Ein stolzer Preis für ein Büchlein mit nur 152 Seiten! Und selbst diese 152 Seiten wurden ordentlich gestreckt: breiter Rand (oben, unten, rechts, links), 1,5-zeilig, das Vorwort vorne einmal in deutsch und (weils so schön war) am Schluss noch einmal in englisch, Leerseite, viele Wiederholungen im Text ...
Summa sumarum hätte der Inhalt wohl auch auf 20 Seiten gepasst (wenn sich dafür ein Verlag hätte finden lassen).
Nun gut, 20 Seiten können auch das Geld wert sein. Also zum Inhalt: Dieser bezieht sich nahezu ausschliesslich auf das Wertpapiergeschäft an den Börsen (dass z.B. auch der Kauf einer Immobilie eine Geldanlage sein kann, davon kein Wort). Richtigerweise müsste der Titel nicht "Die acht größten Fallen für GELDANLEGER", sondern für "BÖRSENSPEKULANTEN" heissen.
Der Autor hält schlicht ein Plädoyer für die Investition in Aktien. Diese seien langfristig jeder Staatsanleihe vorzuziehen. Wichtig dabei sei, nicht der Masse nachzulaufen, sondern abseits des Mainstreams und vorzugsweise antizyklisch zu investieren. Zum Schluss noch der Rat, sein Geld -angesichts der eigenen Inkompetenz und Emotionalität- einem nüchternen Investor (dem Autor selbst?) anzuvertrauen (das Geld anderer Leute verzockt sich anscheinend leichter als das eigene).
Das wars im Wesentlichen.
Zynisch finde ich den Hinweis, man könne von den Amerikanern lernen (immerhin seien die 100 Reichsten auf der Forbes-Liste weitgehend US-Bürger - demnach kann der Umgang mit Geld dort drüben so schlecht nicht sein). Hierfür habe ich zu lange in den USA gelebt und bitterste Armut zu sehen bekommen, um angesichts der auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich hier nicht einem Brechreiz zu erliegen.