Nach heutigen Begriffen war die Hanse die wirtschaftliche Supermacht des Mittelalters. Sie war so stark, weil sie ihrer Zeit um Jahrhunderte voraus war in ihrer Freiheit des Handels, des Verkehrs, der Logistik.
Die beiden Autoren zeichnen die Geschichte der Hanse nach, von ihren Anfängen im 12. Jahrhundert bis zu ihrer stillen Auflösung im 17. Jahrhundert. Entstanden ist die Hanse im Hochmittelalter. Die Gefahr von Überfällen zwang die Kaufleute damals zu Karawanenhandel bzw. auf See zu Fahrten im Konvoi. Für solche "Fahrtgemeinschaften" kam im 12. Jahrhundert der Begriff "Hanse" auf. Und so war der Name für die spätere Handelsmacht geboren. Durch immer neue Zusammenschlüsse solcher Verbünde entstand über die Jahrhunderte das Imperium, welches wir noch heute bewundern.
Doch es entstand nicht nur eine Wirtschaftmacht, sondern auch eine Kulturgemeinschaft, eine Geisteshaltung und Lebensform jenseits nationaler Grenzen und religiöser Gegensätze. Insofern ist die Hanse heute Vorbild für den Grundgedanken der europäischen Integration.
Das Buch enthält eine Fülle interessanter Illustrationen, die die Vergangenheit lebendig machen, und den Leser in die damalige Zeit eintauchen lässt. So werden viele farbenprächtige Ölgemälde, Kupferstiche, Landkarten oder Miniaturen gezeigt. Besonders interessant war für mich der Schnitt durch ein Lübecker Kaufmannshaus mit Warenkontor, Schreibkammer, Kaufkeller, Lagerboden und Wohnräumen.
Es gibt auch eine interessante Liste mit Städten, die der Hanse angehört haben. Klar, Hamburg und Lübeck kennt jeder. Aber in manch anderen Städten dürfte eine Vielzahl der Einwohner gar nicht wissen, dass sie in einer alten Hansestadt leben. Zu nennen wären hier solche Orte wie Duisburg, Bochum, Göttingen oder Magdeburg. Solche interessanten Informationen, sowie die erwähnten Illustrationen und die spannende geschichtliche Darstellung machen das Buch zu einer lesenswerten Lektüre.