Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mit Vorsicht lesen, 14. August 2007
Mit "Die deutschen Mörder" liegt ein Buch über den im allgemeinen Bewusstsein weniger präsenten Teil des Holocaust vor, die Massenerschießungen in den besetzten Gebieten Osteuropas, denen anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Es verlangt dem Leser einiges an Robustheit ab, denn die Aneinanderreihung und detailreiche Schilderung der Gräuel belastet unweigerlich schwer. Während sich das thematisch ähnliche Werk "Ganz normale Männer" vom C. Browning einer vergleichsweise nüchternen Sprache bedient, lässt Rhodes keine Gelegenheit aus, dem Leser die Grausamkeit der deutschen Einsatzgruppen vor Augen zu führen. Dabei zitiert Rhodes umfangreich Augenzeugenberichte von Tätern und Opfern und es drängt sich der Eindruck auf, dass Rhodes die Quellen mitunter nur nach Drastik ausgesucht hat. So führt die Literaturliste die Erinnerungen des angeblichen SS-Mannes Peter Neumann ("The Black March"), bei denen es sich um ein als vermeintliche Autobiographie verkauftes fiktionales Werk handelt.
Rhodes versucht durch Übertragung der Theorie zur Gewaltsozialisation von Lonnie Athens auf die Einsatzgruppenangehörigen der Frage auf die Spur zu kommen, was Menschen zu routiniert mordenden tausendfachen Henkern macht. Das ist interessant, bleibt aber vage und im Vergleich zu Brownings Untersuchung auch undifferenziert.
Zu bemängeln sind leider etliche Stilblüten.
Es ist nicht notwendig, dass zunächst eine ländliche Idylle geschildert wird ("In den Wäldern ist die Luft selbst im Hochsommer kühl und voller Nadelduft, und der Boden ist mit kleinen, süß schmeckenden Walderdbeeren bedeckt."), damit dann im folgenden Satz das brutale Agieren zweier Polizeibataillone um so grausamer auf den Leser wirkt. Hier und noch an einigen weiteren Stellen geht dem Autor sein Elan durch. Dies gilt auch, wenn er hinter den Namen eines höheren SS-Offiziers namens Jäger "nomen est omen" in Klammern setzt. An anderer Stelle mutmaßt Rhodes, dass ausgerechnet SS-General Sepp Dietrich die Meinung der Weltöffentlichkeit ausgedrückt habe, als er den Tod Heydrichs mit den Worten "Ist die Sau endlich tot!" kommentiert haben soll. Mag ja stimmen. Aber man muss einem SS-General diese Ehre nicht zuteil werden lassen, nur um mal süffisant daher zu kommen.
Der Eindruck des Buches wird auch nicht dadurch verbessert, dass Rhodes die Reihenfolge der Kriegserklärungen zwischen Japan, Deutschland einerseits und den USA andererseits durcheinander bringt. Ein anderes Mal wird eine Einsatzgruppe im Winter 41/42 nördlich von Stalingrad verortet. Das kann nicht sein, ist im Grunde aber eine Nebensächlichkeit. Denn die Erzählung des Kernthemas ist eindringlich und schonungslos und sie hilft, die Massenmorde der Einsatzgruppen in ihren historischen Platz einzuordnen, nämlich neben die Gaskammermorde in den Vernichtungslagern.
Das Bemühen des Buches, neben dem Kernthema zugleich einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung der SS und die Biographie Himmlers zu geben, kann dabei auch als Stärke gesehen werden. So kann "Die deutschen Mörder" einen Einstieg in das schwere Thema geben.
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8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternd und banal, 30. März 2005
Ein Buch was auf eindringliche Art und Weise die Brutalität und Menschenverachtung der Einsatzgruppen beschreibt und das so vor sich gegangene bestialische Töten auch von seiner Banalität beschreibt - sprich die rein bürokratische Seite des Mordens. Ein Buch was ein Kapitel unserer Geschichte schildert, das gerne verdrängt und in seiner ganzen Menschverachtung meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung findet. Eine Mahnung an die unzähligen Opfer und eine Warnung was Menschen Menschen antuen können.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die deutschen Mörder, 29. Oktober 2004
September 1941. Babij Jar, eine Schlucht in der Ukraine. Zwei Tage im Herbst. In weniger als 48 Stunden erschießen SS-Einsatzgruppen in diesem Tal über 30.000 Juden. In nur zwei Jahren werden 1,5 Millionen jüdische Kinder, Frauen und Männer in Osteuropa von den deutschen SS-Einsatzgruppen und ihren Helfern ermordet. Dies ist die erschütternde Dokumentation des Pulitzer-Preisträgers Richard Rhodes über den Massenmord. Und es ist die ergreifende Beschreibung, wie Menschen zu funktionierenden Massenmördern gemacht wurden. Zahlreiche Briefe und andere persönliche Dokumente der Zeit geben Einblick in das Innenleben der Täter, die Menschliches und Entmenschlichtes in einer Person zu vereinigen gelernt haben. Dieses Buch ist eine Mahnung. Eine Aufforderung, den Anfängen zu wehren.
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