Das ziemlich dünne Buch von Jörg Rogge ist eingängig und einfach geschrieben und bietet auch sonst die nötigen und mittlerweile üblichen Merkmale von Studienanfängerliteratur. Aber in diesem Fall eben nicht viel mehr.
Besonders für das 10. und 11. Jahrhundert (für das Rogge nach seiner Publikationsliste zu urteilen kein Spezialist ist) bietet es nicht viel mehr als eine selektive Quellenparaphrase. Forschungskontroversen werden fast gar nicht diskutiert. So sind zum Jahr 1002 die Arbeit von Patzold und Hlawitschkas Entgegnung nicht berücksichtigt. Überhaupt wird die Forschungsrichtung von z.B. Wolf und Hlawitschka, die über genealogische Forschung herausfinden will, wer warum König wurde, gar nicht rezipiert oder diskutiert. Andererseits folgt Rogge in seiner eigenen Darstellung viel zu unkritisch den Quellen. So wird zwar zu 1024 die Kritik an Wipo kurz angerissen, um ihm dann en detail zu folgen. Dass andere Zeitgenossen wie z.B. Rodulfus Glaber oder Adembar von Chabannes die Dinge ganz anders dargestellt haben, findet keine Erwähnung.
Das alles hinterlässt einen etwas schalen Eindruck keinen positiven Gesamteindruck. Als Einsteiger kann man in der Bibliothek mal reinschauen, um Zugang zu den wichtigsten Quellen zu gewinnen. Aber definitiv keine Kaufempfehlung und gnädige 3 Sterne.