Inhalt:
11:00 Uhr - Ein Passagierflugzeug stürzt ab. 212 Menschen sterben... 18:00 Uhr - Deine Frau wird ermordet. Sie kannte die Absturzursache... 20:00 Uhr - Man hält dich für ihren Mörder. Du bist unschuldig... Was wäre, wenn du alles ungeschehen machen könntest? ... 22:00 Uhr - Du hast 13 Stunden. Der Countdown beginnt. Und nichts ist, wie es scheint...
Story:
Ein Flugzeugabsturz hält die Welt in Atem und eine einzige Person kann mithilfe eines Zeitumkehrers kleine Dinge an der Realität verändern, sodass diese einen völlig anderen Verlauf nimmt. Was zunächst absurd klingt, erreicht durch Richard Doetschs Schreibstil in "Die 13. Stunde" eine solch enorme Authentizität, dass die Handlung dem Zuhörer erschreckend ein Bild zeigt, das so durchaus möglich und vorstellbar sein könnte. Entgegen der Gesetze der Physik verarbeitet der handelnde Akteur im Buch den Tod seiner Frau und versucht, diesen mit aller Macht zu verhindern, wofür er einen Zeitumkehrer erhält, mit dem er Ereignisse in der Vergangenheit noch einmal entscheidend beeinflussen kann. Gleichsam wie der Hauptprotagonist steigt auch beim Hörer die Wissbegierde nach der nahenden Auflösung des offenbar vorhandenen Teufelskreises, der für viel Spannung und Nervenkitzel während der knapp 7 1/2 Stunden sorgt. Richard Doetsch arbeitet mit den unterschiedlichen Zeitebenen und bringt immer wieder neue Akzente in die Handlung, die das schlüssige Bild der Beziehungen zwischen den einzelnen Geschehnissen und den Akteuren wieder zerstören. Folglich steigt die Spannungskurve sehr hoch und man erreicht sowohl sprachlich als auch inhaltlich ein starkes Niveau, das einem Thriller durchaus angemessen und in dieser gekürzten Version klar als "sehr gut" zu definieren ist.
Sprecher:
Mit großem Enthusiasmus spricht Matthias Koeberlin das Werk von Richard Doetsch ein. Zu Beginn gelingt es ihm weniger, den Charakteren unterschiedliche Stimmen zu verleihen, sodass das Zuhören etwas schwieriger fällt, als dies dann am Ende der Fall ist, wenn sehr klar erkennbar ist, welche Stimme welchem Charakter zuzuordnen ist, was dazu führt, dass die rasante und temporeiche Handlung erfolgreich umgesetzt werden kann. Bezüglich des Sprechtempos hat man überhaupt keine Probleme, der Handlung zu folgen, Matthias Koeberlins Stimme eignet sich diesbezüglich sehr gut und es ist kaum weiter verwunderlich, dass er ein solch gefragter Synchronsprecher und Schauspieler ist. Nach kleineren Einstiegsschwierigkeiten ist sein Vortragsstil einwandfrei und als Hörer kann man die knapp 453 Minuten ohne Weiteres genießen. Die Darbietung wird dem Hörbuch auf alle Fälle gerecht, die Sprecherleistung erfüllt alle geweckten Erwartungen, auch wenn zu Anfang die Stimmen doch unterschiedlicher hätten betont werden können.
Musik und Effekte:
Wie bei nahezu jeder Lesung, die unter dem Label LÜBBE AUDIO produziert wird, besitzt der vorgetragene Text bis auf wenige Sekunden zu Beginn und zum ende einer jeden CD keinerlei Untermalung. Die eingesetzte Musik dann ist allerdings auch kaum bedeutend für den Gesamteindruck, der besonders durch den vortragenden Matthias Koeberlin geprägt wird. Alles in allem liegt in diesem Bereich - wie bei fast allen Hörbüchern von LÜBBE AUDIO - das größte Steigerungspotenzial vor, das man hinsichtlich einer perfekten Produktion auch ausschöpfen sollte. Nichtsdestotrotz wirkt der vorgetragene Text sehr dynamisch und von daher stimmt das Gesamtbild während des Hörens dann doch.
Fazit:
Dank Matthias Koeberlins hervorragender Leistung verspricht der Klappentext, was er hält, und man selbst darf als Hörer ein höchst unterhaltsames, facettenreiches Hörbuch erleben, das immer wieder durch neue Handlungsaspekte in eine andere Richtung gebracht wird. Leider wird auch dieses Hörbuch von LÜBBE AUDIO weitestgehend ohne Untermalung belassen, hier herrscht also noch ein wenig Verbesserungspotenzial, wenngleich man auch ohne die Musiken eine sehr spannungsgeladene Produktion erwarten darf. So sollte ein hervorragender Thriller klingen, besser geht es kaum - schnell, rasant und kurzweilig!
Note 1-