Der Psychologe und Psychotherapeut Ulrich Dehner bietet uns einiges. Aber lästige Arbeitskollegen kann auch er uns nicht vom Hals schaffen. Nicht dass Dehner die Psychologie neu erfunden hätte. Auch wenn dieser Eindruck mangels Literaturangaben entstehen könnte. Die fehlenden Verweise auf den theoretischen Hintergrund sind ein Makel. Denn zur Transaktionsanalyse und ihren Varianten gibt es ausgezeichnete Bücher, die Dehners Thesen grafisch veranschaulichen. Als Kommunikationstrainer sollte der Autor um die Kraft des Visuellen wissen und seinen Lesern oder Zuhörern anbieten. Bildhaft ist glücklicherweise die Sprache, weil Dehner sich nicht vor saloppen Formulierungen und starken Metaphern scheut. Das eigene Vorstellungsvermögen wird auch durch die praxisnahen Beispiele aus dem Arbeitsalltag angeregt. Wer den zentralen Mechanismus des Dramendreiecks verstanden hat, wird künftig über ein taugliches Frühwarnsystem verfügen, das vor nerventötenden Rollenspielen schützen kann. Aus den Verhaltensmustern eines Verfolgers, Täters oder Opfers kann man nur ausbrechen, wenn man die Spielregeln kennt. Stress ist hausgemacht, lehrt uns Dehner im letzten Kapitel. Und nur wer sein eigenes Verhalten ändert, kann Festgefahrenes lösen. Die verhängnisvollen Muster werden dummerweise in der Kindheit verinnerlicht, so dass sie in der Regel allzu tief sitzen, um sie allein durch die Lektüre eines Buches auflösen zu können. Aber irgendwo muss man ja beginnen. Dehners Buch ist ein probates Starterkit.