Alle eingefleischten Fragezeichen-Fans werden mir bedingungslos zustimmen. Die Bücher und Hörspiele um die drei Hobbydetektive Justus, Peter und Bob sind längst weitaus mehr, als "nur" irgendwelche Kriminal-Episoden. Die drei Fragezeichen sind KULT !!!
Ähnlich wie z.B. "Die Sesamstraße" oder "Die Sendung mit der Maus" sind "Die drei ???" zeitlos gute Unterhaltung, die viele Hörer bzw. Leser - zwischen 9 und 99 Jahren - schon ein Leben lang begleiten. Und mal ehrlich, wer von uns hat sich damals nicht bei Folgen wie "Das Gespensterschloss" , "Der Karpatenhund" oder "Die Geisterinsel" bis tief ins Mark gegruselt ?
Trotzdem war sicherlich jeder Fan gespannt, ob die Live-Umsetzung der brandneuen Folge "Master of chess" auch wirklich funktionieren würde. Auch ich war anfangs skeptisch.
Hat sich der Hörer aber erst mal an die ungewohnten Zuschauerreaktionen gewöhnt - so wird sehr oft gelacht, applaudiert oder einfach nur frenetisch gejubelt - kann diese Folge wirklich auf ganzer Linie überzeugen.
Die Story in Kürze...aufgrund einer Autopanne, sind die drei Detektive gezwungen, in einem düsteren abgelegenen Schloss Unterschlupf zu suchen, welches (scheinbar) nur vom Grafen Gallagher sowie seinen zwei Bediensteten bewohnt wird. Relativ früh ist klar, dass der Graf ein sehr großer Schach-Fanatiker ist. Eine Eigenschaft, welche familiär bedingt von Generation zu Generation weitergegeben wird. Justus, Peter und Bob erfahren nach kurzer Zeit, dass der Graf seit Wochen "angeblich" eine Schachpartie gegen den Geist seines verstorbenen Bruders führt, und sich die Figuren auf dem Schachbrett scheinbar "wie von Geisterhand" selbst bewegen. Spukt es in dem Schloss ? Oder handelt es sich hierbei nur um eine hinterlistige Intrige ? Können die drei Jungs dem Grafen überhaupt trauen ? Was hat es mit dem verzwickten Rätsel auf sich, welches an die Fragezeichen gestellt wird ? Und warum ist es ihnen verboten, sich im Ostflügel des alten Schlosses aufzuhalten ? Fragen über Fragen, die die drei Detektive auf eine harte Probe stellen.
Wie gesagt, nach anfänglichen Anfangsschwierigkeiten mit "Master of chess" konnte ich mich immer mehr mit diesem Hörspiel anfreunden. Nach dem zweiten und dritten Hördurchlauf hat sich diese Skepsis jedoch komplett gelegt, und ist einer großen Begeisterung gewichen. Die Sprecher Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczek und Andreas Fröhlich (sowie auch die Sprecher der anderen Charaktäre) agieren wirklich mitreißend. Die Dialoge sind gut durchdacht, äußerst humorvoll und sehr authentisch umgesetzt. Man merkt, dass die drei Synchronsprecher merklich Spaß an diesem Projekt gehabt haben müssen, was sich auch auf das Publikum überträgt. Selbst der ein oder andere Versprecher fällt hierbei alles andere als negativ ins Gewicht. Im Gegenteil, dadurch wird die Inszenierung von "Master of chess" noch viel sympathischer. Wirklich sehr gute Unterhaltung.
Meinen Vorrednern muss ich insofern Recht geben, als dass die weiblichen Rollen dieses Hörspiels sehr gewöhnungsbedürftig sind. Die übertrieben quäkende Stimme von Elke Pohlmann weiß dabei nicht immer zu gefallen. Aber was solls...? Alles in allem ist das Resultat mehr als zufriedenstellend, und kann locker mit der Live-Umsetzung "Der Superpapagei 2004" mithalten. Richtig richtig gut !!!