Einziger Unterschied: Die DVD zu Teil 2 (eigentlich V- The final Battle)ist optisch noch ein wenig schicker aufgemacht. Bei dem günstigen Preis absolut überraschend und einfach nur klasse!!
Diese Miniserie sah ich bei der ersten Ausstrahlung in England. Obwohl ich nur die Hälfte verstand, war ich begeistert und konnte es kaum erwarten, bis sie auch im deutschen TV kam.
Da viele der jüngeren die Serie vermutlich gar nicht kennen, hier einige Worte zum Inhalt.
V - Die Außerirdischen Besucher Teil 1 und 2 ist die moderne SciFi-Adaption des bekannten Werkes von Bertholt Brecht "Furcht und Elend im Dritten Reich".
(Bei der englischen Austrahlung wurde dementsprechend auch immer zuerst die Widmung an die Opfer des Dritten Reichs eingeblendet, was bei der Ausstrahlung in Deutschland - und auch auf der DVD leider fehlt. Wer hier wem nicht auf die Füße treten wollte, will ich lieber erst gar nicht wissen ... Sehr bedauerlich, denn dadurch wird dieses hintergründige Meisterwerk nach außen hin auf das Niveau einer bloßen SciFi-Unterhaltung reduziert. Dabei wird dem Zuschauer hier so viel mehr geboten - nämlich eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nach dem Motto, daß man immer wachsam sein muß, da es bereits heute - oder eben in einer nahen Zukunft wieder passieren könnte.)
Außerirdische, die wie Menschen aussehen, kommen auf die Erde. In friedlicher Mission, wie sie behaupten, um ihr Wissen mit der Menschheit zu teilen. Sie errichten eine Botschaft, gründen für begeisterte Jugendliche den Verein "Junge Freunde der Außerirdischen" und bieten großzügige Hilfe im Kampf gegen alle bekannten Krankheiten an. Nach und nach beginnen die militärisch straff organisierten Außerirdischen unter Führung ihres Oberkommandanten John und der Chef-Wissenschaftlerin Diana, der eigentlichen Herrin (hervoragend gespielt von Jane Badler) alle Bereiche des menschlichen Lebens auf der Erde zu infiltrieren. Schon bald hängt ihre Fahne (die nicht umsonst ein angedeutetes Hakenkreuz-Symbol trägt), überall. Doch es gibt auch Menschen, die der Freundlichkeit der fremden Gäste mißtrauen; insbesondere da diese jeglichen Kontakt mit menschlichen Wissenschaftlern vermeiden. Als ein Attentat auf die Botschaft der Besucher verübt wird, beginnt die Jagt auf alle menschlichen Wissenschaftler, von denen die Besucher behaupten, sie wären für das Attentat verantwortlich und wären Feinde der Menschheit, da sie gegen die Freundschaft mit den außerirdischen Wohltätern wären. Bald fliegen die ersten Steine in die Fenster der Wissenschaftler; sie und ihre Familien werden von aufgehetzten Mitmenschen beschimpft, bedroht und denunziert. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze, niemand will etwas mit ihnen zu tun haben. Die Besucher beginnen, mit Billigung und Unterstützung der Erden-Regierungen, menschliche Wissenschaftler systematisch zu Verhören abholen zu lassen und in "Schutzhaft" zu nehmen. Immer mehr Wissenschaftler und Menschen, die zu ihnen halten, verschwinden auf geheimnisvolle Weise. Unter Führung der Ärztin Julie (Fay Grant)beginnt sich der menschliche Widerstand ganz langsam zu organisieren. Es kommt zum verzweifelten Kampf nicht nur um die Wissenschaftler, sondern um die ganze Menschheit; denn die Pläne, welche die Außerirdischen für die Menschheit verfolgen, sind grauenhaft. So grauenhaft, daß nicht alle Besucher damit einverstanden sind ...
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Natürlich muten die Tricks aus heutiger Sicht ein wenig verstaubt an - immerhin hat diese Miniserie schon fast 20 Jahre auf dem Buckel. Doch das aktuelle Thema und seine grandiose Umsetzung sind alterslos. Die Darsteller agieren talentiert und überzeugt. Und die Story besticht durch ihren Tiefgang. Normale Menschen, die in der Not über sich herauswachsen. Menschen, deren niedrigste Instinkte hervorbrechen. Menschen, die sich manipulieren und zum begeisterten Werkzeug einer militärischen Diktatur machen lassen. Außerirdischen, die am Sinn der Mission zweifeln und sich gegen ihr eigenes Volk wenden. Alles wird glaubwürdig erzählt. Diana und Julie sind beide sehr starke Protagonistinnen. Heute mag es keinen überraschen, aber damals war es eine kleine TV-Sensation, daß beide Seiten von Frauen angeführt werden. Aber auch die anderen Charaktere sind ausgezeichnet besetzt. Die Dialoge sind stimmig und die Handlung spannend und dabei nachdenklich stimmend.
Die DVD überrascht mit einem brillanten Bild. Der Ton läßt zwar zu wünschen übrig, aber damals wurden Fernsehserien halt nicht in Dolby Surround gedreht - und für den fairen Preis kann man wirklich nicht meckern.
Fazit:
Für alle alten Fans ein absolutes Muss - und allerwärmstens Denjenigen zu empfehlen, die "V" noch nicht kennen.
Evtl. Ähnlichkeiten mit "Independence Day" gehen zu Lasten des Kinofilms, der eindeutig bei "V" abgekupfert hat - die Mutterschiffe gleichen sich zumindest wie ein Ei dem anderen. Aber damit hat es sich schon. Die Miniserie liefert intelligente Dialoge und eine hintergründige Handlung, anstatt stumpfer Action. Nicht ein Präsident, der patriotische Reden schwingt, und furchtlose Kampfpiloten sind die Helden, sondern normale Menschen, die einfach nur überleben wollen. Die Einblicke in die Kultur der Außerirdischen, ihre Methoden - und ihre internen Machtkämpfe, runden die Miniserie ab.
Ein unerreichtes Meisterwerk!!!