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Kundenrezensionen

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am 14. Mai 2009
Denglers erster Fall ist spannend. Von der ersten bis zur letzten Seite. Und das Tolle daran ist: Er bezieht seine Spannung immer wieder aus anderen Quellen.

Da ist zum einen die Geschichte selbst. Ein Polit-Thriller mit sehr, sehr realistischem Hintergrund. Wenig Ausgedachtes, viel Recherchiertes (das auf der Website des Autors zum Teil auch belegt wird). Die Puzzleteile von Treuhand, Bad Kleinen, Geheimdienst und einer fiktiven Rahmenhandlung machen aus Denglers erstem Fall ein Feuerwerk von Krimi. Ohne dabei auch nur an einer Stelle zur langweiligen Verschwörungstheorie zu werden. Und auch der erhobene Zeigefinger moralinsaurer Staatschelte ist Schorlau fremd: Die Bilder in allen Dengler-Fällen entstehen beim Leser im Kopf, nicht durch triumphale Siege des Ermittlers über eine verrottete Welt.

Und damit zum Zweiten: der Person Georg Dengler. Er ist genau das, was man einen Anti-Helden nennt. Kauzig, in die Jahre gekommen, von der Mutter seines einzigen Kindes getrennt, alternative Wohnsituation in einem besonderen Stück Stuttgart, Hang zum Alkoholismus. Aber integer und in seiner Art irgendwo zwischen Schimanski und Nick Knatterton einfach unglaublich sympathisch. Sein Verhältnis zu Frauen abgeklärt entspannt. Aber ohne geht's natürlich nicht (wenngleich er in den ersten vier Fällen mit gerademal drei Frauen zu tun hat, sich also nicht gerade maßlos verhält).

In seinem ersten Fall beginnt Georg Dengler, ehemaliger Staatsdiener, seine Karriere als Privatdetektiv. Vertraut mit etlichen Geheimdienst-Methoden (den eher unspektakulären, nicht denen eines J. Bond) hat er es zunächst schwer, in seinem neuen Job Fuß zu fassen. Dass sein erster Fall nun gleich so ein Schwergewicht ist - das ist die Freiheit des Autors. Der lässt seine Hauptfigur aber immer im Rahmen des Wahrscheinlichen agieren: An keiner Stelle ging es mir so, dass mir inhaltliche Handlung und Verhalten der Protagonisten konstruiert schienen. Und so agiert Dengler in der blauen Liste jederzeit glaubhaft zwischen der Beobachtung einer untreuen Ehefrau und einem (dann doch ein bisschen Bond) furiosen Showdown in einem italienischen Landhaus.

Auch die anderen Figuren in diesem Krimi haben klare Konturen. Zum einen Denglers (auch zukünftige) Wegbegleiter, zum anderen auch die seines ersten Falles. Immer verrät Schorlau gerade soviel Details, die eine Charakterisierung erfordert. Nie verliert er sich ins Plaudern über letztlich belanglose Informationen. Und damit zum dritten Punkt:

Schorlaus Sprache finde ich atemberaubend - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Noch nie habe ich dauerhaft die direkte Rede dermaßen authentisch und so weit weg von peinlich gelesen. Das ist so beängstigend gut, das ist eigentlich schon ein Drehbuch. Die Sprache spielt gekonnt mit dem jeweiligen Tempo der Story. Steigt die Spannungskurve, wird auch die Sprache schneller. Sinniert Dengler vor seiner Madonna bei einer Flasche Wein über sein Zuhause im Schwarzwald, hat es auch die Sprache nicht mehr so eilig. Dazu passend: die immer wiederkehrenden Musik-Zitate.

Die blaue Liste ist ein erster Fall, wie man ihn sich wünscht: Er macht ganz einfach Lust auf mehr.

Abschließend noch ein Tipp zu allen Dengler-Fällen: Es lohnt, die Fälle in ihrer Reihenfolge zu lesen. Zwar gibt es inhaltlich keine relevanten Bezüge der Fälle zueinander. Aber den Hauptfiguren bei Ihrer Entwicklung zuzuschauen, macht in der richtigen Reihenfolge einfach mehr Spaß.
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am 15. Mai 2006
Schorlau schreibt selbst, dass Deutschland der Private Eye fremd ist. Das Problem löst er elegant, ein Privatdetektiv, der handwerklich aus der klassischen Kriminalkommissarsschule kommt, nicht Äquivalent eines Mike Hammer oder Kayankaya ist, sondern sich selbst in die neue Profession hineintastet. Natürlich merkt man, dass es ein Erstlingswerk ist, hier und da holpert es etwas. Allerdings ist dies auch der minutiösen Arbeit mit den zugrundeliegenden Fakten geschuldet.

Nicht nur für Verschwörungstheoretiker eine spannende Story. Ein Ermittler, der zwar - wie gegenwärtig üblich - von Selbstzweifeln geplagt ist, aber dennoch gerade kulturell viel näher an einem lebensbejahenden Commissario Montalbano ist, als an notorisch depressiven schwedischen Kommissaren.

Ich habe selten einen deutschen Krimi gelesen, der keine Langeweile aufkommen lässt, sondern von der ersten bis zur letzen Seite fesselt. Alle verschiedenen Erzählstränge werden eingeführt, ausgestaltet, zusammengeführt. Nur das Ende ist etwas gezwungen, es ist zwar stimmig, aber vielleicht wäre es schöner gewesen, den Leser im Ungewissen zu lassen und ihn selbst eigene Schlüsse aus der Fiktion auf die Geschichte ziehen zu lassen.

Fazit: Wer sich für deutsche Krimis und neue deutsche Geschichte begeistern kann, muss dieses Buch unbedingt lesen.
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am 14. August 2007
WOLFGANG SCHORLAU packt gleich in seinem ersten Roman um den Privatdetektiv GEORG DENGLER mehrere heiße Eisen an.

DIE STORY:

GEORG DENGLER war Zielfahnder beim BKA. Er hat den Dienst quittiert und sich in Stuttgart als Privatdetektiv niedergelassen. Seine Wohnung und Büro hat er über dem BASTA, eine italienische Bar, in die er täglich einkehrt. Während seiner aktiven Zeit hat er zwei Terroristen aus der RAF-Szene geschnappt. Das Attentat auf den Präsidenten der Treuhandgesellschaft, CARSTEN DETLEV ROHWEDDER, 1991, konnte er allerdings nicht aufklären. Der mutmaßliche Attentäter (Wolfgang Grams) wurde bei einem Zugriff auf dem Bahnhof in Bad Kleinen 1993 getötet. DENGLERs erster Auftrag als Privatdetektiv führt ihn zurück in diese Vergangenheit. 1991 ist eine Maschine der Lauda Air kurz nach dem Start in Bangkok abgestürzt. Bei dem Absturz soll angeblich auch PAUL STEIN ums Leben gekommen sein. Seine Tochter, CHRISTIANE STEIN, vermag dies nicht zu glauben, weil sie ihr Vater noch direkt vom Flughafen aus angerufen hatte und ihr gesagt hatte, dass er die Maschine verpaßt hatte. GEORG DENGLER soll herausfinden, ob PAUL STEIN tatsächlich an Bord der Unglücksmaschine war oder aber noch am Leben ist. Die Ermittlungen führen GEORG DENGLER an die Cote d' Azur und in die Toskana. Plötzlich wird klar, dass wirtschaftliche und politische Interessen eine große Rolle im Zusammenhang mit diesen Vorkomnissen gespielt haben und dass GEORG DENGLER und CHRISTIANE STEIN deshalb urplötzlich in höchster Lebensgefahr schweben ...

FAZIT:

Ein solider und spannender Kriminalroman mit politischem Hintergrund, der zudem äußerst kritisch hinterfragt, wer eigentlich die Macht im Staat innehat. Die Geschichte ist spannend erzählt, stellt unbequeme Fragen und präsentiert keinen Überhelden á la James Bond, sondern eine sehr sympathische Hauptfigur ohne überzogene Fähigkeiten, was wiederum der Identifizierung des Lesers mit dem "Helden" zu Gute kommt. Hervorzuheben ist zudem, dass auf der Internetseite des Autors weitere Materialien und Information zum Roman sowie zu dessen Entstehung zur Verfügung stehen. Alles in allem eine angenehme Entdeckung.

Viel Spaß beim Nachlesen.
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am 19. November 2006
Da hier, positiv oder negativ, oft der Vergleich zu Wallander gezogen wird: Mit hat Dengler's erster Fall deutlich besser gefallen, was aber auch daran liegt, dass ich den notorisch depressiven Wallander noch nie mit "Spannung" verbinden konnte - Geschmackssache!

Wirklich gut gemacht ist die Verknüpfung von Fiktion und Fakten in der "Blauen Liste": Anders als "Verschwörungstheoretiker" wie Gerhard Wisnewsky behauptet Schorlau nicht, die ultimative Wahrheit gefunden zu haben und präsentiert diese in einem Sachbuch - nein, er schreibt selber: "Wenn Polizei, Justiz und Politik versagt haben, muss es dem Geschichtenerzähler erlaubt sein zu sagen: Es ist nur eine Geschichte, aber vielleicht war es so."

Und diese Geschichte erzählt Schorlau sehr beeindruckend!
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am 24. März 2010
Das Leitthema des Romans ist mit einem Zitat des Autors schnell umschríeben:" Wenn Polizei, Justiz und Politik versagt haben, muss es den Geschichtenerzählern erlaubt sein zu sagen: Es ist nur eine Geschichte, aber vielleicht war es so."
Im April 1991 wird Carsten Detlef Rohwedder, Präsident der Treuhand, erschossen. Sechs Wochen nach dem Attentat, das der RAF zugeschrieben wird, stürzt eine Maschine der Lauda Air in Thailand ab. An Bord der Maschine befinden sich hochrangige Berater Rohwedders. Im Juni 1993 wird das RAF-Mitglied Wolfgang Grams am Bahnhof in Bad Kleinen erschossen. Jahre später behauptet das BKA, ein Haar von Grams am Tatort des Attentats auf Rohwedder identifiziert zu haben. Der Privatdetektiv, ehemalige Zielfahnder und Terrorismusexperte des BKA, Georg Dengler, ermittelt im Auftrag eines Klienten den zurückliegenden Absturz der Lauda Air und soll dabei feststellen, ob ein Angehöriger der Treuhand dabei zweifelsfrei ums Leben kam. Im Rahmen seiner Recherchen stellt er fest, dass dieser- trotz amtlicher Meldung seines Todes - überlebt hat. Er war maßgeblich an der Erstellung der "Blauen Liste" beteiligt, auf der Firmen vermerkt waren, die aus dem Bestand der DDR in Genossenschaften überführt werden sollten. Rohwedder stand dieser Absicht positiv gegenüber und hatte sich damit offensichtlich Feinde geschaffen.
Mit einer Vielzahl von Rückschauen und Einzelgeschichten - teilweise aus dem privatn und dienstlichen Leben Denglers - führt Schorlau den Leser an den Kern der Geschichte heran. Der Roman glänzt mit einer Vielzahl spannender, aber auch langatmiger Passagen, die wiederum "die Luft aus der Handlung" herausnehmen. Insgesamt eine gute Kombination aus Personen und Geschehnissen der Zeitgeschichte, gepaart mit Fiktion und Verschwörungstheorien. Der Roman reicht allerdings nicht an Schorlaus "Das München-Komplott" heran.
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am 11. März 2007
"Die blaue Liste" ist ein Kriminalroman der Gattung Politkrimi von bedrückender zeitgeschichtlicher Aktualität, zudem ein "Erstlingswerk", der zu Recht den Titel "Krimi des Monats" verdient.

Der Leser erhält, abgesehen von einer grundsätzlich spannenden Geschichte rund um den Absturz der Boing der "Lauda-Air" im Jahre 1993, einen Einblick in die Zeit der "Wende": Die Arbeit der "Treuhandgesellschaft" zur Abwicklung der Staatsbetriebe der ehemaligen DDR bildet das Rückgrat dieses Romans. Ein Schuss Wirtschaftstheorie gibt diesem Werk den nötigen Körper für anspruchsvolle Leser.

Ähnlich wie wir bei Frank Schätzing etwas über Whiskys oder die Kölner Küche erfahren, beeindruckt Dengler, pardon, Schorlau uns en passant auch noch mit seinem Wissen über den "schwarzen Blues".

Und auch die Liebe kommt natürlich nicht zu kurz.

Wäre da nicht dieser etwas "bemühte" Schluss, hätte dieser Krimi fünf Sterne verdient. Wir dürfen gespannt auf die nächstes Bücher von Wolfgang Schorlau sein.
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TOP 1000 REZENSENTam 30. März 2012
Ein Politthriller zur jüngeren deutschen Geschichte, der auch noch unterhalten soll, das ist ein gewagtes Unterfangen. Wolfgang Schorlau hat es gewagt. Dabei gelingt es ihm tatsächlich einen glaubwürdigen Protagonisten zu erfinden, dem eine Reihe menschlicher Schwächen gestattet sind und gleichzeitig eine fiktive Lösung eines ungelösten politischen Verbrechens anzubieten.

Geschichte als Geschichte
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am 9. Juni 2016
Das Buch ist langatmig manchmal gar langweilig. Die Geschichte ist einfach geschrieben mit simplen Handlungen. Es macht den Eindruck, dass es ganz schön schwierig war, die eigentliche Handlung so zu strecken, dass es ein Roman werden konnte.
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am 29. Dezember 2015
Das war mein erstes Buch von W. Schorlau. Seit dem bin ich eingroßer Fan von Privatdeketiv Degler. Bin im Moment bei dem fünften Fall. Ein TOLLLES DEUTSCHES KRIMI!!!!!!!!!!!!!! Sehr empfehlenswert!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vorher war ich großer Fan von nordischen Krimi-Autoren. W. Schorlau hat mich voll überzeugt!!!!!!
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am 23. November 2015
Das Buch ist unterteilt in 2 Abschnitte. Teil 1 beginnt mit Detlef Karsten Rohwedder, dem Präsidenten der Berliner Treuhandgesellschaft.
Georg Dengler hat seinen Job als Polizist aufgegeben und startet als Privatermittler. Sein erster Fall betrifft den Unfall einer Lauda-Air-Maschine in Thailand vor 12 Jahren.
Und die Geschichte von Uwe Krems wird beschrieben, mit dem Ende auf dem Bahnhof von Bad Kleinen.
Teil 2 beginnt in Österreich mit einer Vorlesung von Paul Stein über die Firma Matrei. Es geht um die Hintergründe des Absturzes.

Dengler war mir anfangs total unsympathisch, aber mit der Zeit hat sich das etwas gelegt, obwohl ich seinen Umgang mit den Frauen furchtbar fand. Er war Polizist aus Leidenschaft und hatte einen sehr großen Sinn für Gerechtigkeit. Aber Politik ist nicht immer gerecht. Deshalb versucht er sich als Privatdetektiv.

Manche nebensächliche Geschehnisse wurden zu ausschweifend beschrieben. Aber die Hintergründe der Attentate waren interessant. Und das Ende klingt auch gut. Im Nachwort schreibt der Autor die Kurzzusammenfassungen der Attentate, wie sie offiziell geführt werden - aber auch dieess Buch beschreibt eine Möglichkeit. Würde es in dem Buch weniger um Dengler gehen, hätte das Buch mehr Sterne von mir bekommen.
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