannt). "Die dunkle Seite von Apollo" ist somit nicht nur haltlos, sie ist schlicht und einfach langweilig - was angesichts der Thematik dann doch irgendwie eine Leistung darstellt. In schulmeisterlicher Beflissenheit getilgt, die schaurig-schöne Romantik, wie sie Verschwörungstheorien doch sonst immerhin zu eigen ist, ja gleichsam ihr einzig erlösender Zug! Das kommt davon, wenn man Bodennebel mit Weihrauch verwechselt... Es bleibt dies ironischerweise das einzige Zeichen von Sorgfalt des Autors und seiner Verleger, die augenscheinlich wie die meisten dieser sonderbaren literarischen Subkultur im Sternzeichen Pecunia geboren sind. Denn ganz im Ernst: was sich hier als Mut und neue Einsicht präsentieren will, entspringt freilich dem uralten und zynischen Rezept, dass sich auch (oder gerade) mit dem widersinnigsten Aberglauben noch die eine oder andere Mark aus der Tasche des gemeinen Volkes ziehen lässt, wenn nur laut genug getrommelt wird. Das Buch hätte treffender "Die dunkle Seite des deutschen Verlagswesens" heissen müssen und stellt ein intellektuelles wie auch ethisches Armutszeugnis für alle Beteiligten dar. Dass die Trommeln zweifellos schnell, spätestens mit dem nächsten "Weltuntergang", wieder in der Obskurität verhallen werden macht sein Erscheinen kaum weniger ärgerlich, aber immerhin folgenlos. Es ist auch nicht zu erwarten, noch weniger zu wünschen, dass derart bedenkenloser Revolver-Journalismus unter dem Deckmäntelchen der "Wissenschaft", gar der "Wahrheit", hierzulande viele Anhänger und Nachahmer findet - ansonsten würden wir Deutsche, während die Amerikaner bemannte Marsexpeditionen unternehmen und die Chinesen auf dem Mond Helium-3 abbauen, wohl immer noch mit der Reform unseres Bildungswesens beschäftigt sein...
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45 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Ist das Meinung oder Beweis?, 11. Oktober 2002
Nein, dieses Buch überzeugt mich nicht, auch nur im mindesten zu zweifeln daran, dass 1969 der Mond von Menschen besucht wurde. Ich habe nicht einen Beweis gegen die Mondlandungen gefunden auf den über 350 Seiten, sondern vieles, dass mich verwundert hat, wie man zu den einzelnen Aussagen überhaupt kommen kann. Gilt denn die Physik nicht mehr, die ich auf der Schule gelernt habe? Gilt die Geometrie nicht mehr? Nein, in dem Augenblick, in dem man dem Autor folgen will in seiner Argumentation muss man vergessen, was man über die Naturgesetze gelernt oder gar studiert hat.Als Hobbyfotograph kann ich keine der Argumente nachvollziehen, die zu den Mondfotos gebracht werden. Was immer in diesem Buch über Belichtung, Beleuchtung, Überbelichtung, Verzerrung, Spiegelungen in Objektiven usw. gesagt wird, ist einfach schlecht recherchiert. Aber es wird rhetorisch geschickt verkauft. Der Wechsel vom "Ich kann mir nicht erklären,..." oder "Ich wundere mich, ...", also vom Nichtwissen, hin zur Verwendung des Nichtwissens als Tatsache gelingt dem Autor mit leichten Worten und Übergängen, die man leicht akzeptieren mag, wenn man nicht wirklich über den Inhalt nachdenkt. So eine Rezension kann nicht dazu dienen, die Argumente des Autors zu widerlegen. Jedem bleibt unbenommen, ein gutes Physikbuch, das Internet, die Volkshochschule zu nutzen, um die Argumente zu überprüfen. Auch von der Aufmachung her tut es mir leid um das Geld, das ich dafür bezahlt habe. Es gibt so gut aufgelöste Fotos im Internet, warum hat man für das Buch die am schlechtesten aufgelösten benutzt? Warum das Buch trotzdem einen Stern von mir bekommt? Nun, einige der Tabellen sind sehr gut gemacht, einige der Aufstellungen (zeitliche und technische Informationen) sind brauchbar. So zum Beispiel auch die Faksimile - Wiedergaben aus den angeblich verschwundenen oder vernichteten technischen Unterlagen. Was mich stört ist die Tatsache, dass die meisten der vorgebrachten Beweise aus einem anderen Buch stammen, von einem Autor, der den gleichen Versuch unternommen hat. Und so sind viele der Enthüllungen einfach nur Zitate aus jenem früheren Buch. In anderen Fällen wirds "wissenschaftlich": doch die Zitate stammen dann mehr aus TV-Sendungen oder Zeitungen als aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Aber was mich am meisten fasziniert, ist dieses Foto (eins von der Erde), mit dem der Autor beweisen will, dass Schatten auf Fotos immer parallel sind. Seine eingezeichneten Linien sind alles andere als parallel! Man kann es leicht mit Geodreieck oder zwei Kreditkarten überprüfen.
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35 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Die dunkle Seite der Psyche, 25. Juli 2003
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist wirklich sehr interessant im Hinblick auf die Psyche des Autors. Wie kann ein halbwegs gebildeter Mensch nur so viel Unsinn auf einmal verzapfen. Ich greife nur ein Beispiel heraus: Schattenwurf in unterschiedliche Richtungen und andere Schattentheorien. Irgendwie hat Gernot Geise wohl im Zeichenunterricht geschlafen als die Perspektive besprochen wurde. Das Schatten, wenn sie auf unterschiedlich geneigte Ebenen treffen natürlich nicht die gleichen Längen haben können leuchtet normalerweise bereits einem Grundschüler ein. Bezüglich der im Schatten aufgehellten Fotos wäre ein Grundkurs in Fotografie für Herrn Geise wohl sehr nützlich gewesen. Dort hätte er erfahren, wie ein Reflektor funktioniert und helle reflektierende Gesteins- und Sandoberflächen kann man als natürliche Reflektoren verwenden. Dies funktioniert nicht nur auf dem Mond sondern auch auf der Erde. Die anderen Theorien des Herrn Geise sind ebenso haarsträubend und lassen sich mit Leichtigkeit widerlegen. Für Leute mit skurrilem Humor ein empfehlenswertes Buch.
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