Deutscher Titel: Die drei Musketiere. Originaltitel: The Three Musketeers
Produktionsland: USA. Premiere: 1948
Mit: Gene Kelly (D'Artagnan), Van Heflin (Athos), Gig Young (Porthos), Robert Coote (Aramis), Lana Turner (Lady de Winter), June Allyson (Constance), Vincent Price (Richelieu), Angela Lansbury (Königin Anne), Frank Morgan (König Louis XIII) u. A.
Regie: George Sidney
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas dem Älteren aus dem Jahre 1843/44
Kamera: Robert H. Planck (Nominierung für Oscar)
Genre: Literaturverfilmung > Historienfilm > Historienabenteuer > Actionfilm > Historischer Actionfilm
Nominierungen: Oscarnominierung für die beste Kamera eines Farbfilms
Paris 1625.
Der Musketier-Neuling Gene Kelly muß sich mit seinem Degen behaupten gegen alle Anfechtungen des Bösen in deren vielfältigen Schattierungen. Dabei stehen ihm die drei Musketiere bedingungslos zur Seite. Das Motto ist Einer für Alle - Alle für Einen. Ein wunderbarer Code für Freundschaft und Treue.
Farbenprächtiges Actionabenteuer ohne Konkurrenz. Eines der besten der Filmgeschichte und ultimativ die beste Drei Musketiere-Verfilmung. Üppig, liebevoll und bestens gelaunt. Gene Kelly ist unerreicht. Einerseits in athletischer Sprungkraft, kämpferischer Innovation, ästhetischer Bewegung, tänzerischer Akrobatik, siegreicher Heldenhaftigkeit. Andererseits in einem kindlich naiven Charme, welcher unvergleichlich und leicht durch den Film weht. Dieses Charisma kann man nicht einfach haben. Aus diesem Grund sind alle übrigen Musketier-Verfilmungen steif und träge, selbst wenn sie sich noch so sehr anstrengen, um unverkrampft zu wirken. Es scheint, dass die leichtfüßige und spielerische Schauspielkunst in jenen Jahren ursprünglicher und echter war, als in späteren und professionelleren. Ähnliche Leichtigkeit hat George Sydney erreicht mit dem fulminanten Degenduell-Film Scaramouche mit Stewart Granger von 1962, wobei es in Die drei Musketiere eindeutig um mehr Witz und Action geht.
Schon das erste Degenduell ist sehenswert und unvergesslich in der Filmgeschichte. Kelly als Neuling noch unbekannt, aber unbesiegbar, weil ihn sein Vater die Klinge zu führen meisterlich lehrte. Da erkennen die drei Musketiere zum ersten mal, dass es sich bei D'Artagnan um einen Mann handelt, der zu seinem Wort steht, so holprig es sich auch anhört. Unanfechtbar bestimmt Gene Kelly fechtend das Tempo der Geschichte, und die Choreographien der Degenduelle sind überragend. Die tragische Verstrickung seiner Liebsten in den grausamen Einflußbereich Lady de Winters bringt in den Film auch tiefe Ernsthaftigkeit hinein, womit dieser keineswegs als Komödie anzusehen ist, wenn er auch deren Elemente beinhaltet. Gerade im Finale entsteht eine Atmosphäre im Ausmaß einer Griechischen Tragödie und der stumme Gang Lana Turners zur Hinrichtungsstätte wirkt monumental.
Die Locations, Kulissen, Bauten, Kostüme und Menschen sind alle sehr liebevoll gewählt, in Szene gesetzt und ausgestattet. Auch die tragische Rolle von Van Heflin, als dem verbitterten Ex von Lady de Winter, ist eindrucksvoll gespielt. Lana Turner ist dämonisch schön und engelhaft böse. June Allyson ist wie geschaffen für die sensible, feinfühlige Liebe D'Artagnans.
Eines der größten, wertvollsten und denkwürdigsten Meisterwerke des historischen Abenteuerfilms.