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Alfred Kubin
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 308 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (18. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518224441
  • ISBN-13: 978-3518224441
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 188.304 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alfred Kubin
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mit Alfred Kubins Roman Die andere Seite aus dem Jahr 1909, versehen mit 52 Zeichnungen des Verfassers, legt Suhrkamp einen Klassiker der schwarzen Moderne wieder auf. Kubins apokalyptische Traumvision wirkte stilbildend auf die Prager Szene sowie den Expressionismus. Und wenn die österreichische Gegenwartsliteratur wieder einmal halluziniert (von Ransmayr über Schrott zu Glavinic), hat meist Kubin Pate gestanden.«

(Andreas Breitenstein Neue Zürcher Zeitung )

»1909 erschien der erste fantastische Roman der deutschen Literatur: »Die andere Seite« des genialen Zeichners Alfred Kubin. Das Buch ist jetzt in einer feinen Ausgabe mit den Illustrationen des Meisters selbst neu herausgekommen. Ich habe es gerade wieder gelesen und musste mich dabei immer wieder daran erinnern, dass das hundert Jahre alt ist. »Die andere Seite« ist noch taufrisch und beileibe nicht nur etwas für Liebhaber der Fantastik. Schade, dass Kubin es bei diesem einen Roman belassen hat.«

(kreuzer )

»Man hat dieses Buch, diesen großen, düsteren Klassiker der phantastischen Literatur, oft auch als Vorwegnahme der Schrecken des 20. Jahrhunderts gelesen. Aber seine seltsam prophetische Eigenschaft scheint doch immer noch zu gelten. Heutzutage könnte man es auch als Kommentar zur Selbstverwirklichung in der Virtualität verstehen. Wie man es auch interpretieren wird: Dieses Buch ist ein Solitär, ein Werk, das - literarisch wie bildlich - die Quellen der künstlerischen Imagination aufsucht und zu erschreckenden und bis heute faszinierenden Ergebnissen kommt.«

(Katharina Döbler Deutschlandradio Kultur )

»Noch hundert Jahre nach seinem Erscheinen hat dieses Buch nichts an Qualität und Dringlichkeit verloren. Ganz im Gegenteil - vielleicht können wir es heute besser dennn je verstehen und von dieser Bildwelt lernen. Schließlich hätte Sigmund Freud auch niemals die Erfindung der Psychoanalyse wagen können, wenn es nicht Bücher wie dieses gegeben hätte.«

(Marica Bodrozic )

»Solche Bücher werden gebraucht in Zeiten des Epochenwandels: Romane von visionärer Kraft, die weiter blicken, weil sie tiefer schürfen. Die vor Irrwegen warnen, weil sie Utopien entlarven. ... Der Charme dieses Buches liegt darin, sein Alter vergessen zu lassen, so klar nimmt es Entwicklungen vorweg. Wenn wir es lesen wie gestern geschrieben, dann können wir den Wahnsinn von Verdun erkennen, das brennende Dresden, den Untergang des Bösen im Bunker, Stasistaat, Scientology und die Weltpolizei im Dienste von Demokratie und Kapital. Mit den Augen des frühen 21. Jahrhunderts liest es sich wie eine Endzeitvision von beklemmender Aktualität.« 

(Jürgen Neffe Die Zeit )

»Das eigentlich Phantastische an diesem bildgewaltigen hundertjährigen Klassiker phantastischer Literatur ist seine unendliche Biegsamkeit: Man kann diesen Roman lesen als subjektive Grenzerfahrung, als brachiale, traumwandlerische Triebentleerung, als Studie über Depression. Man kann ihn freilich lesen als Text seiner Zeit, als Ausdruck jener typischen Jahrhundertwendenerschöpfung durch (zu viel) Zivilisation, in welcher nun der expressionistische Kraftmensch protzt und schwächelt. Dann wieder schwingt Systemkritik mit.«

(Anja Hirsch )

»Alfred Kubins einziger Roman erschien bereits 1909; seine prophetischen Qualitäten wurden jedoch erst mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs deutlich. ... 100 Jahre spätern könnte man erneut versucht sein, Kubins »phantastischen« Roman, der sowohl Expressionisten wie auch Surrealisten begeisterte, als bizarre Vorwegnahme zu deuten. Diesmal allerdings im Zeichen einer Finanzkrise, die die Fantastilliarde zur allgegenwärtigen Größenordnung macht.«

(Oliver Pfohlmann )

»Dieser fantastische Roman hat in den letzten 100 Jahren kein bisschen Staub angesetzt. Auch wenn die Zeitungen sich überschlagen mit der visionären Kraft von der die Geschichte nur so strotzt – fasziniert mich, dass es eine brillante Story ist, die damals und jetzt funktioniert und begeistert. Wer fantastische Literatur mag, sollte sichergehen, dass auch Kubin in seiner Sammlung nicht fehlt.«

(highlightzone.de )

Kurzbeschreibung

Eines Tages erhält der Erzähler überraschend Besuch, der ihm verkündet: »Claus Patera, absoluter Herr des Traumreichs, beauftragt mich als Agenten, Ihnen die Einladung zur Übersiedelung in sein Land zu überreichen.« Er folgt der Einladung des Schulfreundes Patera in dessen irgendwo im Inneren Asiens gelegenes Traumreich, das in Wirklichkeit ein Überwachungsstaat ist, und verbringt dort drei Jahre - bis zur völligen Zerstörung des Reichs in einem apokalyptischen Kampf Pateras gegen den Amerikaner Herkules Bell. Es ist ein Krieg des Bösen gegen das Gute, wobei sich herausstellt, daß das eine vom anderen nicht zu unterscheiden noch zu trennen ist.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von monice
Format:Taschenbuch
Ein Zeichner wird von einem Schulfreund in das neugeschaffene Traumland eingeladen. In diesem Land herrscht der unermeßlich reiche Freund als Herrscher. Der Zeichner und seine Gattin wollten ohnehin ins Ausland und fahren nach Zentralasien, wo das Musterländle sich befindet.

Schon an der Grenze wundern sie sich über die Mauer, die das Reich abschirmt. Im Reich selbst fügen sie sich bald ein. Die Wunderlichkeiten des Landes nehmen sie hin. So gibt es eine seltsame "Uhr-Zeremonie", deren Sinn zwar niemand begreift, die aber alle Einwohner geradezu zwanghaft wiederholen. Je länger der Zeichner mit seiner Gattin dort verweilt, desto antriebsloser werden beide. Das ist kein Wunder, denn Neues zu entwickeln, von der Idee bis zur Ausführung, ist im Traumland verboten. Es fehlt im Traumland jedes Ziel.

Schließlich wird das Leben zum Alptraum, ohne daß es einen direkten Grund gäbe.

Der Held dringt in den Palast des Freundes vor und entdeckt, daß alle Einwohner des Landes nur Figuren in einem Traum sind. Diese Tatsache scheint aber immer weniger für den Helden selbst zu gelten, ebensowenig für einen geheimnisvollen Amerikaner, der schließlich mit ein Grund für das Ende des Traumlands ist.

Außerdem gibt es noch eine geheimnisvolle Bevölkerungsschicht, die sich ebenfalls als immun erweist.

Das Buch ist eine Parabel auf - ja, worauf denn? Mir kam zuallererst das alte Testament in den Sinn. Die Schöpfung, in der keine Entwicklung gestattet ist, wird vom Paradies zur Hölle. Den einzigen Weg zur Weiterentwicklung bildet der Teufel, doch führt sein Weg über die Zerstörung des Paradieses und über die Zerstörung Gottes.

Daß der Zeichner selbst überlebt, hat er allein seinem trotz allem nicht einzuschläfernden Geist, seiner Phantasie und seiner seelischen Kraft zu verdanken. Der Held des Buches wird auch nicht Anhänger des Amerikaners - er ist in der Lage, aus der Zerstörung des Paradieses letztlich unschuldig einen neuen Anfang zu wagen, und zwar ohne Gott und ohne Teufel.

Ob diese Deutung auch nur in Ansätzen richtig ist, wage ich nicht zu sagen. Insgesamt erinnert die Atmosphäre des Buchs an die des Lieds "Hotel California" - mit dem Augenmerk auf der Zeile: "we are all just prisoners here of our own device".

Die Sprache des Buchs ist wie Marzipan für den geplagten Leser moderner, alltagssprachlicher Bestseller. Die Ausgabe ist nicht illustriert, was schade ist - Kubins Zeichnungen hätten sich sicherlich sehr zur Illustration geeignet.

Sehr empfehlenswerter Lesestoff für alle, die wirklich gute phantastische Literatur und nicht nur "Fantasy" lesen wollen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Umarmungen des Todes 9. Oktober 2002
Von Matthias
Format:Taschenbuch
Als ich in Wien eine Ausstellung über Alfred Kubin besuchte, gefielen mir seine Schwarzweiß-Zeichnungen sehr: dunkel, mysteriös, phantasievoll und dennoch wahrhaft. Dort wurde ich auch aufmerksam auf sein Buch, das ich dort sofort gekauft habe. Und in der Tat, das Buch ist genauso phantastisch und dunkel, wie seine Zeichnungen. Kubin erzählt eine Geschichte über ein Traumreich irgendwo in Asien, wo viele Menschen überredet (eingeladen) wurden dorthinzuziehen; und sie folgten dem Ruf des Traumreiches, der Truamstadt, ihres Präsidenten Patera und nannten sich Traumstädter. Vergleichbar mit der Suche des Menschen nach dem verlorenen Paradies. Dass dieses Paradies langsam zerbröckelt und durch die Traumstädter selbst zerstört wird, fasst Kubin auf einer Seite in seinem Epilog zusammen: es ist der Tod, der unaufhaltsam aber sicher jedes Leben zu sich holt und er gewinnt immer, hat aber mit seinem größten Widersacher, dem Leben, zu kämpfen.

Ein zwar phantastisches aber dennoch philosophisches Werk. Quälend und ermüdend fand ich nur die Beschreibung des Untergangs des Traumreiches. Ab etwa der Mitte seines Romans erzählt Kubin in größtem Detailreichtum all die Schrecken, Übel, Krankheiten und Todesmartern, die sich über die Stadt bis zu ihrer vollkommenen Zerstörung ergießen, um erst auf der letzten Seite auf den Punkt zu kommen: alles auf dieser Erde hat zwei Gegenpole: Leben (Aufbau des Traumreiches) und Tod (Untergang), Tag und Nacht, Licht und Schatten, Liebe und Haß.

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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In Alfred Kubin's phantastischem Roman, der den Untergang des Traumlandes hinter den Bergen von Samarkand beschreibt, findet man augenblicklich Parallelen zu zahlreichen Prophezeiungen der Geschichte, die das Ende der Welt voraussagten. Aber auch philosophisches Gedankengut ist in seiner Traumland-Utopie im Spiel und mystische und buddhistische Denkfiguren wurden eingefügt. Zwischen die Beschreibung des schleichenden Verfalls des Traumlandes und dem eigentlichen Untergang, in der Balance zwischen Natur und Mensch, ist ein verwirrter Traum im Rausch von Alkohol und Drogen montiert, der in seiner makaber - komischen Art an Bildelemente eines Hieronymus Bosch erinnert. Und tatsächlich gibt es ähnliche Zeichnungen von Alfred Kubin: Schweine mit Heiligenschein, Häuser mit großen Ohren, Vulkane, aus denen Blutfontänen entspringen... Mit der Devise: Freiheit, Gleichheit, Bürgerlichkeit" scheint es, daß Kubin die Phase des spätbürgerlichen Kapitalismus zu parodieren sucht. „Die andere Seite" ist die einzige größere literarische Arbeit Alfred Kubin's, der den meisten nur als Grafiker und Zeichner bekannt ist. Auch dieses Buch ist von ihm, mit zum Teil sehr düsteren Zeichnungen, reich illustriert. Dieses großartige Buch fesselt in seiner Eigenart und fasziniert bis in die Träume hinein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Die neuesten Kundenrezensionen
im Seminar durchgenommen
Nachdem ich nicht mal eine Woche Zeit hatte, das Buch komplett für ein Seminar zu lesen, hatte ich anfangs ein bisschen Angst es zu schaffen. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Marina S. veröffentlicht
Kubins Abgründe kurz vor dem Ende der K. und K. Monarchie
Es ist schon viel hinein geheimst und hinein interpretiert worden, in Alfred Kubins einzigen Roman "Die andere Seite".
Manches davon ist peinlich. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Uta Bayer veröffentlicht
ein wirklich fantastischer roman!
dieses buch ist ein lesemuss für jedermann! nicht nur ein einfaches märchen für erwachsene, es regt gleichermaßen zum nachdenken an... Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von davux veröffentlicht
Auf die Illustrationen achten !
Zu dem Inhalt ist hier schon ausführlich geschrieben worden,
man sollte aber darauf achten eine Ausgabe mit den 52 Zeichnungen des Autors zu erwerben, da diese ein... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von visualist veröffentlicht
Phantastische Literatur
Kubins einzigster Roman und ich muss sagen er hat mir sehr gut gefallen. Fast autobiographisch beschreibt er das Leben eines Künstlers im Traumreich von Claus Patera. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. April 2010 von Sebbel
phantastisch deprimierend mit rassistischem Einschlag
Die Idee des phantastischen Romans ist deutlich,die Handlung im Ablauf psychologisch interessant, aber mit rassistischen Gedanken durchsetzt, die es mir schwer gemacht haben, den... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. September 2009 von Heino Jessen
wirklich gut
Das Buch ist sehr interessant, wenngleich ich zum besseren Zugang Interpretationen und Biografisches von Kubin benötigte. Lesen Sie weiter...
Am 19. Juli 2009 veröffentlicht
Eine Chiffre für das Böse
Als ich "Die andere Seite" zu lesen begann, war ich anfangs etwas enttäuscht. Das Buch beginnt mit einem träumerischen Märchen, dem doch immer irgendwie die Groteske... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. September 2008 von tk
Nicht nur der Roman ist einer der besten aus diesem Genre...
Ich habe vor sehr vielen Jahren rein zufällig die filmische Adaption des Romanes unter dem Titel : " Traumstadt " ( Regisseur Johannes Schaaf )gesehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. August 2006 von De La Motte Wolfram
Der Demiurg ist ein Zwitter
In das Zwielicht eines bizarren Traumreiches mit einer ebenso bizarren Hauptstadt "Perle", worin ein undurchsichtiger Diktator über seine Untertanen, die Träumer,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2005 von Werner Fletcher
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