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Die akademische Elite: Zur sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz
 
 

Die akademische Elite: Zur sozialen Konstruktion wissenschaftlicher Exzellenz (Broschiert)

von Richard Münch (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 474 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 2., Aufl. (20. November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518125109
  • ISBN-13: 978-3518125106
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 49.238 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Als im Oktober 2006 die Eliteuniversitäten in München und Karlsruhe gekürt wurden, sagte Annette Schavan, Deutschland könne nun mithalten im internationalen Wettbewerb. Doch wer entscheidet überhaupt darüber, wer sich zur Elite zählen darf? Ist die Errichtung universitärer »Leuchttürme« ein wirksames Mittel gegen die Hochschulmisere? Diesen Fragen widmet Richard Münch seine brisante Studie. Das Ergebnis: Viele Reformen sind kontraproduktiv, sie führen zu einer Verringerung der theoretischen Vielfalt. »Eine Forschungspolitik, die solche Strukturen stärkt, ist nicht auf der Höhe der Zeit und verpaßt die dynamisch voranschreitende internationale Entwicklung.«


Über den Autor

Richard Münch ist Professor für Soziologie an der Universität Bamberg.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erfrischend andere Perspektive, 7. Oktober 2007
Wer im aktuellen Gezerre um den richtigen Weg zur Gestaltung der deutschen Hochschullandschaft nach einer anregenden, neuen Perspektive sucht, sollte zum Buch von Richard Münch greifen. Durchaus erhellend versteht er es, aus einem soziologischen Blickwinkel die absurden Widersprüche der aktuellen Exzellenzinitiative aufzudecken. Einige seiner Kernthesen könnten wie folgt zusammengefasst werden: die deutsche Bildungspolitik folgt mehr oder weniger blind dem amerikanischen Modell, ohne dieses aber verstanden zu haben, und zerstört dabei die Stärken des deutschen Hochschulwesens; die Methoden zur Ermittlung wissenschaftlicher Qualität sind fragwürdig und werden nicht ausreichend kritisch reflektiert; und schließlich haben sich Machtstrukturen etabliert, die dazu führen, dass Geld immer wieder in die gleichen Kanäle fließt und so die bestehenden Strukturen noch verstärkt. (Der Volksmund weiß es schon lange: Der Teufel macht immer auf den gleichen Haufen.) Kreativität und Vielfältigkeit in der Forschung gehen dabei verloren. Das alles kann Münch gut belegen und lebendig darstellen.
Einzige Schwächen des Buches sind eine nicht immer ganz widerspruchsfreie Argumentation und die gelegentliche Redundanz. 50 Seiten weniger hätten womöglich keinen großen Unterschied gemacht.

Das tut dem Buch aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: während sich die Debatte in Politik und Wissenschaftsbetrieb zunehmend zu einem Einheitsbrei entwickelt, aus dem beständig die Forderung nach einem "deutschen Harvard" zu hören ist, zeigt Münch überzeugend, dass der zu beobachtende bildungspolitische Aktionismus auf falschen Prämissen beruht und die deutschen Universitäten weiter ins Abseits zu schieben droht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gelungene Kritik, 6. September 2008
Von T. Lichte - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Zur Entwarnung: Soziologische Esotherik klingt auf den ersten Seiten zwar an, weicht jedoch einem auf Wirkung bedachten, vom Furor getragenem und für Wiederholungen anfälligem Stil. Man merkt dem Text an, dass er angesichts der aktuellen Ereignisse mit heißer Nadel gestrickt ist. Die ca. 400 Seiten sind dadurch ohne große Anstrengungen zu schaffen, auch für Nicht-Soziologen wie mich. Der Autor gibt sich offenbar Mühe, das weite Spektrum soziologischer Untersuchungen zum Thema dem Fachfremden zu vermitteln. So referiert er aus einer Vielzahl von Studien, auch anhand einer Vielzahl konkreter Zahlen (in Tabellenform) oder detaillierter Statistiken. Diese argumentative Transparenz wird über weite Strecken durchgehalten und gehört zu den starken Seiten des Buchs. Daneben gesellen sich jedoch auch eher suggestive bis reißerische Passagen, die im Buch sicher ihren Platz haben sollten, nicht aber in dieser gestreuten Weise. Eine nüchterne Beweisaufnahme sollte nicht (unvermittelt) in eine extrem polarisierende Schlussfolgerung umspringen.

Eine Überarbeitung und dabei ein wenig mehr Zeit werden mit großer Wahrscheinlich die Qualität des Buchs wesentlich steigern (deshalb 4 Sterne). Doch angesichts der Aktualität des Stoffes und des Anliegens des Autors ist dieser Schnellschuss sehr gut zu verkraften, und als Einstieg in eine Reflexion des deutschen Wissenschaftsbetriebs sehr gut geeignet.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wer darf sich zur Elite zählen?, 24. Juli 2008
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Seit langem schon beschäftigt sich der Bamberger Soziologieprofessor Richard Münch mit der akademischen Elite. In seinem jetzt unter dem Titel "Die akademische Elite" erschienenen Buch untersucht und kritisiert er die aktuelle Universitätsreform in Deutschland. Er kommt dabei zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Gründung von Eliteuniversitäten kein probates Mittel ist, um die Hochschulmisere zu lösen. Er verweist in seiner äußerst explosiven Analyse darauf, dass viele Reformen nicht kontrakonfliktär sind und es deshalb vielleicht kein Zufall ist das solche Institutionen wie zum Beispiel die Eliteuniversitäten in Göttingen, Karlsruhe und München, die zukünftige Managerinnen und Manager und sonstige akademische Führungskräfte ausbilden wollen, einerseits von sich behaupten sie seien Elite, anderseits aber feststellen müssen, das keine Gruppe gesellschaftlich einen so schlechten Ruf genießt wie die Wirtschaftsbosse der führenden Unternehmen. Das ist sicher kein Zufall, denn es ist ein Schließungsprozess, bei dem sich die Elite von dem Rest der Bevölkerung abgrenzt. Auf der einen Seite ist es die Selbstdefinition als Elite, auf der anderen Seite die Einrichtung von Institutionen die Elite ausbilden sollen. Junge Leute, die zum Zeitpunkt der Ausbildung in diese Förderprogramme aufgenommen werden, erbringen zwar zum Zeitpunkt der Ausbildung keine besseren Leistungen, finden aber später mit dem Eliteetikett besseren Zugang zu entscheidenden Führungspositionen. Der Autor weißt mit Nachdruck auf die Problematik und die damit einhergehende Arroganz hin, die mit der Selbsternennung sowie solchen im Kindergarten bereits beginnenden Eliteprogrammen verbunden ist. Er vertritt die These, dass sich die gebildete Klasse abschottet, die Kinder aus der Mittelschicht und bildungsferneren Schichten bewusst oder unbewußt draußen lässt und damit bleibt die Chancengleichheit, die im internationalen Vergleich für die Idee einer Leistungselite so wichtig ist, ein verzerrtes Trugbild.
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