"1946: Drei Geschichten in einer, verwoben zu einem Bild einer Welt nach deren zweitem Krieg. William Wyler bringt den Stoff für locker vier Stunden in knapp dreien unter."
"1957: Komm doch --- mit auf den Un-der-berg…;-). David Lean nutzt die ziemlich lange Schlussphase für gesteigerte Spannung, hinter der sich Tragik abzeichnet und… madness---madness---"
"1957: Die fünfte Jahreszeit - nein, nicht Karneval, sondern die Jahreszeit der Liebe. Etwas dick aufgetragenes, aber nie langweiliges Melodram über gut 150 Minuten."
"1957: Jede Minute (von über 200) dieses großen Epos ist ein Genuß, der neben A.-Hepburn-Klamottenfaktor jede Menge Kunstvolles und Philosophisches bietet, obwohl im Buch sicherlich noch mehr steckt."
"1958: Anbiedernde Chinoiserie? Ach was, die Bergman ist großartig und der Film nur mit minimalem Kitsch bewegend - auch wenn Sirk das in 90 Minuten gepackt hätte ("Battle Hymn")."
"1958: Wieder Wyler als Regisseur, wieder ökonomisches Erzählen in einem (Anti-)Western, dessen ca. 160 Minuten Stoff für mehr enthalten und viel zu schnell vergehen."
"1959 und mein Regelverstoß: 149 Minuten komplexe, kritische Geschichte und eine sagenhaft gute Audrey Hepburn, die als Nonne zeigt, es auch ohne Givenchy drauf zu haben."
"1959: Anatomy of a courtroom drama – im Original 161 Minuten langes Zerlegen der Regeln des Genres wie des Prozesstaktierens. Faszinierend und mit sehr scharfem Seziermesser inszeniert."
"1960: Besser als Ben-Hur (obwohl der von Wyler ist) und reich gefüllt mit Stoff für gut drei Stunden. Auch in Kubricks unpersönlicherem Film gelingt der Erzählfluss und wird die Zeit nie lang."
"1960: Sittenbild des US-Südens, Familien- und Psychodrama mit viel Gewalt (in jeder Hinsicht), Gefühl, knalliger Farbsymbolik (V. Minnelli) und super Cast (u.a. Mitchum)."
"1961: Der zu dozierenden langen Reden neigende S. Kramer hat ein großes, seinem Stil angemessenes Thema gefunden: Die unbewältigte Vergangenheit von NS-Juristen. Drei Stunden aufrüttelndes Kino."
"1962: Die ersten dreißig Minuten mit dem hemmungslos chargierenden L.J. Cobb muss man aussitzen, dann gibt's eine irre Kombi aus Minnellischen Farbexzessen und nuanciertem Widerstandsdrama."
"1961-63: Der wohl interessanteste Torso der Filmgeschichte. Vier Stunden lang, für zwei Mal gut drei Stunden konzipiert und länger vermutlich besser. Siehe meine Einzelrezension."
"1963: Das Leben und die Reifung eines Geistlichen über Jahrzehnte. Gleichsam bewegende wie kluge Geschichte, deren Episoden zugleich einzeln fesseln und ein geschlossenes Ganzes ergeben."
"1965: Der Mensch zerfällt zu Staub und Asche, doch übrig bleibt der Geist der Flasche. Halleluja – prost! „Spritzige“ Westernkomödie, die TV Spielfilm zu lang findet – warum, weiß nur ein Orakel."
"1968: Die großen Musicals sind ja irgendwie immer lang, dieses hier ist auch noch gut, mal wieder von Wyler, und das unvergleichliche Filmdebüt der Barbara Streisand."
"1968: Ein Musical, das viele zu lang finden, doch die 175 Min. (Kinoversion) überzeugen, in denen jedes Lied äußerlich Bühnennummer, innerlich aber signifikanter Teil der interessanten Geschichte ist."
"1970: Nicht zu lang!!! Die US-Kritik sah es anders, aber hier sitzt jedes Detail und führen Opulenz und Intimität ein wundervolles Wechselspiel, weil Ersteres immer eine signifikante Subbedeutung hat."
"1983: Nur echt in der 170-Min.-Version ab 18 („lieber Arm dran als Arm ab“). Musikalische und modische 80er-Sünden trüben den Eindruck des ansonsten glänzenden Films ein bißchen."
"1984: Sagt jemand zu Mozart: „Man sollte ein paar Noten herausnehmen.“ Mozart: „Welche?“ Und alles verstummt. Zu diesem Film: Man sollte keine Minute herausnehmen."
"1997: Clint Eastwood fängt die Schwüle des US-Südens angemessen gemächlich ein. Viele meinten, der Film sei mit 155 Min. zu lang. Ich stelle die Mozart-Frage (s.o.). (Liste wird fortgesetzt.)"
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