Es ist ein wiederkehrendes Muster immer dann wenn strategische Entscheidungen beim Thema In- oder Outsourcing von IT-Dienstleistungen anstehen: manche Entscheidungsträger außerhalb der IT machen es sich (zu) leicht und folgen dem allgemeinen Trend ohne den Versuch zu wagen individuell angepasste und sinnvolle Alternativen zu finden. Es gibt nun mal keine allgemein gültige Antwort bei dieser Fragestellung, dennoch wird in der Fachpresse und in der spezialisierten Literatur Outsourcing bevorzugt als die Lösung aller Probleme präsentiert. Je weiter die Entscheidungsträger in den Chefetagen von den täglichen Grabenkämpfen der IT entfernt sind, umso mehr haben sie die Tendenz dem allgemeinen Trend zu folgen und üben kaum zu widerstehenden Druck auf den CIO aus. Für all jene CIOs, die überzeugt sind, dass eine konzerninterne IT der bessere Weg ist, ist diese Ausgangslage kaum zu managen.
Wie erfrischend, überraschend und wohltuend ist es nun ein Buch gelesen zu haben, welches konsequent gegen den Strom schwimmt, Wege aufzeigt, Gegenargumente dokumentiert und die notwendigen Voraussetzungen beschreibt , damit Insourcing als die richtige Strategie entschieden werden kann. Für betroffene CIOs liefert dieses Buch ein Füllhorn an Argumenten und Beispielen.
Ich habe noch kein anderes Buch entdeckt, welches diese Sichtweise zu Papier bringt. Es schlägt eine wichtige Bresche für betroffene IT-Manager. Die Autoren haben « out-of-the-box » gedacht und tragen dazu bei allzu reflexartiges Denken aufzubrechen. Sachlichkeit hält wieder Einzug. Schade dass Nicolas Carr es nicht lesen kann - vielleicht wird es ja ins Englische übersetzt.
Eine absolute Pflichtlektüre für jene CIOs, die überzeugt sind, dass ihr Betrieb beim Thema Outsourcing gegen den Strom schwimmen sollte und entsprechendes Argumentationsmaterial benötigen. Auf jeden Fall ist dies ein wichtiges Buch.