Dies ist eine Geschichte der Rückkehr nach Hause.
Nach vielen Jahren kehrt Mado auf die Insel ‚Le Devin' zurück, auf der sie geboren wurde. Ihrer Mutter, mit der sie die Insel verlassen hat, ist gestorben. Ihr Vater aber lebt noch auf der Insel, in dem Haus, in dem sie aufgewachsen ist. Warum sie zurückkehrt, wissen wir nicht, aber es muß wohl an Le Devin liegen, wohin jeder zurückkehrt, der von dort stammt.
Die Insel hat zwei Dörfer: La Houssinière und Les Salants. Und wie soll es auch anders sein, die Bewohner der beiden Dörfer sind miteinander verfeindet. Die Houssinières sind erfolgreich und leben gut von ihrem Fährhafen und den Touristen. Die Bewohner von Les Salants sind bedrückt von ihrem Schicksal. Schwere Stürme haben die Küste verwüstet und jede Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist erloschen.
Mado fällt die Aufgabe zu, die Salannaise aus ihrer Lethargie und Selbstaufgabe zu befreien. Dabei hat sie einen Verbündeten: Flynn.
Ausgehend von Flynns Idee durch ein künstliches Riff die Erosion des Strandes von Les Salants zu stoppen, beginnt ein Reigen von steilem Aufstieg mit Übermut und tiefem Fall, der alle in die alte Resignation zurückbringt. Letztendlich sind nach allen Höhen und Tiefen die Salannaise genauso sicher wie am Anfang oder eher noch bedrohter in ihrer Zukunft. Aber durch diese übermächtige Bedrohung begreifen sie, dass sie die Verantwortung für sich und ihre Zukunft haben.
Leider schafft es Joanne Harris nicht Spannungsbögen über mehr als zehn Seiten zu halten. Alles ist eigentlich sehr durchsichtig und es ist recht klar, was als nächstes kommt. Die Figuren sind in vielen Fällen klischeehaft und nicht sehr detailliert gezeichnet.
Dies alles wird aber dadurch kompensiert, dass das Buch leicht geschrieben ist. Man schwimmt im Strom der Ereignisse mit und fühlt sich letztendlich mittendrin im Geschehen. Es ist nicht an einer Stelle langweilig oder zäh.
Insgesamt eine herrliche Sommerlektüre für laue Abende bei Kerzenschein.