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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Mai 2008
Wer eine satirische Auseinandersetzung mit dem Thema Krankheiten erwartet, den kuriert Hans Zippert schon im Vorwort: Auf der Suche nach einem Verlag, der seine wohl großenteils aus der Zeitschrift Cicero stammenden Kolumnen drucke, sei ihm einfach der knallige Titel "Die 55 beliebtesten Krankheiten der Deutschen" eingefallen und zwei renommierte Verlage hätten sich um die Publikation gestritten.

Folgerichtig werden die mit dem Untertitel "Im Selbstversuch getestet" geweckten Erwartungen durch Sachverhalte bedient wie die Angst vor Tumordiagnose im Rahmen einer Magenspiegelung in dem Text "Krebs". Die exotischen Krankheiten, die Zippert befallen haben, reichen von "Anamnese" über "Tierliebe" bis zu "Kuschelpädagogik" und ergeben eine locker zusammenhängenden Kolumnensammlung.

Zippert schreibt in einfachem, aber bestechend klarem Stil und hält die Lupe des gründlichen Betrachtors auf die Miniaturen des Lebens. In "Massenasselplage" entsteht so schnell eine Verbindung zwischen zoologischen und politischen Aspekten, in "Verspannungen" lässt er sich beim Thema Terrorcamps über die Unbillen des Campings aus.

Die Qualität von Zipperts Texten reicht von naja bis formidabel; über manche Witze habe ich mit weggeworfen, andere hätte auch ein Axel Hacke geschrieben haben können. Insgesamt eine erfreuliche Lektüre für zwischendurch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Noch ein medizinischer Ratgeber? Nein, denn der Titel wurde nur gewählt, damit sich das Buch besser verkauft. Hinter den Krankheitsüberschriften verbirgt sich etwas ganz Anderes, als man vermutet, nämlich eine Sammlung von Kolumnen.
Zippert diagnostiziert nicht die Krankheiten eines Körpers, sondern unserer Gesellschaft. Gewinnerbenachrichtigungen, die eine BMW-Flut zur Folge haben müssten, die Abwehr von Sitznachbarn in der Deutschen Bahn, Haschräusche für Nichtraucher, verwahrloste Reisezahnbürsten, die Katalogisierung von Jugendbuch-Beständen und unsichtbare Eltern bei einer Teenagerparty sind nur einige Beispiele für die Themenvielfalt, die Zippert bearbeitet. (Danke für die Erinnerung an Schnipp Fidelius Adelzahn, Herr Zippert! Das Buch habe ich geliebt.)
Die Qualität der Kolumnen schwankt naturgemäß; einige haben mich nicht so begeistert, die meisten fand ich richtig gut, einige hervorragend.
Besonders gefiel mir das Kapitel Tierliebe mit seiner Hommage an Kaninchen. Haben sie auch verdient, diese süßen Viecher!
Insgesamt bietet dieses Büchlein eine unterhaltsame Häppchen-Literatur für kürzere Busfahrten oder in Warteschlangen.
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0 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Juni 2012
Den Autor live zu erleben und daran sein Schicksal zu messen, bedeutet persönliche Authenzität in seinen Aussagen wieder zu treffen. Nach einem Apoplex sind die Resilienzfaktoren nicht in jedem Fall und für jedes Schicksal kalkulierbar. Leider aber können die Erfahrungen in den Remissionsphasen der Genesung doch viele Parallelen schaffen und zur Aufklärung beitragen.

Ich für mein Leben habe entschieden, kann und werde mir nicht alles bieten lassen, Krititk üben und immer daran erinnern, es könnte auch Dich in irgend einer Form treffen. Nur wer bestimmt die Härte, den Ort und den Zeitpunkt in Deinem Leben?

Keine der 55 Krankheiten ist beliebt, oder wem gefällt krank zu sein, gesunden wird keiner aus dem Leiden hervorgehen. Dafür helfen schon Pharmaindustrie und Politik!
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