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am 17. April 2003
Dann liegen Sie genau im Trend, denn den Sinn des Lebens zu finden - das ist, so sagt der Bamberger Soziologieprofessor Gerdard Schulze, das Ziel unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert.
Um Sie vorzuwarnen: Schulze schreibt als ernsthafter deutscher Professor. Das heißt: Der Leser muss ihm durch alle Argumentationsketten von den griechischen Philosophen bis zur modernen Psycho- und Soziologie folgen, um zu verstehen, warum wir uns - vielleicht - der "besten aller Welten" annähern. Das ist ein geistiges Abenteuer, das wie alle echten Abenteuer, Anstrengung erfordert, aber es lohnt sich. Der Autor, der vor einigen Jahren mit der Erfindung (und Begründung) der "Erlebnisgesellschaft" berühmt wurde, belegt, dass immer mehr Menschen sich in der Macher- und Konsumgesellschaft nicht mehr wohl fühlen. Die Forderung von "immer mehr", immer schneller, immer höher, immer raffinierter, genügt uns nicht mehr. Sie ist auf Dauer auch nicht mehr erfüllbar, weil wir in vielen Bereichen die Grenzen des Machbaren, Erforschbaren, Herstellbaren erreicht haben oder bald erreichen werden. Deshalb suchen so viele heute nach "Glück". Morgen werden sie - laut Schulze - erkennen, dass es ihnen nicht ums Glücklichsein geht, sondern um einen Lebensinn: Wir wollen wissen, wozu wir auf der Welt sind, welchen "Zweck" wir vielleicht zu erfüllen haben, warum wir überhaupt existieren. Schulze liefert diesen Sinn nicht. Er beschreibt nur, weshalb immer mehr Menschen ihn suchen werden, und warum er - verschmolzen mit unserer "Erlebnis"- und Konsumgesellschaft - tatsächlich zum erträumten "Glück" werden kann.
Das wird sehr einleuchtend und glaubwürdig dargestellt. Auch wenn der Leser viel zu skeptisch ist, um die Möglichkeit der "besten aller Welten" überhaupt in Betracht zu ziehen - dieses Buch fasziniert, macht klüger, öffnet die Augen für eine neuen Blick auf die aktuelle Zeit und die Zukunft. Und es wird, nicht nur unter Fachleuten, Furore machen, mindestens ebenso oft zitiert und kommentiert werden wie die "Erlebnisgesellschaft".
Wer in Zukunft über gesellschaftliche Fragen mitreden will, sollte zumindest hineingeguckt haben. Die Musskapitel für Faule? Meiner Meinung nach ist es:
* Nummer eins "Unsichtbare Herausforderung" mit den Unterkapiteln "Zukunftsdiskurs jenseits der Utopien", "Wohin bewegt sich die Moderne?" und "Thema Kultur".
* Nummer drei "Das Steigerungspiel" sowie das Schlusskaitel
* "Zukunft des Lernens" mit "Suchbewegungen des 21. Jahrhunderts" und "Die Erschließung des Normalen".
So eine Verkürzung der Lesezeit und -anstrengung ist unfair gegenüber den Bemühungen des Autors um Klarheit, aber damit bekommt man Zugang zu seinen wichtigsten Thesen. Und diese Kapitel reichen, um mitdenken und mitdiskutieren zu können.
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Vor gut zehn Jahren stiess ich auf das Buch "Erlebnisgesellschaft", weil mich seit Tim und Struppi alles interessiert, was mit Schulze zu tun hat. Und die Lektüre war ebenso spannend wir die Abenteuer von Schulze/Schulze. Denn hier hat ein Professor geforscht und dabei beste Zukunftsprognostik geleistet. Und zwar nicht so wie viele Trendgurus, die Forschung von forsch abzuleiten scheinen, indem sie ihre Quellen nur spärlich preisgeben und ihr Wissen als Originalbeiträge verkaufen. Gerhard Schulze ist Professor für Soziologie in Bamberg und alles andere als ein Bewohner des Elfenbeinturms. Frei von unsäglichem Soziologenchargon beobachtet er, was in der Welt vorgeht, um dann seine Schlüsse zu ziehen. Ich war also gespannt, was Schulze nach der Euphorie der New Economy und ihren Auswüchsen zu sagen hat, ob und wie er seine früheren Einschätzungen revidiert, was seiner Ansicht nach Bestand hat und wohin wir in den nächsten Jahren driften werden. Die Neugier hat sich gelohnt. Die gegenwärtige Ratlosigkeit ist für Schulze keine Überraschung, sondern die logische Folge eines monotonen Steigerungsspiels. Schulze ist kein Berufspessimist und Moraltheologe, sondern ein wachsamer, analytischer und vorsichtiger Sezierer menschlicher Verhaltensformen. Er glaubt nicht, dem Leser und dem Markt zuliebe alle Fragen beantworten zu müssen, versucht aber trotzdem die vielen Einzelteile wieder zu einem übersichtlichen Ganzen zusammen zu fügen. Diese Qualität und der flüssige Stil bewirkt, dass die Lektüre trotz inhaltlichem Gewicht relativ leicht ist. Schulze bringt zur Sprache, was wir fühlen: nach der Spassgesellschaft machen wir uns auf den Weg zu einer neuen Sinngesellschaft. Unmöglich, alle Thesen und Gedankengänge in knapper Form zusammen zu fassen. Ich unterlasse diese Unterfangen aber auch, weil es die zum Teil brillianten Herleitungen und überraschenden Assoziationen sind, die den Lesegenuss dieses Soziologiebuches ausmachen. Geradezu beispielhaft sind die Literaturhinweise. Denn Schulze riskiert dem Leser zuliebe Kollegenschelte, indem er die zahlreichen Bücher mit persönlichen Kommentaren versieht. Wer dem Autor während 358 Seiten beim Denken zugeschaut hat, kann auch seine Bemerkungen zu anderen Autoren richtig einordnen und frei entscheiden, mit wem er allenfalls die Fortsetzung geistiger Höhenflüge bestreiten will. Tolles Buch, das hoffentlich den Erfolg von "Erlebnisgesellschaft" noch übertreffen wird.
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am 21. Mai 2016
Hatte mir dieses Buch ausgeliehenen und war so begeistert von dem Inhalt und der anschaulichen Schreibfähigkeit des Autors, dass ich es unbedingt in meinem Bestand haben musste.
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am 31. März 2010
"Die beste aller Welten" las ich im Zuge meiner Diplomarbeit auf Empfehlung meines Professors. Nach Schulzes "Erlebnisgesellschaft" erwartete ich mir ein weiteres Premiumwerk in Sachen sozioökonomischer Zeitdiagnostik.

Während des lesens überkam mich in zunehmender Weise das Gefühl, alles schon mal gehört zu haben, alles schon in schlüssiger formulierten Sätzen erzählt bekommen zu haben und dieses Buch beiseite legen zu wollen.

Einerseits muss man den Autor verteidigen: bissiger Sprachstil verpackt auch diesmal wieder aktuelle Ergebnisse deutscher Sozialanalytik. Immer noch, und in diesem größten Manko des Buches offenbart sich wohl die projektive Qualität der Erlebnisgesellschaft von 1992, - immer noch wird jedoch über die selben alten Bedingungen des "schönen Lebens" geschrieben.

Zum anderen verstört das Buch durch m.E. hochgradig absurde Passagen wie: "Auch der Bildungskonsum gehört dazu und die Lektüre der Tageszeitung (...), das hastige Essen belegter Brote vor dem Bildschirm, um weiterarbeiten zu können, der Gebrauch von Transportmitteln, um zwischen zu Hause und der Arbeitsstelle zu verkehren, die Anschaffung von Haushaltsgeräten, der Erwerb neuer Software, um bestimmte Arbeiten rationeller durchzuführen. Ein Unternehmer kauft neue Maschinen, um Maschinen für einen anderen Unternehmer zu produzieren, der Traktoren herstellt" [S.61].

Selbst nach zwei Gläsern Whiskey erschloss sich weder meinem Studienkollegen noch mir der wohl paraverbal zu deutende Sinn solcher Statements - wenngleich Ähnliches oft schon Literaturpreise gewann.

Alles in allem dennoch empfehlenswert, Phrasen wie oben können sogar zu brüllartigen Lachanfällen führen.

Mag. Raphael M. Salzmann, MBA
5020 Salzburg
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