Das Kinderbuch "Die dumme Augustine" von Otfried Preußler erschien 1972 im Thienemanns Verlag, Stuttgart. Der bekannte Autor von Werken wie "Der kleine Wassermann" oder "Das kleine Gespenst" beschäftigt sich hier mit dem Thema der Emanzipation.
Es geht um eine Clown-Familie, die im Zirkus lebt, und in der die Rollenverteilung der familiären Tradition entspricht: der dumme August, der Vater, tritt im Zirkus auf und verdient das Geld, die dumme Augustine kümmert sich um den Haushalt und die drei Kinder. Als sie jedoch ihrem Mann von dem heimlichen Wunsch erzählt, selbst gern einmal im Zirkus auftreten zu wollen, wird sie nur ausgelacht. Durch einen Zufall bekommt sie eines Tages die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen und meistert diese Aufgabe auch prompt mit Bravour. Von da an teilen sich Vater und Mutter Haus- und Zirkusarbeit, denn der dumme August erkennt sofort, dass er seine Frau extrem unterschätzt hat.
O. Preußler vermittelt Kindern mit diesem Bilderbuch, dass Frauen mindestens genauso viele Fähigkeiten besitzen, wie Männer und nicht aufgrund der Tradition an den Herd gehören. Diese Thematik war 1972 natürlich aktueller, als sie es heute ist, da die Emanzipation bereits viel weiter vorangeschritten ist und Familien mit traditioneller Rollenverteilung nicht mehr der Regelfall sind. Insofern ist der pädagogische Hintergrund des Buches etwas veraltet. Dennoch bietet das Kinderbuch viele lustige Bilder und eine Geschichte, die zum Lachen anregt und vielleicht auch noch heute Mädchen und Jungen über ihre Fähigkeiten nachdenken lässt.