Das Warten auf den zweiten Band des "Geheimnis von Askir" hat sich gelohnt, keine Frage. Scheinbar mühelos rollt Richard Schwartz das nächste Kapitel seiner spannenden Saga um den Krieger Havald und seine Mitstreiter aus - und enttäuscht nicht auf einer einzigen Seite. Was hebt "die zweite Legion" aus all den Fantasy-Schnellschüssen und sonstigem Post-Tolkien Plunder hervor, den man im Buchladen schnell in Händen hält?
Eine knackige, flüssig erzählte Story, die zwar langfristig angelegt ist, aber sich nie in halbherzigen Side-Plots verzettelt. Liebenswerte, unterschiedliche Charaktere, die von der ersten Seite an gefallen. Einfallsreichtum und gute Ideen. Und schliesslich etwas, was die wenigsten Fantasy-Autoren beherrschen: Eine schöne, flüssige Sprache, die immer farbenfroh und bildreich, aber nie schwülstig daherkommt. Das Ganze ist durchzogen von einer Ironie, die nicht aufgesetzt wirkt, sondern zu den Figuren passt und bestens unterhält. Perfekt! Wenn man sich eines noch wünschen dürfte, dann vielleicht, dass der Truppe um Havald nicht immer alles so leicht von der Hand geht. Natürlich gibt es hier und da Blessuren und Scharmützel, aber ernste Sorgen muss man sich zu keiner Zeit machen. Ein bisschen mehr Tragik, etwas mehr Drama, zumindest für ein oder zwei Figuren würde der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen. Denn Richard Schwartz hat es hier wirklich in der Hand, aus "nur" sehr guter Unterhaltung etwas ganz Grossartiges zu machen, das bleibt. So oder so kann man dieses Buch und seinen Vorgänger nur wärmstens empfehlen...und selber schweren Herzens warten, bis das Nächste erscheint.