Was für ein wunderbares Buch! Viel zu lange hat es ungelesen bei mir herumgelegen - manchmal ahnt man ja nicht, welche Schätze man in seinen Bücherregalen hat. Die dreizehnte Geschichte ist so einer.
Seht euch diesen Satz an: "Kennen Sie das Gefühl, das man hat, wenn man ein neues Buch anfängt, bevor die Membran der letzten Geschichte Zeit gehabt hat, sich hinter einem zu schließen? Von dem letzten Buch, das man abgeschlossen hat, haben sich Ideen und Themen, ja, sogar Charaktere in den Kleidern festgesetzt, und wenn man das neue aufschlägt, sind sie immer noch hautnah gegenwärtig."
So heißt es im Buch und das kann sicher jeder von uns nachempfinden, richtig? Ist das nicht ein toller Satz?
So toll ist das ganze Buch, in dem es ums Lesen, um Bücher, ums Schreiben geht, in dem aber auch eine spannende Geschichte steckt, so dass ich gar nicht weiß, in welches Genre ich Diane Setterfields Werk einordnen soll.
Ich war fasziniert von der Erzählweise und der Atmosphäre, die stellenweise doch recht unheimlich ist.
Lange Rede, kurzer Sinn, die Buchhändlerin und Büchernärrin Margaret Lea wird von der erfolgreichen Schriftstellerin Vida Winter beauftragt, deren Memoiren zu schreiben und die alte Dame verbirgt ein bitteres Geheimnis, das sie nicht so ohne weiteres preisgeben will.
Bis zum Ende hatte ich zwar eine vage Ahnung, wie die Auflösung aussehen könnte, dann gab es aber nochmal eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte.
Vida Winter war mir gar nicht so unsympathisch, vor allem, wenn man bedenkt, was sie erlebt hat, ist es nicht verwunderlich, dass sie etwas düster rüberkommt.
Die Atmosphäre hat mich durchweg begeistert. Die dreizehnte Geschichte ist wohl am besten geeignet für verregnete, düstere Tage, oder jetzt im Winter vor dem Kamin mit einer Tasse Schokolade oder Tee.
Ich finde die dreizehnte Geschichte sehr empfehlenswert und hoffe auf mehr Lesestoff von Diane Setterfield.