...so würde man dieses Büchlein beschreiben können.
Ich bin ein Fan von den Osprey-Heften, auch wenn diese ein Thema nur anschneien, nur einen Überblick geben können. Dieses Buch ist die deutsche Übersetzung der zwei Man at Arms-Hefte "German Army in WW1 1915-17" und "1917-1918". Schade, dass der Verlag sich entschieden hat, immer zwei Hefte zu übersetzung und als ein Buch zu verlegen, eine Abweichung von dieser Gangart und eine Veröffentlichung aller drei Hefte in einem Band wäre logischer und weitaus reizvoller gewesen.
ZUm Buch selber: Die Übersetzung ist in Ordnung, nur leider oft zu eng an der Originalausgabe angelehnt und damit teilweise "englisch-verdeutscht" (ich hoffe, Sie wissen was ich meine).
Zum Inhalt:
In beiden Teilheften in disem Buch werden zu Anfang die Heeresleitung, Armeegruppen und die Armeen und Divisionen erklärt. Danach kommt man zu den Uniformen und Ausrüstung und zu einem kurzen Überblick über den Kriegsverlauf.
Und hier setzt meine erste (natürlich rein subjektive) Kritik ein. Andere werden es evtl anders sehen, ich leider nicht.
Der Autor (im Original und daher auch in der Übersetzung) schwelgt seitenlang über Divisionsnummern und Umgliederungen, ohne einen Überblick zu schaffen und ohne das Thema wirklich zu erleuchten. Eine Tabelle hätte vollauf gereicht und wäre vermutlich weitaus übersichtlicher. Dafür ist der Teil mit der Ausrüstungsbeschriebung unübersichtlich, kurz und..ja, fast nervend. Immer wird die Ausstattung "M1916" etc genannt, obwohl (ich habe vorsichtshalber in meine Literatur nachgesehen) diese Bezeicnungen offiziell nie verwendet wurden. Der Stahlhem z.B. wurde im 1. Wk nie in der Form unterschieden (jedenfalls nicht offiziell) und die "M-Nummern" sind eine Unterscheidungshilfe heutige Sammler.
Der Autor hätte sich bei den Beschreibungen entscheiden sollen, ob er die Uniformierung oder die Gliederungen etc eingehend beschrieben soll. So ist hier ein schwacher Überblick zustande gekommen, der teilweise mehr verwirrt als hilft.
Die Zeichnungen sind ebenfalls eher dürftig.Für ein 2004 im Original veröffentlichtes Buch sind die Zeichnungen von Ramiro Bujeiro zwar aussagekräftig, aber längst nciht von einer Qualität eins Kevin Lyles, Gerry Embleton, Angus McBride oder Graham Turner. Dazu sind die gewählten Motive eher Durchschnitt, und das jeder Mannschaftssoldat ein EK2-band im Knopfloch trägt ist auch eher unwahrscheinlich.
Ich hoffe, meine Kritik war jetzt nciht neiderschmetternd, aber als Grundlagenwert vom Schlage eines "The German Army in World War II" vonm Nigel Thomas (ebenfalls Osprey) kommt es nicht durch. Eher als zusätzliches Nachblätterwerk. Schade, denn das Thema ist sehr interessant und verdient eine eingehende Behandlung. Das Buch "The Germany Army 1914-19" (Osprey Man at Arms 80) von 1978 ist hinsichtlich der Uniformenbeschreibung und Bildauswahl weitaus informativer.
Trotzdem bin und bleibe ich Osprey-Fan, und bei über 400 Titeln des Verlages hoffe ich auf weitere deutsche Übersetzung. Zumal diese weitaus günstiger sind als das Original.
Wer jetzt "nicht hilfreiche Rezension" anklickt soll dich bitte dieses im Kommentar begründen. Danke.