Wer sich derart mit dem Element Wasser auseinandersetzt, Wanderungen durch die Länder unternimmt und dazu noch in einer Sprache schreibt, die eines Romanautors würdig ist, der darf sich bei interessierten Leserinnen und Lesern des Erfolges sicher sein.
Antoine Laurent de Lavoisier wird anfänglich erwähnt, aber wie!
Der Entdecker der wahren Natur des Wassers, den man während der revolutionären Schreckensherrschaft in Paris mittels der Guillotine enthauptete, ist als Name einer Insel vor der Antarktis bekannt und während der Autor im Jahr 2006 sich dort aufhält, kommt ihm der Wert der Entdeckungen dieses begnadeten Forschers wieder in den Sinn.
Wasser, zusammen gesetzt aus Wasserstoff und Sauerstoff, wird nun und zwar unter allen Aspekten, in diesem besonders interessanten Buch beobachtet, beschrieben, geliebt und gepriesen.
Nicht die Heilwässer, vielmehr das tägliche Wasser für die Massen aus einer Leitung, das war seinerzeit in Frankreich das Ziel, das ist heute als Ziel einer weltweiten, einer globalen Sichtweise notwendig, will man die Gesundheit von Menschn, Tier und Pflanze erhalten.
Dass die missachtende Verdreckung dessen, was wir in Religion, Kultur und alltäglicher Bemesseung (zumindest bei richtiger Betrachtung) als heilig betrachten, um es mal so auzudrücken, himmelschreiend ist, wenn man weiterliest, darf nicht wundern. Und auch Wein besteht zum Großteil aus diesem herrlichen Stoff und Bier ebenso, das sollte zu denken geben.
Kriege wegen des Wassers?
Wer weiß. Anstrengungen aller Art, die Wüsten zu neuem Leben zu bringen, die immer größere Mengen entstehenden Wassers durch Wolkenbildung zu Wassergewinnung zu nutzen, das Meer zu entsalzen (wohin mit dem Salz, auf den Mond?), all das wird genauestens beschrieben und zwar mit allen Vor- und Nachteilen.
Diese wirklich abenteuerliche Weltreise, die das Thema Wasser auf eindringlichste Art und Weise den Menschen nahe bringt, ist dazu bereit, das spürt man beim Lesen,
hier und jetzt zur Tat aufzurufen. Forschung und Missbrauch, so scheint es, halten sich die Waage. Wehe wenn sie auf die falsche Seite sich neigte.
Erik Orsenna rüttelt deshalb auf.