...dass ich diesem Buch leider nur 2 Sterne geben kann.
Warum nur 2 Sterne?
Das Buch fängt irre unterhaltsam an, die Geschichte der Kindheit des Herrn Vonge wird unterhaltsam, lustig und mit einigem Wortwitz erzählt. Besonders die Ausflüge in den schwäbischen Dialekt sind wirklich witzig.
Spätestens jedoch beim zweiten Zeitungsausträgerjob "verliert" man den Autor allerdings irgendwie. Teilweise wird es auch ziemlich wirr, so ist beispielsweise plötzlich von einer Sonja die Rede, die sich erst im weiteren Verlauf als die Stieftochter - die der Autor angeblich wie das eigene Kind liebt - herausstellt.
Dennoch liest man weiter, durch den Buchtitel animiert, weil man ja noch wissen möchte, WIE der Autor trotz all der Widrigkeiten (mit denen fast jeder Mensch in der ein oder anderen Form zu kämpfen hat) doch noch Millionär wurde.
Es folgt eine, nicht nur schonungslose, sondern teilweise irrationale Abrechnung mit allen möglichen Personen. Die Mutter, die vermutlich wirklich ekelhaft ist, wird allerdings auch für Dinge verantwortlich gemacht, in die sich der Autor offensichtlich dermaßen hineinsteigert, dass der Lesespaß aufhört. So sollen auch Mutter und Oma an einer Fehlgeburt schuld sein. Jedoch wird nie genau darauf eingegangen, WAS die Angeschuldigten tatsächlich getan und gesagt haben, ausser dass dies die größte Unverschämtheit war, die sich der Autor jemals hat gefallen lassen müssen.
Sonja erscheint nicht zum 55ten Geburtstag. Es wird nicht geklärt, warum sie nicht erscheint, es wird nur erwähnt, dass ihr deshalb nicht die Führung der Firma übergeben wird, weil sie dazu auch gar nicht in der Lage gewesen wäre. Der Autor geht hier so mit seiner (Stief-)Tochter ins Gericht, wie er es bei seiner eigenen Mutter anklagt.
Letzten Endes erfährt man aber nicht, was die Firma des Autors nun speziell macht und WIE er zum Millonär wurde. Dies ist aber der Punkt. Das Buch wird sowohl in der kurzen Inhaltsangabe, als auch auf dem Cover mit den Worten "...und plötzlich war ich Millionär" beworben, daher habe zumindest ich hierfür auch eine Erklärung erwartet.
Das eBook konnte man kurzzeitig kostenlos herunterladen, so habe ich es erworben. Hätte ich den nun veranschlagten Preis von ¤ 5,07 ausgegeben, würde ich mich ärgern. Der ein oder andere Psychoanalytiker könnte es unter Umständen für eine Fallstudie gebrauchen, vielleicht aber auch nicht.