Drei Mädchen finden sich zusammen, um einen Detektivclub nach dem Vorbild der "Drei Fragezeichen" zu gründen. Ihr erster Fall dreht sich um eine Mitschülerin, die über ihr Handy Erpresseranrufen ausgesetzt ist. Aus der unüberlegten Art, wie die Mädchen dann "ermitteln", muß man schließen, daß sie (oder die Autorin?) die Vorgehensweise ihrer großen Vorbilder, der "Drei ???", nicht gerade aufmerksam studiert haben, wenn sich immer wieder alle drei Detektivinnen gleichzeitig in unnötig riskante Situationen bringen.
Die Verfolgungsjagd am Schluß ist völlig überflüssig, soll aber wohl die Spannung erzeugen, die man ansonsten leider vermißt: Der Erpresser bedroht am hellichten Tage im belebten Stadtpark eine Schülerin, und die drei Ausrufezeichen stellen ihn. Sie kennen seinen Namen, Adresse, Beruf und Familie und haben einen Beweis für seine Erpressungen. Trotzdem gehen sie nun nicht etwa mit der eingeschüchterten Schülerin auf die nächste Polizeiwache, um Anzeige zu erstatten, sondern verfolgen lieber den Erpresser, der seltsamerweise ausgerechnet über den Steg des Ententeichs flüchtet - vielleicht, um sich mittels der paar dort vertäuten Tretboote seiner Verhaftung zu entziehen?! Jedenfalls fällt er dabei in den Teich, der wirklich sehr klein sein muß, da eines der Mädchen "am gegenüberliegenden Ufer(!) noch ein paar Tropfen" abbekommt! Bei seinen Schwimmversuchen verheddert er sich auch noch in den Seerosen(!) - am Bootssteg?! - - - Und natürlich ist die per Handy herbeigerufene Polizei sofort in den Stadtpark geeilt, um den flüchtigen Erpresser dingfest zu machen, und fischt ihn nun aus dem Ententeich... - Action pur!!! ;-)
Ingesamt wirkt die neue Buchserie sehr bemüht auf Mädchen abgestellt: Die Aufmachung entspricht der Art, in der Mädchenzeitschriften Schminktips illustrieren, die Sprache soll zeitgemäß jugendlich wirken, die Schauplätze sind ganz auf das vermeintliche Lebensumfeld junger Mädchen abgestimmt: Handy, Casting, Fitneßstudio, Chat... (Man vermißt noch Titel wie "Panik beim Piercing" oder "Streß im Haarstudio"...)
Die meiste Zeit sind die Heldinnen damit beschäftigt, herumzuzicken. Und natürlich werden über die Ermittlungen keine Aktenordner oder Computerdateien angelegt, sondern alles gewissenhaft ins Tagebuch eingetragen. Ein Höhepunkt im vorliegenden Band: Eine der Heldinnen knackt ein Türschloß mit Hilfe einer Haarnadel!
Da drängt sich unwillkürlich die Frage auf: Warum sollten Mädchen solche Bücher lesen, wo es doch "Die drei Fragezeichen" gibt?