Die "13 Monate" wurden von Erich Kästner als Naturgedichte eines "Großstädters für Großstädter" geschrieben. Er entwirft dabei einen Reigen der Monate und des Jahreslaufes und feiert mit hinreißenden Reimen die Natur. Die Vergänglichkeit der Zeit und des Lebens werden dabei in der raschen Abfolge der Monate dargestellt. Während im melancholischen Januar das Jahr noch in der Wiege liegt, steht der Februar bereits im Zeichen des Karnevals mit seinen Masken, Trompeten und Gitarren. Im März, am Anfang des Frühjahrs, beginnt es sich "in Baum und Krume" zu regen und der April verkündet schon die grüne Ostermelodie. Der "Mozart des Kalenders", der unvergleichliche Monat Mai, fährt mit einer Kutsche durchs Land und wird von Vögeln begrüßt. Der sehnsüchtige Wunsch "O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai" wird vom Juni übertönt, der Monat, in dem die Kirschen "reif und rot" werden, die Zeit fliegt, Gartenfeste gefeiert werden und in dem es "übernacht Sommer wird". Der Monat des Reisens ist der Juli, in dem die Landschaft den Großstädter auf der Reise "nach dem verlorenen Paradies" belächelt. Ihm schließt sich der August an, eine Zeit des Mähens, der Stockrosen, Sonnenblumen, des Duftes des Lindenbaums, einer Idylle, die vergeht und doch bleibt. Der Goldlack, die Astern, die goldenen Königskerzen und der Duft nach Mus und Gelee des Septembers machen diesen Monat zum Altweibersommer des Jahres. "Bäume bunt und blumenschön" und der Nebel des Oktobers lösen ihn ab, der Gewißheit des bevorstehenden Winters inne. Die Klage "Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor!" beschreibt den tristen Monat November, in dem die Farben sterben. Schließlich hält die Wehmut des Dezembers Einzug, eine Zeit, in der die Welt liegt "wie hingeträumt", der Nikolaus "durch jeden Kindertraum" stapft und die Stuben mit "goldgrünen Bäumen" geschmückt sind. Der Reigen der Monate wird durch einen imaginären 13. Monat abgeschlossen, ein Monat, der Elfember heißen würde, der alle Monate vereinigen und in dem die Erde zu ihrem paradiesischen Urzustand zurückkehren würde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)