Ich muß diesem Buch 3 Sterne geben, weil ich einerseits die auf den Punkt gebrachte, ästhetisch sehr genaue Beschreibung von Sinneseindrücken und Gedankengängen sehr genossen habe, weil die Einzelheiten sich andererseits aber nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Ich hatte den Eindruck, daß dem Leser hier lediglich Einzelszenen vorgeworfen werden, denen der innere Zusammenhalt fehlt. Es ist, als würde man sich durch eine Galerie bewegen, deren ausgestellte Kunstwerke nur peripher etwas miteinander zu tun haben. Bis zum Schluß sind mir die handelnden Figuren fremd und gleichgültig geblieben. Der Autor brachte es nicht fertig, echtes Interesse zu wecken, Handlungsstränge konsequent durchzuziehen oder auch nur einmal etwas auszudrücken, was mehr als losgelöst-philosophische Bedeutung gehabt hätte. Das ist keine GESCHICHTE, das sind Schnappschüsse, Momentaufnahmen - wie ein Fotoroman ohne Text. Dabei hat die Idee durchaus Potential und der Autor ist geschickt im Visualisieren. Leider verfällt er zu sehr auf Nebenschauplätze, tappt in die Exotik-Falle (ich sage nur: allwissender indianischer Medizinmann!) und scheint einfach nicht zu wissen, was er mit all den Szenchen eigentlich letztlich anfangen will. Darum hat dieses Buch mich geärgert: Es ist nicht schlecht - leider ist es aber auch nicht GUT, hätte es aber sein können!