Die Häuser sind neben den Tierkreiszeichen und den Planeten das wichtigste Grundelement der Astrologie. Umso verwunderlicher ist es, dass man in vielen einführenden Werken über diese "Verwirklichungsebene" nur relativ grob und oberflächlich informiert wird. Man lernt zu jedem Feld den Planetenherrscher sowie Bedeutungsschlagworte, etwa dass dem zweiten Haus Geld und Besitz und dem neunten weite Reisen und dem elften Gruppen und Freunde zugeordnet sind, und mit diesem holzschnittartigen Wissen begnügen sich viele Horoskopinterpreten.
Im Huberschen Modell der psychologischen Astrologie werden die Häuser, ermittelt nach dem Koch-System, als gesondert zu betrachtende Analyseebene aufgefasst, und sie erhalten dadurch das Maß an Aufmerksamkeit, das ihnen zukommt. Die 12 Felder werden, ausgehend von der Hauptachsen-Einteilung des Kreises in die Quadranten, sowohl in ihrer Raumlage (oben, unten, links, rechts), in ihrer Achsenfunktion (gegenüberliegende Häuser), als auch in ihrer Zugehörigkeit zu den Kreuzen (kardinal, fix, flexibel) interpretiert. Man hat es hier nicht mit einer bloßen Sequenz unterschiedlicher "irdischer" Themen, sondern mit einem vielfach verwobenen und aufeinander bezogenen Ganzen zu tun. Diese ganzheitlich-dynamische Sichtweise führt zwangsläufig auch dazu, scharfe Grenzen zwischen den Feldern abzulehnen und stattdessen sowohl innerhalb der einzelnen Häuser als auch zwischen ihnen Bereiche und Übergänge zu definieren.
Der Leser erkennt schnell, dass ein tieferes Verstehen der Ganzheit des Häusersystems wie auch eine Betrachtung der inneren Dynamik jedes Feldes neue Wege zur fundierten Deutung eines Geburtshoroskops eröffnet. Es werden treffsichere Einschätzungen möglich, welche Potenziale eines Geburtsbildes vorrangig verwirklicht und welche nur indirekt gelebt werden können.