Prof. Ellwein hat mit diesem Buch eine, trotz der Fülle des Materials, gut lesbare und kompakte Geschichte der Deutschen Universität vorgelegt.
Der Autor beschreibt das Werden der Universität im Mittelalter. Kenntnisreich schildert Prof. Ellwein die Etablierung der mittelalterlichen Universität im Rahmen der kirchlichen Tradition und der weltlichen Obrigkeit.
Von dort führt der Weg durch die beginnende Neuzeit und dem konfessionellem Zeitalter (Reformationszeit) bis hin zum Einzug der Naturwissenschaften ins Universitätsgeschehen.
Prof. Ellwein behandelt sachgerecht die Universität in der Epoche des Serenissimus, dort stand die Universität im Rahmen des obrigkeitlichen Zugriffs und fungierte als Dienerin der staatlichen Interessen.
Weiter schildert Prof. Ellwein oftmals launig die Späße und Spiele der Studentenschaft und liefert ein Bild über die Professorenschaft der jeweiligen Epochen.
Flankierend dazu gibt es kurze Einblicke in die Strukturen der Studien und Lehrpläne der jeweiligen Zeitabschnitte.
Einen Höhepunkt des Buches bilden die Ausführungen zur Stellung der Universität in den deutschen Landen im 19. Jahrhundert. Kompakt und zielsicher bietet Prof. Ellwein ein Panorama der Blütezeit des universitären Lebens im 19. Jahrhundert: Studentenschaft und Burschenherrlichkeit; Wissenschaft und Studium; Lehre und Forschung; Stellung und Platz der Universität in Staat und Gesellschaft.
In den Schlusskapiteln wird auf das Universitätswesen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in der Phase nach dem 2. Weltkrieg eingegangen. Hochschulpolitik und Funktion der Universitäten in der DDR werden aufgerissen. Und die Entwicklung zur Massenuniversität in der Bundesrepublik Deutschland wird anschaulich beschrieben. Das Universitätsideal Humboldts ging in der modernen Massenuniversität unter.
Die einzelnen Kapitel des Buches sind jeweils mit einem Quellen- und Textanhang hinterlegt, so dass es jedem Leser leicht fallen sollte, bei speziellen Interessen zu einer Epoche, zielgerecht zu weiteren Informationen gelangen zu können.