Mit dem Buch 'Die Zukunft gestalten, Innovation und Evangelisation in der Kirche des 21. Jahrhunderts' rufen die Autoren Michael Frost und Alan Hirsch die Christenheit zum selbständigem Denken und Handeln auf nach dem Motto: Back to the rooths.
Die Autoren stellen mutig alles bis dahin gültige in Frage. Weg von den Kirchen, die nur am Sonntag besucht werden, hinein in den Alltag, in alle Lebensbereiche wo es dann heißt Beziehungen zu knüpfen und das Leben der Leute zu leben, die man erreichen will. Es mangelt dabei auch nicht an praktischen Vorschlägen, wie Automodellclub, Fallschirmspringen oder Kleingartenanlage. Ein weiterer Anstoß heißt: Wir sollen nicht die Leute um uns versammeln um sie zu belehren, sondern wir sollen zu ihnen hingehen und ihnen das Evangelium vorleben, so wie auch Paulus es getan hat ' in seinen Reden war er oft schwach, in der Auswirkung seines Lebens war er stark.
Anhand von Statistiken über den Lebenszyklus einer Organisation zeigen die Autoren einen Ausweg aus dem Dilemma, wenn eine Gemeinde stagniert ' man soll sich nicht zufrieden stellen mit der Addition, sondern die Multiplikation ist das Ziel für den Wachstum. Sie stellen uns die Frage: 'wie würde Ihre Gemeinde aussehen, wenn sie a) kein Gebäude mehr hätten, b) sich nicht mehr am Sonntag treffen könnten und c) keinen Pastor oder klares Leitungsteam mehr hätten?'
Viele Anregungen sind bewusst provokativ formuliert worden, wie 'Die Menschwerdung der Kirche', damit die Leser sich die Frage stellen: Wo stehen wir und wo will Gott uns haben? Oder: 'Ist ein Dosenöffner ein Dosenöffner, wenn er keine Dosen öffnen kann? Und ist eine Gemeinde noch Gemeinde, wenn sie nicht mehr wie eine Gemeinde funktioniert?'
So praktisch, wie da ganze Buch geschrieben ist, so praktisch sind auch die Tipps, wie eine erfolgreiche Gemeindegründungsarbeit im 21. Jahrhundert aussehen kann. Die Tipps sind mutig, denn sie hinterfragen nicht nur die ganze Kirchengeschichte seit der Zeit Konstantins, sondern sie wollen sie revolutionieren und uns wieder da hin bringen, wo die ersten Christen waren. Es kann sein, dass sich einige Leser an dem Stil stören werden, denn viele Tipps entstammen säkularen Quellen wie Filmen, Leitungsstrukturen in der Wirtschaft und dem Vereinsleben. Wer das Buch aber mit der Einstellung liest 'Prüft alles, das Gute behaltet!', wird einen großen Gewinn dabei haben.
Es ist ein Buch für jeden, der bereit ist, seine Kultur und Tradition in Frage zu stellen und sich neu von biblischen Prinzipien inspirieren zu lassen.
Fazit: Das Buch sollte jeder lesen, der ein brennendes Herz für die Gemeinde Christi hat.