Mir hat dieses Buch sehr gefallen!
Zum einen ist es eines der spannendsten Bücher, die ich je gelesen habe - einmal angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Man weiß am Anfang nicht, worauf das Abenteuer hinauslaufen wird, weil wichtige Informationen erst im Verlauf der Handlung preisgegeben werden - gerade das macht den Reiz aus.
Zum anderen ist der Stil des Autors sehr lebendig - man fühlt sich in die Welt Tungdils und der anderen Zwerge hineinversetzt, fühlt mit ihnen; langweilig wird es eigentlich nie.
Besonders gefallen haben mir die Unterschiede der einzelnen Personen - niemand wird als perfekt dargestellt, jeder besitzt eine liebenswerte Eigenart, sei es Streitlust, Säuferei oder auch zwergenuntypische Feigheit. Im Gegensatz zum „Herrn der Ringe", der nur Gimli beschreibt, erlebt man in „Die Zwerge" alle möglichen Vertreter dieses faszinierenden Volkes.
Die Handlung insgesamt ist mitreißend - es werden verschiedene Handlungsstränge miteinander verknüpft: Die Wahl des neuen Zwergengroßkönigs, das persönliche Schicksal des Findelzwergs Tungdil, die Bedrohung des Geborgenen Landes ... schon allein die Idee eines Landes, das von Bergen völlig umschlossen und von Zwergen bewacht wird, gefiel mir sehr.
Perfekt ist das Buch nicht: Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr Hinweise werden aufgedeckt - und irgendwann ist das Ende vorhersehbar. Jedoch tut dies der Spannung keinen Abbruch - im Gegenteil; überraschende Wendungen tauchen immer wieder auf. Ansonsten hat mich nur die Vorliebe des Autors für Namen mit Akzenten aller Art genervt - aber man gewöhnt sich an alles ...
Insgesamt kann ich das Buch jedem nur empfehlen - ich finde es fantastisch und es tat mir richtig Leid, als ich mit der letzten Seite fertig war.
Zum Schluss nur noch ein Tipp:
Vorne im Buch sind die Namen aller Beteiligten aufgelistet. Ich lese Bücher immer von vorn bis hinten durch, aber diese Liste sollte man vielleicht erst nach der Geschichte an sich lesen - die Identität der Personen schon vorneweg zu kennen, nimmt doch etwas von der Spannung.
Vorne sieht man auch eine Karte des Geborgenen Landes - nur scheint jemand Norden und Süden verwechselt zu haben. Sollte jemand wie ich die Reiseroute beim Lesen mitverfolgen, muss man einfach umdenken - und die Himmelsrichtungen umdrehen.