Vor elf Generationen landete ein Raumschiff mit Flüchtlingen auf einem Planeten, der vollständig mit Wasser bedeckt ist. Nur wenige können sich auf riesige Wasserpflanzen retten, bevor das Raumschiff in den Tiefen versinkt. Mit ihren bloßen Händen sind sie gezwungen, eine einfache Zivilisation aufzubauen, die sich fernab von der übrigen Menschheit entwickelt.
Elf Generationen später haben die Menschen gelernt, auf dem Wasserplaneten wie in einem kleinen Paradies zu leben. Sie ernähren sich in Frieden vom Fischfang, von Algen und was ihnen die Natur sonst noch bietet. Nur noch aus alten Aufzeichnungen wissen sie, daß es auch unwirtliche, mit Industrie überzogene und vom Menschen verschandelte Planeten gibt.
Die Gesellschaft wird von Zünften geprägt. Eine der wichtigsten Zünfte sind die Signalgeber: Sie übermitteln Nachrichten mit Hilfe von Lichtsignalen aus Türmen heraus, die man auf den seerosenartigen, gigantischen Wasserpflanzen errichtet hat. Sklar Hast ist ein Signalgeber, der die Tochter seines Zunftoberhauptes liebt. Für ihn völlig unverständlich, willigt diese allerdings in die Ehe mit dem älteren Fürbitter Semm Voiderveg ein. Die Fürbitter sind eine Zunft, die sich ganz der Verehrung eines riesigen, intelligenten Meereslebewesens verschrieben haben. Dieses Lebewesen - genannt König Krakon - sorgt dafür, daß die Menschen unbehelligt von anderen Meeresungeheuern, insbesondere den anderen Krakonen, leben können.
Der Streit zwischen Sklar Hast und Semm Voiderveg eskaliert rasch und dreht sich schnell nicht mehr nur allein um die von beiden begehrte Frau.
Der 1966 erschienene Roman von Jack Vance ist nicht nur ein klassischer Planetenroman. Sehr plastisch wird dargestellt, wie sich die Gesellschaft in zwei Lager gespalten hat. Die einen wollen traditionsgemäß unterwürfig im Schutze von König Krakon leben. Die anderen aber wollen Fortschritt und Freiheit. Dieser Gegensatz wird teilweise so stark herausgearbeitet, daß es fast schon schulmeisterlich wirkt.
Etwas schwach ist auch die Charakterisierung der meisten Personen. Sie werden in einer Unterhaltung oft einfach dadurch eingeführt, daß ihr Name genannt wird. Wenn man Glück hat, wird mit einem Halbsatz ihre Tätigkeit oder Zunftzugehörigkeit genannt. Damit ist aber eine Person doch noch lange nicht ausreichend charakterisiert.
Die Stärke des Romans liegt in seiner dramaturgischen Gestaltung: Jack Vance läßt logisch die Ereignisse immer weiter eskalieren. Dies geschieht am Schluß fast so schnell, daß das Finale fast ein wenig zu abrupt kommt.
Die Wasserwelt und ihre Gesellschaftsform der Zünfte sind plausibel und interessant geschrieben, so daß in der Gesamtheit ein überdurchschnittlicher, gut lesbarer Unterhaltungsroman entstanden ist.