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Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym
 
 
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Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym [Taschenbuch]

Edgar Allan Poe , Gisela Etzel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 209 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 5., Aufl. (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257212674
  • ISBN-13: 978-3257212679
  • Originaltitel: The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,3 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 288.260 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als Sechzehnjähriger geht Pym heimlich auf ein Walfangschiff und wird von seinem Freund im Bauch des Schiffes versteckt. Das Leben im Laderaum wird dem blinden Passagier zur Hölle: Unter der Besatzung bricht eine Meuterei aus, der Freund kann ihn nicht aus seinem Versteck befreien. Pym erlebt Hunger, Durst und alle Schrecken des Lebendig-begraben-Seins, bis er endlich den Laderaum verlassen kann ..."Edgar Allan Poe (1809 - 1849) ist die schillerndste amerikanische Dichterpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Nach einem bewegten, vom Alkoholismus überschatteten Leben starb er vierzigjährig in Baltimore.

Autorenporträt

Edgar Allan Poe (1809 - 1849) ist die schillerndste amerikanische Dichterpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts. Nach einem bewegten, vom Alkoholismus überschatteten Leben starb er vierzigjährig in Baltimore.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unglaublich und gut 13. Februar 2011
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Wo es um Vorliebe und Abneigung handelt, sind wir niemals imstande, aus den einfachsten Tatsachen Schlüsse zu ziehen. Man sollte denken, dass ein Ereignis wie das oben geschilderte meine keimende Leidenschaft für das Meer vollkommen zerstört haben müsste. Ganz im Gegenteil: ich empfand noch nie ein so brennendes Verlangen nach den wilden Abenteuern eines Seemannsliebens, wie in der Woche, die auf unsere wundersame Errettung folgte. Dieser kurze Zeitraum erwies sich lang genug, um alle Schatten jenes gefährlichen Erlebnisses zu verscheuchen und alle angenehmen, aufregenden, Farbenglühenden Momente, all das Malerische ins hellste Licht zu stellen. Meine Gespräche mit Augustus wurden immer häufiger und immer reicher an Interesse. Er hatte ein Art, seine Ozeangeschichten (von denen gewiss mehr als die Hälfte erlogen war) zu erzählen, die wohl dazu angetan schien, auf einen Menschen mit meinem begeisterungsfähigen Gemüt und meiner düsteren und doch dabei feurigen Einbildungskraft Eindruck zu machen. Es ist merkwürdig genug, dass er mich am lebhaftesten für das Leben der Seeleute einzunehmen vermochte, wenn er ihre entsetzlichsten Augenblicke, ihre Leiden, ihre Verzweiflung schilderte. Für die freundliche Seite des Gemäldes hatte ich nicht viel übrig. Ich träumte von Schiffbruch und Hungersnot, von Tod oder Gefangenschaft unter barbarischen Horden, von einem Dasein voll von Trauer und Tränen, verbracht auf grauen und öden Felsen in einem unbekannten, unerreichten Weltmeer. Solche Visionen und Wünsche (denn Wünsche waren es) sind, wie man mir seitdem versichert hat, dem ganzen weit verbreiteten Geschlecht melancholischer junger Leute gemeinsam; zu der Zeit jedoch, von der ich rede, hielt ich sie für prophetische Einblicke in ein Schicksal, das zu erfüllen ich mich gewissermaßen verpflichtet fühlte.
(Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym, Seite 19, 20).

Dies ist der einzige Roman aus der Feder des berühmten amerikanischen Autors E.A. Poe, der mit seiner abenteuerlichen, mysteriösen und schauerlichen Seefahrergeschichte die Leser in seinen Bann zieht. Gibt er seinem Bericht doch den Anstrich eines Tatsachenberichts, getreulich berichtet von dem fiktiven Erzähler, der im Alter von 16 Jahren als blinder Passagier auf dem Schiff des Vaters seines besten Freundes anheuerte und von da an das größte und ungeheuerlichste Abenteuer erlebte, welches man sich nur erträumen kann. Wobei es eher Albträume sind, die den jungen Helden begleiten. Immer wieder kommt er in die absurdesten und schrecklich lebensbedrohlichen Situationen, die ihn nahe an den Rand des Wahnes treiben, wo doch allein die Macht der Vernunft noch Rettung bringen kann. Poe spielt mit den Nerven der Leser, reißt sie mit in die stürmischen Gefahren der waghalsigen Seefahrer, bevor er sie zwischenzeitlich in ruhigere Gewässer führt und sie mit anscheinend wissenschaftlich fundierten Fachwissen einlullt, bevor er urplötzlich die Beteiligten in noch größere, gefährlichere Situationen bringt. Wie das Meer ist auch dieser Roman unberechenbar, schwankend und sehr verführerisch. Da lässt man sich doch gerne mitreißen!

Im Vorwort des Erzählers teilt Herr Pym mit, dass er den Ansporn eines gewissen Herrn Poe gebraucht hat, um seinen abenteuerlichen Bericht für die interessierte Leserschaft schriftlich festzuhalten. So hatte Herr Poe schon einmal angefangen, seine Erzählungen aufzuschreiben und teilweise in den Zeitungen zu veröffentlichen, was auf ein großes Echo stieß. Wo genau jetzt die Aufzeichnungen des wagemutigen Seefahrers beginnen, lässt er den Leser selbst erraten.
Der Bericht selbst beginnt etwas gemächlich, aber in einer anziehenden und sehr anschaulichen Schreibweise. Die Lebenssituation des jungen Pym gibt doch Anlass zur Hoffnung, dass aus ihm einmal ein respektabler Mann wird. Aber es sind die gefährlichen und unberechenbaren Abenteuer auf See, die ihn locken. Als Augustus ihm von seinem Plan berichtet, ihn heimlich an Bord eines Schiffes zu bringen, ist er Feuer und Flamme. Augustus gedenkt, seinen Vater, der Kapitän eben dieses Schiffes ist, erst auf hoher See mit der Anwesenheit seines Freundes zu überraschen. Dann werden die Freunde gemeinsam die Reise genießen können. Der Plan ist gut, doch leider geht alles schief. Eine schreckliche Meuterei an Bord macht es dem armen Augustus zunächst völlig unmöglich, zu seinem eingeschlossenen Freund zu gelangen, der sich in seiner dunklen Kammer lebendig begraben fühlt. Die Rettung erfolgt in letzter Minute und es gelingt den Freunden sogar, mit einem Meuterer gemeinsame Sache zu machen und die übrigen Besatzungsmitglieder zu überwältigen. Doch die wilden Stürme und Versorgungsnot bringen bald neue Gefahren. Schließlich werden nur das indianische Halbblut Peters und Pym selbst gerettet. Von dort aus bereist Pym das legendäre und bislang ziemlich unerforschte Südmeer. Der junge Mann nimmt begeistert seine neuen Eindrücke auf und unterhält den Leser mit seinen Einsichten in die Welt der Fauna und Flora. Aber schon bald lauern neue Gefahren und ein weiteres Abenteuer, welche als das bisher erlebte in den Schatten stellen...

Die wunderschöne Sprache des Romans und diese gelungene Mischung aus Abenteuerbericht und Schauergeschichte machen das Lesen zu einem wahren Vergnügen. Dämonische Gestalten und geisterhafte Schreie erschrecken den Helden, doch schließlich siegt der Verstand und es gibt eine vernünftige und weniger übersinnliche Erklärung für so manch unheimliches Phänomen. Licht und Schatten, Wahn und Verstand, Weiß und Schwarz, sind Gegensätze, die sich in dieser Geschichte immer wieder gegenüberstehen und einen stillen Kampf austragen und wir als Leser sind darin gefangen. Der bewusst offene Schluss ist ein weiteres Geschenk des Autors, der den mündigen Leser zu mancher Spekulation und einen gewissen Jules Verne sogar zu einem erfolgreichen Prosawerk inspiriert hat. Lassen Sie sich diese faszinierende Lektüre auf jeden Fall nicht entgehen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In diesem Buch wird der Leser bestaendig zwischen Realitaet und Illusion hin- und hergerissen. Alle Aufenthaltsorte der Personen - auf See oder auf dem neu entdeckten Land - werden von Poe mit allergenauester Praezision beschrieben. Sogar die Ortsangaben in Laengen- und Breitengraden sind genauestens dokumentiert, was zu dem Eindruck fuehrt, dass es sich um eine Geschichte handelt, die sich so wirklich ereignet haben könnte. Dieses ganze "drumherum" erscheint Poe viel wichtiger als die handelnden Personen in diesem Buch. Von ihnen erfaehrt der Leser kaum etwas. Auch mutet es etwas seltsam an, dass das schreckliche Erlebnis der Meuterei sowie der Tod seines besten Freundes auf Pym augenscheinlich keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Im sozusagen 2. Teil des Buches, wo es an die Erforschung des Suedpols mit genauester Schilderung der Pinguine und anderer Lebewesen geht, wird kein einziges Mal Bezug auf die vorangegangenen Ereignisse genommen.
Der Schluss hingegen bietet Raum fuer alle moeglichen Spekulationen. Im Nachwort erfaehrt der Leser, dass sich einige Autoren sogar an einer Fortsetzung versucht haben.
Trotz der etwas langatmigen Ausfluege in die Historie um die Erforschung des Suedpols und des sehr surrealen Endes bleibt die Spannung doch bis zum Schluss erhalten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Adam
Format:Taschenbuch
Den 16-jährigen Arthur Gordon Pym packt durch die Erzählungen seines zwei Jahre älteren Schulfreundes Augustus Barnard die Abenteuer- und Reiselust. Letzterer war schon einmal mit seinem Vater zum Walfang im Pazifik und weiss davon lebhaft zu berichten.

Zunächst macht Arthur mit seinem völlig betrunkenen Freund ohne jegliche Segelerfahrung bei Nacht einen Ausflug mit einem kleinen Segelboot, der beinahe in der Katastrophe endet. Augustus wird bewusstlos, Arthur weiss nicht wie man segelt, schließlich wird das kleine Boot von einem großen Walfänger übersegelt. Das Abenteuer endet jedoch glimpflich, Arthur und Augustus werden von der Besatzung des Walfängers aufgegriffen.

Beiden ist mit diesem Erlebnis die Lust nach Abenteuer jedoch nicht vergangen. Die beiden planen, auf dem Schiff von Augustus Vater, der "Grampus", mit auf Walfang zu gehen. Da das Arthur jedoch von seiner Familie nicht erlaubt wird, muss er als blinder Passagier an Bord geschmuggelt werden, wo er mit Vorräten versorgt im Kielraum des Schiffes ausharren soll, bis das Schiff weit genug von der Küste für eine Umkehr entfernt ist und ihn Augustus herausholt.

Es kommt anders als geplant. An Bord bricht bald nach Auslaufen des Schiffes eine Meuterei aus. Augustus kann Arthur zunächst weder mit Vorräten versorgen, noch kann er ihn aus seinem Versteck befreien. Arthur erleidet Qualen, Hunger, Durst, Atembeschwerden, schreckliche Träume - das Gefühl des Lebendig-begraben-seins und die Ungewissheit seines Schicksals und möglicher Rettung machen ihm das Ausharren zur Hölle.

Schließlich wird er doch von Augustus befreit. Zwischen den Meuterern gibt es mittlerweile Konflikte um das weitere Vorgehen, die Mannschaft des Schiffes dezimiert sich zusehens. Schließlich gelingt es Arthur und Augustus mit Hilfe des indianischen Halbbluts Peters das Kommando über das Schiff an sich zu reißen. Durch einen Sturm wird das Schiff maneuvrierunfähig und treibt auf dem Ozean dahin. Schließlich kentert es sogar. Die mittlerweile bis auf Arthur, Augustus, Peters und einen weiteren Mann geschrumpfte Besatzung erleidet Hunger und Durst. Es kommt zu Kannibalismus, der vierte Mann wird von den drei anderen nach einem Losentscheid verzehrt. Schließlich stirbt auch Augustus. Nur Arthur und Peters werden von einem Handelsschiff, der "Jane Guy" gerettet und aufgenommen.

Mit dieser geht es in antarktische Gewässer zur Robbenjagd, zum Handel und zur Erforschung der Südpolarregion. Zunächst werden einige bekannte Inseln angelaufen. Mit weiterem Vordringen gegen Süden wird es wieder wärmer. Schließlich begegnen sie auf einer Insel einem unbekannten Eingeborenenstamm, der sie zunächst freundlich aufnimmt und mit dem sie etwas Handel treiben.

Bald jedoch wird die gesamte Besatzung der "Jane Guy" bis auf Arthur und Peters von den Eingeborenen umgebracht und das Schiff angezündet. Arthur und Peters werden verschüttet, Arthur ist wie schon einmal lebendig begraben, die beiden erleiden Durst und Hunger. Schließlich gelingt es den beiden, sich zu befreien und mit einem Kanu aufs Meer zu fliehen. Sie fahren weiter gegen Süden, es wird wärmer, sie scheinen auf einen Wasserfall zuzusteuern, die Erzählung endet, vielmehr bricht ab, mit der Erscheinung einer riesigen weißen menschlichen Gestalt...

Die Erzählung ist mehrteilig, jeder Teil (Ausflug mit dem kleinen Segelboot, Fahrt mit der Grampus, Fahrt mit der "Jane Guy") könnte als Kurzgeschichte auch alleine stehen. Teilweise hat die Erzählung die Form eines Tagebuchs, einzelne Begebenheiten werden unter Datumsangabe abgehandelt. Teilweise sind auch theoretische Exkurse in die Erzählung eingestreut, so über bestimmte nautische Künste (z.B. Kunst der "Verstauung" oder des "Beilegens"), über das richtige Schiff für rauhe See, über die richtige Route in den Pazifik, über die Geschichte der Kolonialisierung einzelner Inseln, über die Geschichte der Erforschung des Südpolargebiets und über die Fauna bestimmter Inseln.

Poe baut Spannung auf, indem er entweder das Ziel in der Bewältigung einer Gefahr oder ein sich bald ereignendes schreckliches Ereignis nennt oder andeutet und dann nur zögerlich berichtet, ob und wie das Ziel erreicht wird bzw. wie das Ereignis eintritt. Die spannensten Teile der Erzählung sind Versuche, eine Gefahr zu bewältigen.

Das Gefühl des Schreckens wird beim Leser schon durch mitunter blutrünstige Schilderungen bedrohlicher Zeichen und durch bildreiche Beschreibung von Qualen erreicht. Der Teil, der die Fahrt mit der "Jane Guy" beschreibt, fällt in Spannung und Schrecken von den vorhergehenden Teilen stark ab.

Die Protagonisten sind meist unmittelbar von Bedürfnissen wie Hunger und Durst getrieben, es geht ihnen um ihr Leben, sie werden psychologisch von Poe nicht sonderlich komplex charakterisiert. Auch Gründe für das Handeln jenseits unmittelbarer Bewältigung der Gefahren werden kaum genannt. (Welche Motive hat Peters? Welche Motive haben die Eingeboren?) Vielleicht kann Psychologie von einem Buch des Genres Abenteuer auch nicht verlangt werden.

Fazit: Die ersten Teile der Geschichte gefielen mir aufgrund von Spannung und Schrecken besser, aufgrund des dagegen abfallenden letzten Teils halte ich das Buch für eine zwiespältige Angelegenheit.
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