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Die bezaubernde Florentinerin [Gebundene Ausgabe]

Salman Rushdie , Bernhard Robben
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 9,95  

Kurzbeschreibung

6. März 2009
1572: Ein blonder Reisender aus Europa kommt an den Hof des Moguln-Kaisers Akbar im indischen Fatehpur Sikri und behauptet, dessen Onkel zu sein. In der Tat: Verbunden scheinen die beiden durch eine geheimnisvolle Florentinerin, die schönste Frau der damals bekannten Welt ... Der große Epiker Salman Rushdie lädt ein zu einer Kontinente und Zeiten umspannenden Reise zwischen Ost und West, zu einem Erzähl-Fest, das sich mit «Tausendundeine Nacht» messen kann. «In ‹Die bezaubernde Florentinerin› atmet, zittert und bebt alles. Jeder Charakter packt einen. Kommt der Leser einmal einen Augenblick zur Ruhe, wird er im nächsten Augenblick geschüttelt, beiseitegerissen und in die nächste Verwicklung gezerrt. Rushdie hat wieder ein Buch für Drogenabhängige geschrieben. Wer es liebt, immer tiefer einzusinken in fremde Welten und Ansichten, wer den Schauder ersehnt, der ihn überrieselt, wenn er im Fremdesten das Vertrauteste entdeckt, der wird das Buch nicht aus der Hand legen, bis ihn endlich der Schlaf einholt.» Arno Widmann, FRANKFURTER RUNDSCHAU

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 2 (6. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498057839
  • ISBN-13: 978-3498057831
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15,2 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 351.069 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Salman Rushdie ist ein postmoderner Autor. So jedenfalls hat man den indisch-britischen Schriftsteller, der wegen seiner islamkritischen Darstellungen des Leben Mohammeds in seinem Buch Die satanischen Verse 1988 vom iranischen Staatschef Ruhollah Musavi Khomeini in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde, immer wieder charakterisiert. Als einer, der Märchen und Mythos mit der Realität verknüpft. Und als einer, der aus dem unerschöpflichen Fundus der Historie Stoffe zieht, die die Gegenwart beleuchten.

In Rushdies Roman Die Schöne Florentinerin ist manches anders. Hier kommt die Gegenwart nicht vor. Das Buch ist ein rein historischer Roman, mit allen Elementen, die dazu gehören. Er spielt in der Umbruchzeit des 16. Jahrhunderts, und geschichtliche Größen wie Niccolo Machiavelli spielen darin eine wichtige Rolle. Im Zentrum aber steht Agostino Vespucci, nach dessen Cousin Amerigo Amerika benannt worden ist. Der Florentiner steht plötzlich vor der Residenz des indischen Mogul-Königs Akbar des Großen in Fatehpur Sikri – und überbringt ein Schreiben, das angeblich von der britischen Königin Elisabeth I. stammt und um Hilfe in deren Kriegen bittet. Zu allem Überfluss behauptet Vespucci noch, über eine abtrünnige indische Prinzessin – der „schönen Florentinerin“ – mit dem Großmogul verwandt zu sein. Um diesen Plot spannt Rushdie einen Atem beraubenden Bogen, der den Lesern in die Zeit politischer Intrigen, Visionen und Phantastereien hineinversetzt. Und das ist wahrhaft meisterlich beschrieben.

Aber Rushdie wäre nicht Rushdie, wenn er im Historischen auch hier nicht das Gegenwärtige durchscheinen ließe. „Die Vergangenheit ist ein Licht, das, entsprechend ausgerichtet, die Gegenwart heller erleuchtet als jede moderne Lampe“, heißt es dementsprechend in Die Schöne Florentinerin. So ist das Buch doch wieder ein postmoderner Roman geworden. Und der phantastische Erzähler Rushdie ist sich einmal mehr treu geblieben. -- Stefan Kellerer

Pressestimmen

"Wer es liebt, immer tiefer einzusinken in fremde Welten und Ansichten, der wird das Buch nicht aus der Hand legen, bis ihn endlich der Schlaf einholt." (Frankfurter Rundschau) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein großer Erzähler, aber ... 14. April 2009
Von Stevo
Format:Gebundene Ausgabe
Salman Rushdie ist zweifellos ein großer Erzähler und ein Meister im Umgang mit der Sprache. So gelingt es ihm auch mühelos den Leser mit auf eine phantastische Reise in vergangene Zeiten und Welten zu nehmen. Leider hat er mich dabei des öfteren verloren. Denn so schön die Geschichten, die der blonde Reisende dem Mogul Akbar erzählt, auch sind - zumindest meist -, legt Rushdie doch kaum Wert auf innere Logik oder Nachvollziehbarkeit. Der Wust an Namen - allein der Erzähler trägt mindestens fünf verschiedene - und die ständigen Wechsel der Erzähler und Erzählstränge sind sehr verwirrend und nur schwer nachvollziehbar. Zudem vermischt Rushdie historische Wahrheiten mit Mythen, Sagen und Lügengeschichten - das kann man mögen oder auch nicht.
Vielleicht fehlte mir manchmal einfach die Phantasie mich völlig auf Rushdies Roman einzulassen. Doch Anhänger märchenhafter Erzählungen dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Auch interessante philosophische und religiöse Anspielungen bereichern die Erzählungen.

So will ich auch trotz meiner Vorbehalte 4 Sterne vergeben, denn Rushdie ist wahrhaft ein Meister der Sprache und der Anekdote.
Falls Sie aber historisch exakte Romane bevorzugen, sollten Sie die Finger von diesem Buch lassen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Kaum war er eingenickt, brabbelte die halbe Welt in seinem Hirn und erzählte ihm phantastische Geschichten von fernen Reisen. In dieser halb entdeckten Welt brachte ihm jeder Tag Neuigkeiten von unbekanntem Zauber. Die bilderreiche, enthüllende Traumpoesie des Alltäglichen war noch nicht von der engstirnigen, nüchternen Wirklichkeit erdrückt. Es waren wundersame Geschichten gewesen, die ihn, den Geschichtenerzähler, zur Tür hinausgetrieben hatte, vor allem jene eine, und die mochte sein Glück bedeuten oder ihn das Leben kosten."
(Die bezaubernde Florentinerin, Seite 19/20).

Im letzten Licht des Tages gleißte der See vor der Palaststadt wie ein Meer aus Gold. So beginnt die sagenhafte Geschichte aus der Feder von Salman Rushdie, bei der man am liebsten auf den Flügeln der Phantasie davon fliegen möchte. Worte, kostbar und schön wie Perlen, fügen sich in Satzketten zusammen und werden zur schmückenden Zierde dieses Romans. Neben diesem Schmuckwerk fallen jedoch auch derbe, hässliche Worte und fügen sich in das Gesamtbild ein. Schönheit und Hässlichkeit, Großmut und Grausamkeit, Liebe und Hass, Rache und Vergebung liegen in diesem Werk nahe beieinander und vereinen sich zu einem faszinierenden Ganzen.

Als der gelbhaarige, junge Mann mit dem absurd langen, aus kunterbunten Lederlappen zusammengenähten Mantel in der indischen Stadt Fatehpur Sikri eintrifft um dort sein Schicksal zu erfüllen, hat er bereits einen langen Weg hinter sich. Aus der fernen, italienischen Stadt Florenz ist er gekommen, vorbei an dem afrikanischen Kontinent um nun, im Jahre 1572 dem mächtigen und geliebten Herrscher Akbar die Geschichte der verschwiegenen Prinzessin zu erzählen und die beginnt wie folgt:
"Es lebte dereinst im fernen Osten ein Fürst namens Argalia, auch Arcalia genannt, ein großer Krieger, der Zauberwaffen sein eigen nannte und zu dessen Gefolge vier schreckliche Riesen gehörten; außerdem war eine Frau bei ihm, Angelica, die Prinzessin von Indien und China, die schönste Frau, die je gelebt hat, eine Zauberin ohnegleichen, Herrin über magische Tränke und Bannsprüche, deren Macht weithin gefürchtet war."
Diese Angelica oder Quara Köz, wurde auch Prinzessin Schwarzauge genannt und war eine direkte Nachfahrin von Dschingis Kahn, Angehörige des Hauses Timur und Schwester des ersten Mogulherrschers über Indien. Also eine Verwandte des nun amtierenden Herrschers Akbar. Doch nicht nur diese verwirrende Mitteilung sorgt für Aufregung am königlichen Hofe. Denn der Geschichtenerzähler selbst, Niccolò Vespucci, der sich auch Mogor dell`Amore nennt, nachdem er das Herz der berühmten Hure Mohini, genannt das Skelett, erobert hat, behauptet ein Sohn dieser verschwiegenen Schönen und damit der Onkel seines indischen Gastgebers zu sein. Der philosophische Mogulherrscher möchte dieser sagenhaften Geschichte auf den Grund gehen und verlangt von Vespucci, die ganze Wahrheit zu erfahren. Der mächtigste Mann des östlichen Reiches ist einer fiktiven Lieblingsfrau ergeben, die immer mehr Ähnlichkeiten mit der schwarzäugigen Fremden hat, die ihm der Geschichtenerzähler beschreibt. Wie kam diese Angelika einst in das ferne Florenz und wie ist ihr Schicksal mit ihrer fernen Heimat und Familie verbunden?

Die Geschichte entführt in das ferne Florenz der Renaissance, in dem die Medici herrschten. Dort lebten die drei, sehr unterschiedlichen Freunde, Antonio Argalia, Niccoló Ill Machia und Ago Vespucci. Während Ago sich keinen anderen Lebensmittelpunkt als seine geliebte Stadt vorstellen kann, zieht es den Waisenjungen Argaglia in die Ferne, in der er Heldentaten vollbringen und erst dann zurück kehren möchte, wenn seine Heimatstadt einen Kämpfer braucht. Und tatsächlich: Als Florenz politisch schwer durchgeschüttelt wird, ist Argaglia mit seinen tapferen Männern zur Stelle. Doch er hat nicht nur männliche Unterstützung mitgebracht. Die wunderschöne Prinzessin Angelica, welche Argaglia aus dem Palast eines Scheichs befreit hat, bezaubert die Italiener und die ganze Stadt feiert die Schöne als Heilsbringerin. Doch von der Zauberin zur Hexe ist es nur ein kleiner Schritt. Die bezaubernde Florentinerin und ihre Gefährtin Spiegel wissen um die Gefahr. Welche Zukunft liegt vor der Schönen, die bereits ein so bewegtes Leben geführt hat? Was wird aus den drei Jugendfreunden? Wie ist ihr menschliches Schicksal mit der Stadt Florenz verknüpft? Und was bedeutet die ganze Geschichte für den lauschenden Herrscher im fernen Indien?
Wer eintauchen will in eine Welt voller Wunder, die berauscht, entzückt, entsetzt und in Staunen versetzt, der hat zu dem richtigen Buch gegriffen. Dies ist eine Globalisierungsgeschichte, die man nicht zu fürchten braucht, sondern die Seele vereint. Eine große Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln, eine Heimatverbundenheit, spricht aus den Worten des Autors. Eine Sehnsucht, die man gut nachvollziehen kann, wenn man die Geschichte ihres Erfinders kennt.

Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Witzigerweise heißen die vier Schweizer Riesen des Helden D`Artagnan, Otho, Botho und Clotho. Ob Rushdie wohl ein Fan von dem großen, französischen Abenteuerroman ist? Man darf es auf jeden Fall vermuten.

Dieser Roman ist schöner als ein Märchen aus Tausend und eine Nacht. Er entfaltet einen kaum gekannten Zauber, der wirklich berührt und noch lange nachwirkt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Salman Rushdie - Die bezaubernde Florentinerin 24. Juni 2009
Von hasewue VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Im Jahr 1572 gelangt ein junger blonder Fremdling mit dem Namen Niccoló Vespucci an den Palast Akbars im indischen Fatehpur Sikir.
Er berichtet, dass er den langen Weg von Florenz nach Indien auf sich nahm um den Moguln - König Akbar eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte seiner Herkunft.
Mogor dell'Amore - wie sich Vespucci zwischendurch auch mal nennt - schildert sehr ausführlich, über einige Jahre hinweg, die Geschichte von Agbar dem Türken und die damit verbundene Geschichte von <<Schwarzauge>>, der bezaubernden Florentinerin und schönsten Frau der damals bekannten Welt.
Insgesamt zwei Jahre lässt Akbar sich Abend für Abend die Geschichte von Niccoló Vespucci erzählen. Er berichtet dabei auch von Botticelli, dem Admiral Andrea Doria, Dracula, den Medicis und zahlreichen anderen. Die Schauplätze in seinem weitschweifigem Bericht reichen vom indischen Subkontinent über das Italien in der Zeit der Renaissance, die Küsten Afrikas und den Nahen Osten bis nach Amerika. Doch jede der einzelnen Berichte steht in irgendeiner Verbindung mit der Moguln - Prinzessin <<Schwarzauge>>, ein Geist, der durch die Schilderungen in der Gegenwart wieder zum Leben erweckt wird.
Salman Rushdie erzählt sehr ausführlich und farbenprächtig eine Geschichte über Verrat, Missgunst, Zauberei und Liebe. Sein Schreibstil ist sehr prachtvoll und ausgeschmückt. Es bereitet dem Leser richtige Freude sein Buch "Die bezaubernde Florentinerin" zu lesen und während des Lesens in diese fabelhafte orientalische Welt von "Tausendundeine Nacht" einzutauchen und sich von Vespuccis Geschichte tragen zu lassen.
Dennoch erzählt Rushdie sehr ausschweifend und detailliert, was den Lesefluss des Öfteren zunehmend schwerer macht und dann einfach nur störend ist. Das führt dazu, dass man mit seinen Gedanken nicht mehr bei der eigentlichen Geschichte ist. Auch dauert es dadurch einige Zeit sich in der eigentlichen Handlung zu Recht zu finden und alles wirkt zunehmend schleppend und zäh, was für diese sehr schöne zauberhafte Geschichte schade war.
Letztendlich hat Salman Rushdie mit "Die bezaubernde Florentinerin" ein prunkvolles und farbenprächtiges Werk geschaffen, welches durchaus lesenswert und zu empfehlen ist.
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