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Die Zimtläden
 
 
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Die Zimtläden [Taschenbuch]

Bruno Schulz , Doreen Daume
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423138386
  • ISBN-13: 978-3423138383
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.260 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bruno Schulz
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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

In „Die Zimtläden“ erzählt Bruno Schulz die Geschichte einer kleinbürgerlichen, jüdischen Kaufmannsfamilie in Galizien am Anfang des 20. Jahrhunderts. In diesen Erzählungen wird die unwiederbringliche Welt des osteuropäischen Judentums durch eine faszinierende sprachliche Magie und eine sinnlich-poetische Intensität erneut lebendig. Dabei geht es Bruno Schulz, über die reale Ebene hinaus, vor allem um den mythischen Gehalt in seinem Buch.

Die phantastischen Autobiographie enthält kindliche Erinnerungsbilder voller Farben, Gerüche, voll geschärfter Sinneseindrücke. Es handelt sich um locker aneinander gereihte Episoden. Eine zentrale Rolle nimmt die Vaterfigur ein. Der Vater ist ein skurriler Mann, der an der Wirklichkeit zerbricht, sich in eine exotische Vogelwelt flüchtet, und, als man ihm diese wegnimmt, langsam verdörrt und verschwindet. Von großer Bedeutung sind die Zimtläden. Sie – benannt nach der Farbe ihrer Fassaden – sind Symbol für eine Welt, in der trotz phantastischen Warenangebots, die Kommerzialisierung und der technische Fortschritt noch nicht Einzug gehalten haben. Der Ort, wo das alles spielt, ist immer die galizische Kleinstadt am Rande des Habsburgerreichs. Doch die Provinz gewinnt hier eine Größe und Weite, und die Traumwelten, die in ihr kreiert werden, sind durch die Metaphern und den teilweise grotesken Humor zum Greifen nahe.

Bruno Schulz, geboren 1892 in Drohobycz/Galizien (heute Ukraine) war Zeichner/Graphiker und begnadeter Erzähler. Sein erzählerisches Debüt „Die Zimtläden“, in Warschau 1934 erschienen, wurde bereits 1936 mit dem „Goldenen Lorbeer“ ausgezeichnet. Schulz hatte sein Architekturstudium aus Geldmangel nicht zu Ende bringen können; er arbeitete als Zeichenlehrer. Fast die ganze Zeit seines Lebens verbrachte der „polnische Kafka“ – wie er oft genannt wurde – in seiner kleinen Heimatstadt. 1942 wurde Bruno Schulz von einem Gestapo Offizier auf offener Straße erschossen. Sein unveröffentlichtes Werk ging damit verloren – und bleibt wiederzuentdecken.

Bernt Hahn, Schauspieler und Sprecher von Hörbüchern von Alexander Puschkin und Marcel Proust, liest die Geschichten aus dieser geheimnisvollen, kleinen Welt. Seit langem verehrt er Bruno Schulz. Und das hört man! Der Sprecher vermittelt mit Kennerschaft und Einfühlungsvermögen den „magischen Realismus“ des Autors. Das Absurde und der Humor, die Traumbilder und die überschwängliche Sprache werden durch seine Interpretation absolut stimmig „vertont“. Lesung, Spieldauer: ca. 72 Minuten, 1 CD. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"In seiner Bedeutung für die Weltliteratur wird Bruno Schulz mit Marcel Proust, Franz Kafka und James Joyce verglichen ... Doreen Daume hat eine adäquate Sprache gefunden für das an Wortschöpfungen und atmosphärischen Bildern reiche polnische Original." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die verlorene Sache der Poesie, 31. Oktober 2008
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Zimtläden (Broschiert)
Insgesamt ergeben die in drei Teilen zusammengefassten Erzählungen so etwas wie eine Autobiographie des Bruno Schulz und seine Auseinandersetzung mit dem Industriezeitalter. In "Die Zimtläden" von 1934 geht es um die Kindheit des Autors, der sich hier Józef nennt, im galizischen Shtetl und besonders um seinen Vater Jakub. Der erscheint in den Texten als ein schwer nervöser, reizbarer Mensch, der in seinem Textiliengeschäft und in der Realität nur mit größter Mühe bestehen kann und sich lieber in seine eigene Welt verkriecht. Allerdings muss man hier gleich sagen, dass Schulz den wirklichen Sachverhalt in der fantastischsten Weise übertrieben, assoziativ darstellt. So lebt Jakub etwa wie ein Verrückter in der Gesellschaft von Vögeln, denen er sein Haus zur Verfügung stellt, bis die Hausgehilfin Adela den ganzen Spuk vertreibt, wobei Adela den Vater mit ihren erotischen Reizen quält, was er ohnmächtig über sich ergehen lässt. Dieser Jakub entwickelt gegenüber den Näherinnen, die in seinem Haus arbeiten, die verstiegensten ästhetischen Theorien, die gleichzeitig die Theorien des Autors selbst zu sein scheinen. Er spricht von der "phantastischen Gärung der Materie", ihrer "Skala der Morphologie" (54), die besonders in "fest umrissenen Milieus erscheint. Diese Milieus sind alte Wohnungen, gesättigt mit Emanationen vieler Leben und Geschehnisse. Auf solchem Grund gedieh jene Pseudovegetation sehr rasch und oberflächlich, wucherte reichlich und ephemer, trieb kurzlebige Generationen, die rapide und glänzend aufblühten, um bald wieder zu erlöschen und zu verwelken." (55). Und so haben wir durchgehend das Mittel der Synästhesie bei Bruno Schulz, d.h. das Ineinander und Durcheinanderwirbeln aller Sinneseindrücke. Die Milieus, die Natur, die Dinge werden ständig verlebendigt, sie wandeln immerzu ihre Formen, die Realität wuchert unablässig ins Traumhafte. Das erinnert an Kafka, den Schulz gelesen hat, was sich z.B. zeigt, wenn er einmal den Vater in eine Küchenschabe verwandelt, die dann von Adela mit Schaufel und Besen aufgekehrt wird. Aber anders als bei Kafka geht es bei Schulz immer um seine persönlichen Erinnerungen, die er ins Groteske, Ungeheuerliche, Fantastische übertreibt, um deutlich zu machen, wie er die Dinge als Kind erlebte bzw. wie er die neue Zeit sieht.
Der zweite Band "Das Sanatorium zur Todesanzeige" von 1937 kann als eine Fortführung der Autobiografie gelesen werden, indem es hier um die Jahre der späten Kindheit und der Jugend bzw. der Erwachsenenjahre geht. Wieder handelt es sich um einzelne Erzählungen, von denen die erste, "Der Frühling" ungewöhnlich lang ist. In ihr wird, zunehmend sehr komisch und stilistisch kühn, eine erste unglückliche Liebe bewältigt. Die übrigen, kürzeren Erzählungen geben dann das Bild eines sehr einsamen Menschen, der seinen Platz in der Wirklichkeit nicht findet. Im 3.Teil, der nur aus einer Erzählung aus dem Nachlass - "Der Komet" - besteht, findet sich eine thematische Steigerung des Prinzips der unendlichen Verwandlung und Entfesselung der Materie ins Universale und Abstrakte - bei aller Mehrdeutigkeit doch auch sehr komisch. - Vieles an dem Stil mutet zeitbedingt an, z.B. die euphorischen, expressionistischen Schilderungen der Jahreszeiten oder Landschaften, er wirkt auch manchmal zu theoretisch befrachtet und abstrakt und leider gibt es in den zusammengefassten Erzählungen keinen stringenten Zusammenhang, aber insgesamt bleibt ein Eindruck von einem genialischen Geist, der den Alltag in einer entfesselten, brillanten Prosa in lebendige Poesie verwandeln konnte, wie Jakub, von dem der Sprecher sagt: "Heute erst verstehe ich das einsame Heldentum, mit dem er mutterseelenallein dem grenzenlosen Element der stumpfen Langeweile den Krieg erklärte. Jeglicher Unterstützung beraubt, ohne Anerkennung unsererseits, verteidigte dieser wundervolle Mann die verlorene Sache der Poesie." (36).
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Galizien, ungeheuerliche Erzählweise, 26. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Zimtläden (Gebundene Ausgabe)
Sie haben noch nie so ein Buch gelesen! Wie durch einen schmutzigen Schleier sieht man in das Galizien um 1900. Eine Momentaufnahme. Mit einer wortgewaltigen Vielfalt werden geheimnisvolle Episoden aus der Familie eines jüdischen Schuljungen erzählt. Der Vater wird dem Schwachsinn preisgegeben, die anderen Familienmitglieder leben im staubigen Spätsommer so vor sich hin. Es gibt keine richtige Geschichte, keinen Anfang und kein Ende. Die Texte sind verwoben wie ein Traum. Wissende Leser werden aufgenommen in die Bande der Andeutungen. Es öffnen sich Türen und dahinter entsteht eine neue Welt, die aber nicht entdeckt wird. Denn allzeit streunt man im Schlepptau des Jungen durch seine Heimatstadt und der Junge will weiter, denn er muss nach Hause...

Das Buch weckt Sehnsüchte nach einer Zeitreise in die kleinstädtisch mystische Kulturwelt eines vergangenen Osteuropas. Interessantes Nachwort der Übersetzerin mit Verständnis erhellenden Hintergrundinformationen. Nicht zu vergessen: Die zur Geschichte gehörenden Illustrationen des Autors.
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6 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen vielleicht fehlt's mir ja am Intellekt?, 26. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Zimtläden (Taschenbuch)
Bei allem Respekt vor dem Autor; ich konnte das Buch leider nicht lesen, da ich keinerlei Zugang gefunden habe. Es gehört daher zu den wenigen Büchern, die ich nicht zu Ende lesen konnte. Leider bricht es dabei noch den Rekord, dass ich es schon nach wenigen Seiten weggelegt habe. Vielleicht ein Fehler, vielleicht wäre der Zugang noch gekommen. Die Sprache ist ja durchaus schön, aber leider konnte ich dem Inhalt nicht folgen und fand die Lektüre äusserst anstrengend.
Intention für den Kauf war eigentlich, mal wieder etwas Anspruchsvolles zu lesen. Leider überstieg dies wohl meinen Intellekt..
Fazit: Wer wirklich hohe Ansprüche an Literatur stellt, wird in diesem Buch vielleicht finden, was mir verwehrt blieb. Nur Mut.
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