Hallo,
als Mitautor unbefangen zu sein, ist schwer möglich. Dennoch möchte ich Ihnen das Buch, herausgegeben von Nikolaus Enkelmann, an Ihr rhetorisches Herz legen. Sie entdecken altbewährte Methoden und Techniken, aber eben auch neue Entwicklungen. 22 Autorenbeiträge gibt es für Sie in dem Buch. Drei von ihnen, die mir besonders gefielen, möchte ich Ihnen als Empfehlung mit auf den Weg geben.
1. "In fünf Schritten zur lebendigen Rednerstimme" von Arno Fischbacher. Ich habe einiges zum Thema Stimme gelesen, es gibt nicht viel Neues. Dennoch ist es Arno Fischbacher gelungen die wichtigsten Faktoren der Stimme in Zusammenhang mit der Rhetorik zu bringen, konkret der Redesituation. Die Themen Standpunkt, Gesten und Stimmmodulation, Raum, Sprachmuster sowie Warming-up bilden ein Fünfschritteprogramm - anschaulich dargestellt und leicht verständlich. Besonders gut hat mir der dritte Schritt "raumfüllend sprechen" gefallen, den Raum mit der eigenen Stimme "kennenzulernen" war mir schlicht noch nicht in den Sinn gekommen.
2. "Köpfe brauchen Bilder" von Katja Kerschgens. Weniger ist mehr und das Wenige soll spannend und interessant für die ZUhöhrer sein. Die Autorin fordert Sie auf viel Mühe in die Vorbereitung zu stecken. Den Aspekt teile ich, die Vorbereitung und die Einschätzung der Zuhöhrer im Vorfeld ist überaus wichtig. Was wollen die? Was macht die Inhalte verständlich? Welche Bilder kann ich nutzen? Wie bringe ich Spannung in meine Rede? Welche Geschichten passen und erzeugen bei den Zuhörern welche Gefühle? Sie bekommen mit dem Beitrag von Frau Kerschgens sehr wichtige Tipps und Ideen für eine spannende Rede, straff, kompakt, praktisch anwendbar.
3. "Mit Zen zum gelassenen Redner" von Fleur Sakura Wöss. Keine Sorge, in dem Beitrag wird es nicht religiös, vielmehr bringt die Autorin Ihnen ein hohes Maß an geistiger Gelassenheit und Konzentriertheit (das ist kein Widerspruch) in der Redesituation nahe. Frau Wöss macht Ihnen einen meditativen Zugang schmackhaft und würzt ihn mit einer bescheidenen Einstellung in Sachen Powerpoint, Technik und Requisite. Klarheit, Gradlinigkeit und "Sein" in der konkreten, für viele Menschen als stressig empfundenen Redesituation ist das mögliche Ergebnis.
Zu guter Letzt: Viele Autoren treffen sich in einigen persönlichen Einstellungen und auch in der Anwendung von Techniken und Methoden, was ich als sehr angenehm empfinde. Es ist dabei nicht redundant, da die Aspekte immer wieder aus einem anderen Zusammenhang gesehen werden und der Zugang für den Leser sehr vielseitig ist.
Viele Grüße
Stephan Peters
Rhetoriktrainer