Dieses Buch ist unverzichtbar für jeden, der sich für das Schicksal unserer Welt interessiert und der sich aktiv oder passiv für die Verbesserung der Umwelt einsetzt. Und da beginnt gleich das Problem. In seiner unnachahmlichen Art stellt Professor Reichholf tückische Fragen und zerfleddert feststehende Meinungen. War unsere Welt früher „besser", ist sie heute „schlechter" und was soll man tun, damit sie wieder so wie in alten (besseren?) Zeiten wird? Sein Credo, das mit unwiderlegbaren Fakten unterfüttert wird: Unsere Umwelt war nie stabil, sie ändert sich ständig und mit ihr Tiere und Pflanzen. Kristallklares Wasser ist ein wichtiger Lebensraum, verschlammte Flüsse aber ebenfalls. Mückenplagen fördern bestimmte Vogelarten, reine Luft wieder andere. Kaum zu glauben, dass die ratternden Baumaschinen in Kiesgruben von seltenen Bienenfressern und Uferschwalben umflattert werden, diese Vögel sich aber zurückziehen, wenn sorgsame Naturfreunde die „Wunden der Landschaft" renaturieren! In elegantem Stil vermittelt der sympathische Professor Reichholf keine polemischen Thesen, sondern zwingt den Leser mit harten Fakten zum Nachdenken. Ein nicht immer einfacher Prozess! Wie auch im vergleichbaren Tierschutz, gilt es Emotionen und Einsatzfreude in die richtigen Bahnen zu lenken. Mit Taubenfüttern und Import verlassener Hunde und Katzen aus dem Süden betreibt man keinen sinnvollen Tierschutz. Wer die Verhältnisse vergangener Tage wiederherstellen will, ist noch kein guter Ökologe!
Eine Bitte an den Verlag: Mit einigen Fotos der besprochenen Tiere und Pflanzen würde das Buch sehr an Attraktivität gewinnen!