So, und wieder steht eine neue Folge an, die von EUROPA mittlerweile fast am Fließband produziert werden. Für mich macht sich das leider auch an der Qualität der Hörspiele bemerkbar.
Die Buchvorlage war von Herr Sonnleitner insofern eine willkommene Abwechslung, da endlich mal kein Justus: "Es gibt keine übersinnlichen Phänomene" - Peter: "Doch, die gibt es!" - Bob: "Hmm, joahh, vielleicht"-Krieg die Haupthandlung darstellte. Das Buch habe ich verschlungen, denn es ist ein actiongeladener, unheimlich spannender Krimi, der größtenteils innerhalb von drei Stunden spielt, wobei die Dramatik ein wenig für den an sich etwas langweiligen Plot entschuldigt. Doch im Hörspiel gibt es zwei ganz gravierende Makel, die (grade bei den neueren Folgen) leider nichts Außergewöhnliches sind.
1. Das Skript:
Ja ja, es scheint als würde Feuermond noch für lange Zeit die einzige Folge nach dem Rechtsstreit bleiben, die ein anständiges Skript bietet. Der Fokus wird in Fels der Dämonen genau darauf gelegt, was die Folge zu einer der uninteressantesten überhaupt macht: Anfang und Ende. Justus und Peter werden im Mittelteil einfach ausgeblendet. Gerade davon hat das Buch gelebt. Von der ungeheuren Spannung und der Ungewissheit, während Justus und Peter im Höllentempo durch die Gänge wetzen. Doch das wurde einfach rausagekürzt. Was bleibt, ist eine völlig langweilige Sequenz mit Bob im U-Boot und die Hai-Szene, die wenigstens ein bisschen wachrüttelt. Wo bleibt der Tauchgang von Justus und Peter? Die klapprige Brücke? Die Höhenangst des ersten Detektivs? Alles weg. Mein Gott, Herr Minninger, da haben sie was angerichtet.
2. Die Sprecher:
Die drei Hauptfiguren sind zum Glück in gewohnt guter Form, aber der Rest enttäuscht durchweg. Entschuldbar wäre noch der zu alte Eddy oder der langweilige Polizist am Schluss. Aber die Gangster sind sowas von albern und klischeehaft, da fühlt man sich an die schlimmsten Auswüchse der TKKG-Serie erinnert. Im Buch waren das Profis, keine sadistischen Allerwelts-Ganoven. Die Sprecher sind schon in ihrer ersten Szene, der Entweihung von Bob's Käfer derart bescheuert, dass man Lust bekommt, die CD wegzuschmeißen und nie wieder zu hören. Warum zum Teufel müssen die beim Autodemolieren klingen wie die drei ??? in ihrer legendären Löffelklopf-Aktion in Master of Chess? Wer soll das sein, Donner-Karlsson und Blom?
Mit gutem Willen gebe ich für die gute Musik und das bisschen Mysteriöse, dass aus der Buchvorlage übernommen wurde, seeeehr schlechte drei Sterne.