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Die blinde Frau, die sehen kann: Rätselhafte Phänomene unseres Bewusstseins: Rätselhafte Phänomene unseres Bewußtseins
 
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Die blinde Frau, die sehen kann: Rätselhafte Phänomene unseres Bewusstseins: Rätselhafte Phänomene unseres Bewußtseins [Taschenbuch]

V. S. Ramachandran , Sandra Blakeslee , Hainer Kober
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Was würden Sie von einer Frau halten, die -- obwohl ihre gesamte linke Körperhälfte als Folge eines Schlaganfalls gelähmt ist -- darauf besteht, sie sei völlig gesund und bei Kräften, ja sogar zu sehen angibt, wie sich ihre linke Hand ausstreckt, um nach Gegenständen zu greifen? Freud nannte es Verleugnung, Neurologen dagegen Anosognosie, zu deutsch Uneinsichtigkeit. Wie auch immer man es nennen möchte, dieses Phänomen, wie auch andere ähnliche, gewährt uns Einblick in andere geistige Welten und damit in einem erheblichen Maße auch in unsere eigene. Die Schriften von Oliver Sacks und anderen Neurologen haben uns gezeigt, dass wir viel über uns selbst erfahren können, indem wir uns intensiv mit den Defiziten befassen, die Menschen mit neurologischen Problemen vorweisen.

V. S. Ramachandran hat schon unzählige Patienten gesehen, die unter Anosognosie, Phantomschmerzen, Blindsehen sowie anderen ähnlich gearteten Funktionsstörungen litten und legt eine bemerkenswerte Kombination aus klinischer Intuition und Forscher-Know-how an den Tag, um sich mit deren Problemen auseinander zu setzen. Er gehört zu den wenigen Wissenschaftlern, die in der Lage sind -- und auch gewillt sind -- die vielseitigen persönlichen, subjektiven Probleme seiner Arbeit zu untersuchen. Er gibt einem allzu oft sterilen Fach wieder ein menschliches Gesicht und fängt den Geist des Erstaunens ein, der für das wahre Entdecken so wesentlich ist.

Die blinde Frau, die sehen kann ist zu gleichen Teilen medizinisches Rätsellösen, wissenschafliches Abenteuer und philosophische Spekulation; Ramachandrans Schreibstil ist intelligent, mitfühlend und auch außerordentlich komisch. Ob Sie sich nun für die Funktion des Gehirns und für Alternativen zur teuren Hightechmedizin interessieren (Ramachandran verwendet für einen Großteil seiner Forschungsarbeit Material, das man in jedem Haushalt findet) oder einfach eine frische Perspektive von der Natur des menschlichen Bewusstseins suchen -- Die blinde Frau, die sehen kann wird Sie nicht enttäuschen. --Rob Lightner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Vom inneren Auge

rox. Vilaynur S. Ramachandran ist Direktor am Center for Brain and Cognition der Universität Kalifornien in San Diego. Im Gegensatz zu vielen seiner Fachkollegen arbeitet der indischstämmige Neurowissenschafter nicht mit einem Hightech-Maschinenpark, sondern mit alltäglichen Dingen: Wattetupfern, Wassergläsern, Spiegeln. Das anzuzeigende Buch berichtet über Menschen, die als Patienten in die neurologische Sprechstunde kommen, über ihre Ticks, über Phantomschmerzen und darüber, wie das Bewusstsein das lebensnotwendige Eigenbild vom zugehörigen Körper – vielleicht – konstruieren könnte. Ramachandran hat sich bei der Niederschrift dieser Einblicke aus dem Denklabor eines Kognitionsspezialisten mit der Wissenschaftsjournalistin Sandra Blakeslee – sie arbeitet bei der «New York Times» – zusammengetan. Entstanden ist ein Buch, das sich explizit in die grosse angelsächsische Tradition wissenschaftlicher Populärliteratur einreiht. Das fünfte Kapitel etwa berichtet über «Das geheime Leben des James Thurber», dem im Alter von sechs Jahren ein Spielzeugpfeil ins linke Auge geraten war und der mit 35 Jahren dann vollständig erblindete. Die sich danach vor seinem «inneren Auge» entwickelnde Bild- und Objektlandschaft hat Thurber zu Papier gebracht; aus den entstandenen Notaten und Gesprächen leitet Ramachandran überraschende Thesen über die «Vervollständigungskompetenz» unseres Sehsystems ab. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
57 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ramachandran und Blakeslee stellen uns eine Reihe höchst ungewöhnlicher Personen vor: Während sich Tom seines Unterarmes, den er bei einem Unfall verlor, noch qualvoll bewusst ist, da er unter Phantomschmerzen leidet (und ausserdem Routinehandlungen mit dem nicht vorhandenen Körperteil auszuführen meint), leidet Mrs. Dodds scheinbar keineswegs unter ihrer Erkrankung, die ihren linken Arm lahmgelegt hat. Sie ist die einzige Person, die diese Tatsache nicht zu bemerken scheint. Sie und ihre Leidensgenossen finden im Zweifelsfall höchst originelle Erklärungen dafür, wieso sie den Arm nicht bewegen können : "Der Arm gehört meinem Bruder!".

Die Fallgeschichten an sich sind schon spannend. Sie sind so geschickt zusammengestellt worden, dass ich einen Eindruck von der unglaublichen Flexibilität des Gehirns und des komplexen Zusammenspiels der unterschiedlichen Systeme bekommen habe. Allerdings war ich recht dankbar, dass ich über einige anatomische Vorkenntnisse verfüge, denn obwohl Ramachandran zu Beginn des Buches versichert, dies sei ein "populärwissenschaftliches" Buch lotst er den Leser gelegentlich mit atemberaubender Geschwindigkeit vom Neokortex ins limbische System und wieder zurück... Am besten gefällt mir aber die Art und Weise, wie Ramachandran seine Forschung und seine Patienten betrachtet: Jeder Patient ist in erster Linie ein Mensch, den er für die Art und Weise, wie er mit seinem, meist schweren Verlust umgeht, respektiert. Er gewinnt seine Erkenntnisse, indem er jeden Patienten sehr sorgfältig beobachtet und auf Basis dieser Beobachtungen Hypothesen über das Geschehen in seinem Gehirn entwickelt- die er anschliessend in Experimenten von bestechender Einfachheit überprüft.

Mit diesem Forschungsverständnis werden die Fragen werden nicht deshalb gestellt, weil sie beantwortbar sind und das Ergebnis anschliessend veröffentlichbar ist, sondern einfach, weil sie da sind und weil ihre Beantwortung wichtig ist. Jedes Kind erforscht so seine Umwelt, aber unter Medizinern und Psychologen gibt es nur wenige Forscher, die sich ihrem Forschungsgegenstand mit soviel Neugier und Respekt zugleich nähern. Im Gegensatz zur weitverbreiteten Unsitte, im eigenen Spezialgebiet ein sturzlangweiliges und realitätsfernes Untersuchungsparadigma zu Tode zu pflegen, kombiniert Ramachandran furchtlos und unterhaltsam die Sichtweisen verschiedener Fachgebiete miteinander. Dabei entwirft er seine eigene, manchmal recht abenteuerliche Theorie von der Funktionsweise des Gehirnes und des menschlichen Bewusstseins. Das zu lesen ist schon an sich ein Vergnügen, auch wenn ich finde, dass die Ausführungen über das Selbst im letzten Kapitel auf etwas wackeligen Füssen stehen. Aber das hat mein Lesevergnügen nicht wirklich geschmälert. Hoffentlich melden sich mehr Forscher von diesem Schlag zu Wort !

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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
... bekommt man durch dieses gut geschriebene Sachbuch.

Das Autorenpaar Vilaynur S. Ramachandran und Sandra Blakeslee lehren uns hier anhand skurriler Fälle von Erkrankungen, wie unser Gehirn arbeitet. Dabei haben sie nicht trockene Messungen in abstrakte Statistiken gegossen und ausgewertet, sondern sich direkt an die kranken Menschen gehalten. Um diesen zu helfen, haben sie originelle Experimente entwickelt, die ebenso einfach wie wirkungsvoll sind. Es werden in dem Buch auch ein paar Experimente zum Selberausprobieren beschrieben, aus denen wir sehr direkt erfahren können, wie fragwürdig unser Bewußtsein und unser Körpergefühl ist.

Da die Gehirnforschung ein relativ junger Wissenschaftszweig ist, gibt es noch viel Aufregendes zu entdekcen. Darum findet man hier noch viele kreative Querdenker mit ungewöhnlichen Ideen. Ideen, die in die Philosophie und in die Psychologie eingreifen und unser gesamtes Weltbild infrage stellen können. Dabei wird stets streng wissenschaftlich vorgegangen, was der umfangreiche Fußnotenteil und die lange Literaturliste am Ende des Buches zeigen. Ein Schlagwortregister erleichtert das Auffinden spezieller Beispiele und macht das Buch zu einer nützlichen Ergänzung der Hausbibliothek.

Wenn Sie die Bücher des Neurologen Oliver Sacks lieben, werden sie auch dieses mögen. Er hat auch ein Vorwort dazu geschrieben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Super spannend!! 4. Oktober 2008
Von Mari Maus
Format:Taschenbuch
Ich habe selten ein Buch gelesen das mich so gefesselt hat. Es ist interessant, spannend und dazu gut verständlich geschrieben. Ich hoffe dass noch mehr so Bücher kommen, und dass es noch mehr von Vilaynur S. Ramachandran geben wird. Mein absolutes Lieblingsbuch seit langem! Ein Muss für jeden der sich für Hirnforschung und Neurologie interessiert.
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