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Die andere Seite des Mondes: Künstlerinnen der Avantgarde
 
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Die andere Seite des Mondes: Künstlerinnen der Avantgarde [Gebundene Ausgabe]

Susanne Meyer-Büser
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 1 (12. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 383219391X
  • ISBN-13: 978-3832193911
  • Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 23,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 402.376 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein wunderschöner Band nachgespürt, abgebildet und essayistisch begleitet werden die Verbindungen, Freundschaften, offenen und unterirdischen Resonanzen von acht Frauen, die zwischen den Weltkriegen im Zentrum der europäischen Kunstbewegungen standen. DIE ZEIT Die Lektüre des prächtig ausgestatteten Ausstellungskataloges sei heftig empfohlen. CULTURMAG

Kurzbeschreibung

Die andere Seite des Mondes erzählt von acht Künstlerinnen, die die ästhetischen Neuerungen im Europa der 1920er und 1930er Jahre maßgeblich mitprägten. Das zeigt sich in vielen Medien und Richtungen: Malerei, Fotografie, Collage, Film, Skulptur, vom Dadaismus über den Konstruktivismus bis hin zum Surrealismus. Durch ihr hohes künstlerisches Niveau, ihre zielstrebige Kontaktsuche und unbedingtes Engagement vernetzten sie sich stets im Zentrum der Avantgarde. Einige der Künstlerinnen waren eng befreundet, andere kannten sich durch ihre Werke. Die faszinierenden, zumeist noch unbekannten Wege und weiten Netzwerke dieser Frauen zeichnet das Buch nach.
In enger Verbindung von Leben und Werk macht dieser Katalog die vielschichtigen Korrespondenzen und Verwandtschaften in den Werken der Malerinnen, Collagistinnen, Designerinnen, Fotografinnen, Filmemacherinnen und Bildhauerinnen sichtbar. Damit wird aber auch ein ganz neues Licht auf die künstlerische Entwicklung dieser Jahre geworfen.
Künstlerinnen: Claude Cahun (1894-1954); Sonia Delaunay (1885-1979); Germaine Dulac (1882-1942); Florence Henri (1893-1982); Hannah Höch (1889-1978); Katarzyna Kobro (1898-1951); Dora Maar (1907-1997); Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) Aus dem Schatten geholt: Die Künstlerinnen der Avantgarde Frauennetzwerk Ausstellung: Die andere Seite des Mondes, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 Grabbeplatz, Düsseldorf, 22. Oktober 2011bis 15. Januar 2012 (anschließend Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark, 10. Februar bis 28. Mai 2012)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geschmackvoll 22. November 2011
This book shows the work of eight less known German avant-garde female artists from the 1920's and 1930's. Although their names mostly do not show up in regular documentaries about this remarkable in-between-two wars-period, they certainly deserve to be remembered.

Just sit back, relax, and enjoy their art in this fine book. An art always in excellent taste, with unrestricted ways of expression due to the clear instability of the era.

Kunst Sammling Nordrhein Westfalen did a great job by organizing the exhibition to which we owe this book.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
DIE ANDERE SEITE DES MONDES ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und dem Louisiana Museum of Modern Art im dänischen Humlebaek. Im Mittelpunkt stehen acht Künstlerinnen, die einst in den 1920er und 1930er Jahren zur Avantgarde gehörten. Die Zwischenkriegszeit war geprägt von neuen Denkweisen, was sich nicht zuletzt in der Kleidung und den Frisuren zeigte. Ein neuer, unabhängiger Frauentyp fernab der Traditionen machte auf sich aufmerksam. Gezeigt werden fast 240 Arbeiten aus unterschiedlichen Richtungen. Dadaismus, Konstruktivismus und Surrealismus sind darunter. Man findet Collagen und Malerei, Fotografie, Filme und Skulpturen. Eine vielseitige Auswahl.

Die hier präsentierten Künstlerinnen waren nicht nur in Deutschland, sondern international bekannt. Paris war gewiss ein Sammelpunkt. 1925 fanden dort die Ausstellungen L'ART D'AUJOURD'HUI und EXPOSITION INTERNATIONALE DES ARTS DÉCORATIFS ET INDUSTRIELS statt. Die kosmopolitischen Künstlervereinigungen CERCLE DE CARRÉ und ABSTRACTION-CRÉATION wurden dort gegründet. Aber auch im Osten, in Prag, Warschau, Lódz fand man Vertreter der Avantgarde.

Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) gehörte zunächst zum Kreis um Hugo Ball und Hans Arp. Sie trat im Cabaret Voltaire auf und erfand den dadaistischen Tanz. Interessant ist, dass sie schon in jungen Jahren Vater und Mutter verlor, und auf sich selbst gestellt war. Sie war Malerin, Grafikerin und Kunsthandwerkerin. Im "Windschatten" (29) ihres Mannes Hans Arp gelang es ihr Kontakte zu knüpfen und ihre Vorstellungen von Kunst voranzutreiben. Gezeigt werden von Sophie Taeuber-Arp unter anderem Webarbeiten, Malerei, Skulpturen aus Holz und Metall. Auffallend sind die geometrischen Muster. Besonders faszinierend fand ich die weiß bemalten Holzreliefe. Daneben findet man Gemeinschaftsarbeiten von ihr mit Oscar Dominguez, Marcel Jean und ihrem Mann Hans Arp: Collagen, die den Namen 'Köstlicher Kadaver' tragen.

Hannah Höch (1889-1978) aus dem thüringischen Gotha. Schon mit acht Jahren fertigte sie ihre erste Collage. 1912 nimmt sie eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Berlin-Charlottenburg auf. Während des Krieges beginnt sie für den Ullstein-Verlag zu arbeiten. Arbeitet an Holzschnitten. Kommt mit der Dada-Gruppe in Berührung und spielt innerhalb der Bewegung eine wichtige Rolle. Ihre Arbeiten sind nun vor allem von Fotografien und fotografischen Reproduktionen geprägt. 1919 nimmt sie an der ersten Dada-Ausstellung in Berlin teil. 1920 an der Ersten Internationalen Dada-Messe. 1929 die erste Einzelausstellung in Den Haag mit Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen, allerdings ohne Fotomontagen. 1932 muss eine Ausstellung von ihr in Dessau abgesagt werden, da die Nationalsozialisten ihre Schule schließen. Als sie aufgefordert wird, ihre Unterstützung für den Nationalsozialismus zu bekunden, tritt sie aus der betreffenden Berliner Künstlervereinigung aus. Ihre Fotomontagen sind faszinierend. Ob es DIE STARKEN MÄNNER oder VON OBEN ist. Auch das Titelbild des Kataloges, die SIEBENMEILENSTIEFEL stammt von ihr. Genial!

Claude Cahun (1894-1954) wird als Lucy Renée Mathilde Schwob in Frankreich geboren. Als sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung während der Dreyfus-Affäre schikaniert wird, schicken ihre Eltern sie für zwei Jahre nach England. Nach der Rückkehr beginnt sie zu schreiben und zu fotografieren. Während des Krieges ist Claude Cahun als Widerstandskämpferin aktiv. Erstellt und verbreitet antideutsche Flugblätter. Ihre Tarnung als kranke alte Dame in schwarzer Kleidung funktioniert. Erst im Juli 1944 wird sie verhaftet. Hat jedoch Glück, da das Todesurteil nicht vollstreckt wird.

Sonia Delaunay (1885-1979) wird als Sarah Stern in der heutigen Ukraine geboren. Ihr Vater ist Arbeiter in einer Nagelfabrik. Damit sie eine gute Ausbildung erhält, wird sie mit fünf Jahren zu ihrem Onkel, einem wohlhabenden jüdischen Rechtsanwalt in St. Petersburg, gegeben. Ein Bekannter ihres Onkels, der Maler Max Liebermann schenkt ihr 1899 ihren ersten Malkasten. Sie lernt den Holzdruck und Radiertechniken, was später für ihre Stoffentwürfe und Lithografien wichtig sein wird. Ihr erstes abstraktes Werk ist eine Patchworkdecke. Eine Wiegendecke für ihren 1911 geborenen Sohn Charles. Bucheinbände und Einrichtungsgegenstände werden von ihr gestaltet. Sie malt. Als die russische Revolution ausbricht, befindet sie sich in Spanien. Den Lebensunterhalt verdient sie sich mit ihren Designentwürfen. Später zieht sie mit ihrem Mann nach Paris. Zu ihren Modekunden zählten Gloria Swanson, Nancy Cunard und andere. In der Weltwirtschaftskrise muss sie ihr Unternehmen schließen, entwickelt jedoch weiterhin Stoffentwürfe. Sie gibt Unterricht und konzentriert sich wieder auf die Malerei. Den Krieg verbringt sie im unbesetzten Südfrankreich, wo ihr Mann an Krebs stirbt.

Germaine Dulac (1882-1942), die französische Stummfilm-Pionierin. Ihr erster größerer Erfolg ist im Jahr 1918 Âmes des fous. Ihre Filme thematisieren feministische Gedanken ebenso wie ethische Fragestellungen und gesellschaftliche Verfolgung. Die Zusammenarbeit mit dem surrealistischen Dichter Antonin Artaud gipfelte in dessen angeblicher Frage, ob Madame Dulac eine Kuh sei? Was einen Skandal bei der Premiere von La coquille et le clergyman verursachte. Dieser Film galt übrigens als erster surrealistischer Film: ein Kino der Andeutung.

Florence Henri (1893-1982): geboren in New York. Die Mutter verliert sie mit zwei Jahren. 1905 kehrt sie mit ihrem Vater nach Europa zurück, wo er zwei Jahre später stirbt. Mit 14 Jahren ist Florence Vollwaise. Ein Treuhandfonds stellt zumindest ihre finanzielle Ausstattung sicher. Das Mädchen (oder soll ich sagen, die junge Frau) zieht nach Rom zu Verwandte. Durch ihren Onkel Gino Gori lernt sie Vertreter der Avantgarde und Künstler kennen. Später wird sie erst nach England, dann nach Berlin und Paris ziehen. Ein Klavierstudium, danach das Studium der Malerei, gelegentliche Besuche bei ihrem Onkel in Rom. Verheiratet war sie übrigens mit einem Schweizer, Karl Anton Koster, durch den sie auch die Schweizer Staatsbürgerschaft erlangte. Ein bewegtes, ein umtriebiges Leben. Ihr Grab findet man auf dem bekannten Pariser Friedhof Père Lachaise.

Dora Maar (1907-1997), die als Henriette Markovitch in Paris geboren wird. Als sie drei Jahre alt ist, zieht die Familie nach Buenos Aires um. Die Rückkehr nach Paris erfolgt erst 1926. Ihr Metier ist die Fotografie. 1932 wird erstmals ein Werk von ihr in der Zeitschrift ARTS ET MÉTIERS GRAPHIQUES veröffentlicht. Eine Einzelausstellung sowie eine Gruppenausstellung folgen. Schwerpunkte ihres Schaffens sind die Modefotografie und Porträtaufnahmen. 1937 macht sie eine Fotoserie von Pablo Picasso während dieser an Guernica arbeitet. Die folgenden Jahre sind von einer außergewöhnlich engen Partnerschaft der beiden geprägt. Die Beziehung wird erst 1943 beendet, als Picasso Françoise Gilot kennen lernt.

Katarzyna Kobro (1898-1951), die im Revolutionsjahr 1917 an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur ihr Kunststudium aufnahm. Staatsbürgerschaftsprobleme machen ihr zu schaffen. Sie gehört mehren Künstlervereinigungen an, unter anderem der von Kubisten, Suprematisten und Konstruktivisten neu aufgebauten Gruppe BLOK. Nach dem Krieg wird sie wegen Verleugnung ihrer polnischen Staatsbürgerschaft zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, danach allerdings begnadigt. Kurz darauf stirbt sie. Während ihre Skulptur ToS 75-Struktur aus dem Jahre 1920 einem Haufen Schrott gleicht ;) erinnern mich ihre Raumkompositionen an Mondrian. Bedauerlich ist, dass einige ihrer Kunstwerke während des Krieges zerstört wurden. Einige Holzskulpturen hat sie Anfang 1945 selber verbrannt, um Essen für ihre Tochter kochen zu können.

Die Textbeiträge in diesem Buch betonen die Querverbindungen zwischen den acht Damen: zum Beispiel Sophie Taeuber-Arp und Florence Henri als Netzwerkerinnen in Paris; Sophie Taeuber-Arp und Hannah Höch; Claude Cahun und Dora Maar und der Surrealismus, Sonia Delaunay und Sophie Taeuber-Arp - zwei Pionierinnen.

Abgeschlossen wird das Buch durch ausführliche chronologische Lebensläufe der acht Künstlerinnen.

Mein Fazit:

Acht spannende Lebensläufe.
Faszinierende Bilder, Skulpturen und mehr.
Empfehlenswert!

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Man kann die Ausstellung noch bis zum 15. Lesen Sie weiter... ›
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