Die "Dunkle Braut" folgt der Lebensgeschichte einer Prostituierten in einem Hurendorf für Erdölarbeiter. Wer sich jetzt aber einen rauhen Tatsachenbericht erwartet, liegt ganz falsch. Es wird in diesem Buch zwar nichts beschönigt, aber Laura Restrepo geht das Thema durch ihre Erzählweise und ihre poetische Sprache behutsam und lebensbejahend an.
Eine Journalistin wird auf die Geschichte der japanisch anmutenden Prostituierten "Sayonara" aufmerksam und beginnt zu recherchieren, indem sie mit Leuten, die "Sayonara" persönlich kannten, spricht, und sich auf deren Leben einläßt.
So ist der Roman eine spannende Mischung aus Nacherzählen und unmittelbarem Erleben. Man weiß nie wieviel "Fact" und wieviel dichterische Freiheit ist.
Anhand einer überschaubar sich aufrollenden Geschichte an einem kleinen Ort, geht es um große Themen, wie Liebe, Eifersucht, Armut, Ausbeutung, soziale Gerechtigkeit, aber nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern fein in den Roman hineinverwoben.