Leo ist Mitglied eines Sondereinsatzkommandos der Polizei und stolz darauf. Bei einer Übung versagt seine rechte Hand, bei einem realen Einsatz ebenfalls - mit katastrophalen Folgen - und Leo wird in die Mordkommission zwangsversetzt. Seine Kollegin Ela hat als einsame Frau auf weiter Behördenflur mit Chauvis und Vorurteilen zu kämpfen, weiß gleichzeitig aber genau, dass ihre eventuelle Beförderung auch auf die Erfüllung einer Frauenquote zurückzuführen ist. Und dann gibt es noch die Kollegen Zander und Haffke, die beschlagnahmte Hehlerware unter der Hand weiterverschieben bzw. sich anderweitig bestechen lassen. Der Roman beschäftigt sich zunächst mit der ausführlichen Einführung dieser Personen, dann passiert ein sechsfacher Mord in einer Sauna, unter dessen Opfern auch der korrupte Haffke ist.
Alle Einzelheiten des Romans spielen bei der Aufklärung des Falles eine Rolle, was bedeutet, dass man die Geschichte am besten in einem Stück liest, um nichts zu vergessen. Wirklich rund sind die Figuren nicht, dafür konzentriert sich die Geschichte viel zu sehr auf die Zusammenführung der Handlungsstränge und auf die eigentliche Polizeiarbeit. Da mich persönlich diese Arbeit sehr interessiert, gebe ich dafür fünf Sterne. Wenn der Autor in der zweiten Hälfte des Buches genauso intensiv auf seine Figuren eingegangen wäre wie in der ersten, wäre ich auch dabei geblieben. Allerdings nimmt die Geschichte gegen Ende ein stakkatohaftes Tempo an, das weder dem Lesefluss noch der Glaubhaftigkeit zuträglich ist. Die Figuren bleiben dabei völlig auf der Strecke, und dann passiert dies noch und dann passiert das noch...das war zu viel. Es scheint, als hätte der Autor es sehr eilig gehabt, seine wirklich schlau ausgedachte Geschichte aufzulösen. Trotzdem werde ich gerne von diesem Autor noch öfter etwas lesen.