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Die Zukunft Liegt im Schlaf
 
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Die Zukunft Liegt im Schlaf

Francesco Wilking Audio CD
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

motor.de

Das erste Soloalbum von Francesco Wilking hält, was der Titel verspricht. Von federweichem Akustikpop getragen, verliert sich der Tele-Sänger in den kleinen Geschichten des Alltags. Und in denen der Liebe. Ein Frontmann muss ohne seine Band nicht zwangsläufig auffälliger klingen als mit ihr. Das beweist jetzt auch Francesco Wilkings, Kopf der Indie-Popper Tele, der seinen ersten musikalischen Alleingang so angenehm unaufgeregt angeht, wie man es von ihm gewohnt ist. Verträumt bummelt er durch die zehn Songs auf seinem Solodebüt „Die Zukunft liegt im Schlaf“. Zu niedlichem Banjogezupfe und Mundharmonikaspiel erzählt er vom überraschenden Besuch eines Lidl-Mitarbeiters, der einfach mal einen Freund zum reden brauchte („Nie ganz da“). Er lebt sein Leben im Tagtraum, nur begleitet von einer einsamen Gitarre (Titelstück). Und er schwebt schwermütig über schön-traurigem Orgel-Pop, während er die Einfachheit der Gefühle erklärt: „Ich habe eine Gitarre auf dem Rücken und ich habe Blumen für dich. Ich kann dir ein Lied singen oder es lassen. Du kannst mich lieben oder hassen dafür.“ („Ein Film über uns“). Wilking döst und singt vor sich hin. Mal zu lockerem Bossa, mal im Bluesschema oder von sanftem Country umgarnt. Text und Ton entsprechen dabei immer den Vorgaben des Albumtitels. Und am Ende steht die Erkenntnis, dass es keine Erkenntnis gibt. Auf den Punkt gebracht von Wilking selbst, wenn verwundert bemerkt: „Keine Ahnung, was das war – ich bin ein bisschen weg, ich bin ein bisschen da.“

Musikexpress, Februar 2011

Der Frontmann von Tele entdeckt den Humor.
Ja, ist anders. Irgendwie aber auch wie immer. Aber doch schon verschieden, wenn Francesco Wilking ein Solo-Album macht. Natürlich hört sich die Stimme von Tele auch auf "Die Zukunft liegt im Schlaf" immer noch genauso quengelig an. Auch grooven die Kumpelmusiker zwar entschieden akustischer, aber ähnlich entspannt wie seine Stammband. Aber in seinen Texten entwirft Francesco Wilking nun nur noch selten jenes irgendwie linke, prekär-kreative Wir, aus dessen Bauch Tele stets berichteten. Stattdessen rückt ein Ich in den Mittelpunkt.
Dieses Ich erlebt lustige Alltäglichkeiten: "Ich hatte heut' Geburtstag, zum ersten Mal seit Jahren." Das Ich lebt sehr im Hier und Jetzt: "Ich google so lange meine Symptome, bis ich weiß: ich bin wirklich krank." Vor allem hat das Ich damit zu kämpfen, dass es nicht mehr das Jüngste ist. Aber diese Erkenntnis kontert Wilking in "Ich werde alt" mit niedlichem Nihilismus: "Dann sehen wir ja, was kommt. Wahrscheinlich nichts. Aber dann nichts wie hinterher." Man merkt: Dem Ich sei Dank hat Wilking den Humor entdeckt. Der kommt ihm, selbst wenn das Ich Pause macht und sich der Sänger in "Der Minister" ums Seelenheil eines Volksvertreters sorgt, nicht abhanden. Das ist anders. Das ist gut.
Viereinhalb Sterne
Autor: Thomas Winkler

Kurzbeschreibung

Der Tele-Sänger vereint auf seinem Solodebüt Einflüsse aus Blues, Country und Bossa.

Ob in Notizbüchern, auf Hotelservietten oder auf Speicherchips - im Laufe der Zeit sammeln sich bei jedem Band-Songwriter Lieder, Textskizzen und Songfragmente an, die aus diversen Gründen nicht zur Stammband passen. Was tun? Eine Soloplatte muss her! So auch bei Francesco Wilking, Sänger von Tele. Über zehn Jahre lang hat er Texte und Ideen gesammelt, bis er sie dann endlich sichtete. Der eine oder andere Song wurde mit Feinschliff versehen, die liebsten Musiker zusammengetrommelt und im Mai 2010 zwölf Songs live mit Gesang aufgenommen.
"Die Zukunft liegt im Schlaf" ist ein vielschichtiges, sehr eigenes Album. Das Instrumentarium reicht vom Banjo über ein Harmonium bis zum Baritonsaxofon. Francesco Wilking schafft es, Vaudeville, Blues, Country und Bossa-Rhythmen so zu vermengen, dass die ursprünglichen Einflüsse kaum mehr zu erahnen sind und ein eigener Sound entsteht - und damit ein ausgereiftes, erwachsenes, eigenes Album eines fantastischen Songwriters, Sängers und Texters.

kulturnews.de

Die Tele-Mitglieder nutzen ihr Bandpäuschen, um in Kosmen fern des Rocks abzuschweifen: Bassist Jörg Holdinghausen hat mit dem Wir-Sind-Helden-Paar Pola Roy und Judith Holofernes melancholische Wintermelodien für die Skihütte gezimmert, und nun stapft Tele-Sänger Francesco Wilking durch intime Singer/Songwriter-Welten. Im Vergleich zu den gitarrenlastigen Tele-Songs sind Wilkings Melodiegeschöpfe klein und beschaulich - und schwer einzuordnen. Mal springen sie zu Jazzbeats wild im Kreis, tanzen dann zu Country und landen schließlich schunkelnd im Folk. Toll, dass Wilking die zehn Songs auf "Die Zukunft liegt im Schlaf" live aufgenommen und den Gesang nicht zusätzlich eingesungen hat. So entsteht beim Hören eine heimelige Atmosphäre, die sich, ohne dass es so geplant gewesen wäre, wunderbar an die Platte seines Kollegen Holdinghausen anfügt. Während dessen Songs die Weihnachtszeit erträglich machten, trägt uns Wilkings Album nun optimistisch in den Frühling. (mh)
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