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Was der Alte beobachtet, ist wahrer, als er selber weiß. Denn der Mann, der das kleine Haus in seiner Nachbarschaft mitten in Paris erworben hat, ist Jean-Baptiste Adamsberg von der Mordbrigade. Für seine merkwürdigen Fälle braucht der Protagonist der Romane von Fred Vargas einen eigenen Kopf und Gedanken, die sich nicht am Mainstream ausloten. Der verschrobene Lucio ist hierfür der beste Beweis. Behauptet er doch, in Adamsbergs neuem Domizil würde der Geist einer unheimlichen Nonne aus dem 18. Jahrhundert sein Unwesen treiben. Dann wird auch noch ein Hirsch gefunden, dem man das Herz herausgerissen hat. Und dann liegen an der Port de la Chapelle noch zwei männliche Leichen mit durchgeschnittener Kehle, die offenbar zuvor nach irgendetwas gegraben haben müssen. Adamsberg bleiben zur Aufklärung des Doppelmordes nur wenige Tage Zeit. Denn seine Vermutung klingt so aberwitzig, dass ihm seine Vorgesetzten nicht mehr folgen wollen...
Die Toten gehen nicht fort, wenn sie ihr Leben nicht zu Ende gelebt haben, sagt der schrullige Lucio einmal zu Adamsberg. In Die dritte Jungfrau gräbt Adamsberg gleich in mehrfachem Sinn die nicht zu Ende gelebten Leben von Geistern und Ermordeten aus -- und kommt dabei einer wahrhaft unglaublichen Wahrheit auf die Spur. Im Roman hat die gelernte Pariser Archäologin Vargas jedenfalls wieder eine Geschichte zu Tage gefördert, die an Spannung kaum mehr zu überbieten ist. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Klasse für sich,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die dritte Jungfrau: Roman (Komissar Adamsberg ermittelt) (Gebundene Ausgabe)
Spät, aber nicht zu spät entdeckt: Die Krimis von Fred Vargas sind eine literarische Sensation und stehen einsam leuchtend ganz oben am Krimi-Sternenhimmel. Ich kenne keinen anderen Autoren dieses Genres, der so wunderbar und souverän schreibt.Fast möchte man Vargas' Bücher als "Krimi-Märchen" bezeichnen, denn ihre Handlungen sind selten wirklich mitten aus dem Leben gegriffen. Immer schwingt da etwas Dunkel-Mysteriöses mit, keine Fantasy, eher eine schwere, alte, romantische Welt aus der fernen Vergangenheit - das kann die Pest sein ("Fliehe weit und schnell"), uralte Mörder aus der Kindheit von Kommissar Adamsberg ("Der vierzehnte Stein") oder - wie hier - kirchliche Reliquien und wiederum schmutzige Kindheits-Wäsche aus den Pyrrhenäen. Dies garantiert dem Leser ein ums andere Mal einen hohen, schaurig-schönen Wohlfühl-Faktor. Die Personen sind unnachahmlich fein gezeichnet. Allen voran Adamsberg, der wunderliche, ausschließlich intuitiv arbeitende Chef, der wohl eine der bemerkenswertesten Kommissare des Krimi-Universums ist. Niemals aber geraten die Marotten der Personen zur Farce, nie hat man den Eindruck, hier seien den Handelnden irgendwelche stereotypen Eigenschaften mühsam angedichtet worden. Alles passt, nicht unbedingt ganz realistisch, aber durchaus folgerichtig und stimmig. Und manchmal so lakonisch und trocken geschrieben, dass es staubt. Allein die Darstellungen der Polizisten Danglard und Retancourt sind die Lektüre wert. Langsam geht es los, das stimmt - auch ich hatte meine anfänglichen Schwierigkeiten. Wer aber Vargas kennt, weiß, dass alles an seinem Platz ist und Vargas das Gaspedal drücken kann, wie sie will - wenn etwas also behäbig wirkt, hat das seinen Grund. Haben Sie Vertrauen! Vargas ist Seite für Seite ein Hochgenuss und "Die Dritte Jungfrau" ihr bislang stärkstes Werk. Etwas unheimlich, spannend, tragisch, geistreich - was will man mehr? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend, geistreich, genial!,
Rezension bezieht sich auf: Die dritte Jungfrau: Roman (Komissar Adamsberg ermittelt) (Gebundene Ausgabe)
Ich kennen die Romane von Fred Vargas erst seit relativ kurzer Zeit, habe in sechs Wochen fünf ihrer Bücher gelesen, darunter zuletzt diesen Krimi, der mir, wie alle ihre schon fast poetisch-philosophisch zu nennenden Krimis, außerordentlich gut gefallen hat.Sicher ist die Geschichte sehr konstruiert, fern der Wirklichkeit, aber genauso sicher ist es, dass das Mordmotiv eins der originellsten ist, das man je in einem Krimi angetroffen hat. Nein, Fred Vargas kann man nicht mit den üblichen Maßstäben messen. Ihre Krimi-Welt ist ein Kosmos für sich, bevölkert mit phantastischen Charakteren wie Adamsberg, Danglard oder dem dichtenden Veyrenc mit dem Kindheitstrauma, das ihn und Adamsberg verbindet; ihr Kosmos ist eine schillerndes Universum zärtlicher bis absurder Gedanken, geistreicher Dialoge, düsterer Geschichten, skurriler Einfälle, und am Schluß fügt sich das alles wunderbar zusammen, fast wie von einer Zauberin. Immer gelingt es der Autorin zudem, zwei, drei mögliche Lösungen auf den letzten Seiten zu präsentieren, man denkt, man weiß jetzt, woran man ist, nur um festzustellen, dass man doch wieder an der Nase herumgeführt wurde. Das ist hohe Krimikunst, auf höchstem Niveau; jeder, der gern literarisch anspruchsvolle Krimis liest, wird an diesem Roman seine helle Freude haben und ihn mit großem Vergnügen lesen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Geheimnis in den Gräbern,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die dritte Jungfrau: Roman (Komissar Adamsberg ermittelt) (Gebundene Ausgabe)
Was haben zwei Leichen, deren Kehlen durchtrennt wurden, mit getöteten Hirschen, deren Herzen herausgerissen wurden, und alleinstehenden toten Frauen, deren Gräber geöffnet wurden, gemeinsam? Warum besitzt der Neue in Adamsbergs Brigade, Veyrenc, gestreifte Haare und spricht in Versform, und was hatte er mit dem Kommissar in seiner Jugendzeit zu tun?Vargas' Romane sind verwirrende Denk- und Ratespiele. Wer also einen Krimi mit realistischem Hintergrund oder einen spannenden Thriller sucht, ist mit Vargas schlecht beraten. Ihre Bücher sind fabelhaft konstruierte Schauermärchen im Ambiente des 21. Jahrhunderts. Ebenso ist Adamsberg eine Kunstfigur, ausgestattet mit überirdischer Intuition und stoischer Gelassenheit. Ihm zur Seite - und gleichzeitig als sein Gegenpol - steht Danglard: alleinerziehender Vater von fünf Kindern, Alkoholiker, wandelndes Lexikon. Wer kann sich dann noch über die Existenz geheimnisvoller Schatten auf nächtlichen Friedhöfen wundern? Man kann nicht umhin, die ausufernde Phantasie der Autorin zu bewundern und gleichzeitig ihren Überblick, jeden der vielen kleinen Handlungsstränge und jedes Ereignis zu einer stimmigen Lösung zu vereinen. Doch liegt darin die Gefahr, dass Vargas ihre Skurrilität und ihre ausgefallenen Ideen mit jedem Band zu steigern versucht. Mit der Katze, die in diesem Buch Hunden gleich zum Aufspüren einer vermissten Person eingesetzt wird, hat sie meiner Meinung nach bereits einmal die Grenze zwischen dem Außergewöhnlichen und dem Übertriebenen überschritten. (Daher nur vier statt fünf Sterne.) Man darf gespannt sein auf den nächsten Krimis aus Vargas' Feder. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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