Max Aub, ein bisher wenig bekannter Autor, erlebt zur Zeit, nicht zuletzt Dank Elke Heidenreich, eine Renaissance. Zu Recht: "Max Aub ist wunderbar".
Ein junger, liebenswürdiger und wohl auch hübscher Mann leidet sich durchs Leben, dessen Ende - man muss es jetzt schon sagen - er genauso hinnimmt wie all die anderen Höhen und Tiefen seines Daseins: die Liebe zu seiner Mutter, die Abneigung gegenüber seinem Vater, die Gleichgültigkeit gegenüber seiner Frau und seiner Tochter, die bizarre Verbindung zu der Freundin seiner einzigen Liebe und dann eben diese einzige, wahre, echte und leidenschaftliche Liebe selbst: Remedios (man sollte sich gleich zu Beginn des Buchen an spanische Namen und Eigennamen gewöhnen, die das Buch für den in diesen Dingen Unbedarften nicht einfacher zu lesen machen). Vom Vater, der sich für den eigenen Sohn ausgab, als er Remedios schwängerte und ihr die Ehe versprach, enttäuscht und getrieben von der unendlichen Liebe zu seiner Mutter, kommt unser junger Held mit Remedios überein, sie sollten heiraten. Natürlich nur so zum Schein. Jahre leben sie nebeneinander her, merken nicht, wie verliebt sie eineinander sind und als sie es dann doch merken, nimmt das Buch schließlich seine tragische Wendung: Remedios verlässt ihn und sie werden sich - trotz allen Hoffen des Lesers - nie wieder sehen.
Max Aub erzählt die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges ebenso wie Martin Walser die Geschichte der deutschen Teilung in "Dorle und Wolf" erzählt. Man ist nach der Lektüre geneigt, die Personen nicht mehr als diese zu sehen, sondern als Ereignisse während dieser Epoche der spanischen Geschichte. Um das Buch vollkommen zu verstehen, seinen Sinn zu erfassen, sind geschichtliche Kenntnisse wohl doch unerlässlich.
Aber es lohnt sich: Traurig-schön, mal schnell, mal langsam, prägnat und doch ausführlich erzählt, ist dieser Roman ein Klasse für sich.