Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verzwickt, 26. Mai 2005
Irgendwann in ferner Zukunft tobt ein Kampf zwischen den Menschen. Auf der einen Seite stehen die Heliothan, auf der anderen die Umbrathan. Beide Menschenarten verfügen mittels eines Organismusses namens Mantisal über die Möglichkeit der Zeitreise. Die Reise in die Vergangenheit ist aber nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich. Bis zu dem Punkt, genannt Nodus, an dem sich zum ersten Mal DNA basiertes Leben entwickelt hat. Und an diesem Nodus "wohnt" Cowl, das Ergebnis eines menschlichen Zuchtprogrammes, und sein Haustier, genannt Torusbiest. Cowl kämpft, soweit man das sagen kann, an der Seite der Umbrathan.
Aus irgendeinem Grund ist Cowl daran gelegen, Menschen, sprich genetisches Material, aus seiner Zukunft in seine Gegenwart zu holen. Dazu greift er auf die Hilfe seines Haustieres zurück. Dieses ist in der Lage, per Zeitreise, in die Zukunft zu reisen. Dort verstreut es seine Schuppen, genannt Torus. Gelangt solch ein Torus in die Nähe eines Menschen, verbindet er sich mit dessen Unterarm zu einer Art Schiene. Diese Schiene entpuppt sich als kleine Zeitmaschine mit dessen Hilfe der Träger des Torus dann auf dem Weg in die Vergangenheit zu Cowl geschickt wird. Der Torus ernährt sich dabei vom Träger und tötet ihn dadurch in den meisten Fällen. Das ist jedoch relativ egal, da es Cowl nur auf die genetische Probe und nicht auf den Menschen an sich ankommt. Solch eine Übernahme durch einen Torus erleiden die Prostituierte Polly und ein Sicherheitsbeamter namens Tack.
Während Polly haltlos durch die Jahrtausende in Richtung Nodus stürzt, immer wieder unterbrochen durch kurzzeitige Erholungspausen, wird Tack (der durch einen Torussplitter quasi infiziert wurde) von den Heliothan gekidnappt und soll nun als Waffe gegen Cowl, und damit auch gegen die Umbrathan eingesetzt werden. Angeblich ist eines der Ziele Cowls, die Realität der Menschheit zu vernichten, um sich auf einer Alternativerde als alleiniger Herrscher aufzuschwingen.
Aber, es ist nicht alles so wie es scheint. Die Ziele Cowls sind weit umfangreicher als jemals angenommen. Ein sogenanntes Unterlassungsparadoxon ist dabei von elementarer Bedeutung.
Meine Meinung:
Es ist schon eine schwere Kost die der Leser von Neal Asher vorgesetzt bekommt. Genauso wie die Hauptfiguren des Buches, Tack und Polly, tappt auch der Leser lange Zeit im Dunkeln. Am laufenden Band finden immer wieder Zeitreisen in die Vergangenheit statt, taucht plötzlich ein riesiges Maul auf um die Lebenden und die Toten zu verschlingen und tobt ein unbarmherziger Kampf zwischen den Heliothan und den Umbrathan.
Ein Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen ist relativ schwer auszumachen. Ab und an streut Asher zwar ein paar "Erklärungshäppchen" in die Runde, aber das wars dann auch schon. Die Story, die am Wahrscheinlichkeitsgefälle auf und ab läuft, ist wahrlich kompliziert genug. Ab Seite 200 bekommt das ganze dann etwas mehr Sinn. Wenn etwa Techniker Goron dem guten Tack einen Teil der Geschichte enthüllt. Aber selbst das ist nur die halbe Wahrheit.
Als etwas störend habe ich die Zeitreisen empfunden. Der andauernden Zwischenstopp von Polly in der Vergangenheit. Das Zusammentreffen mit den Römern oder Heinrich dem Achten ist zwar leidig interessant, dient aber keinem Zweck. Da Polly nicht die einzige Zeitreisende mit einem Torus ist und im Prinzip alle irgendwie das gleiche Erleben, verlieren diese Zwischenstopps dann mit der Zeit einfach an Reiz.
Auch das Ende ist nicht besonders glücklich. Die Geschichte löst sich irgendwie in Wohlgefallen auf. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber diese verkrüppelte Schwester Cowls ist mir einfach zu platt und billig. Die Story hätte irgendwie eine bombastischere Auflösung verdient gehabt.
Wichtig ist es auf jeden Fall am Ball zu bleiben. Das Buch ist nicht dafür geschaffen über einen längeren Zeitraum hinweg gelesen zu werden. Am Ende jedoch, wenn sich das Puzzel zusammengefügt hat, stellt man fest, das man von Asher doch irgendwie fesselnd unterhalten wurde.
© Detlef Vallenton
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beste SF-Kost, 10. August 2006
Das ganze Buch besteht aus den Zeitsprüngen von Polly, einer Prostituierten und wie sie zuerst den Regierungsagenten Tack (ein programmierter Klon!) mit sich zieht, um den sich aber bald ein eigener Handlungsstrang entwickelt. Die beiden, und noch andere Zeitreisende werden jeweils von einer Schuppe des Torus-Biest (der Zeitbestie) in vielen Sprüngen in die Vergangenheit gezogen, zu dem Übermenschen Cowl, der jenseits der Entstehung des Lebens, im Nodus lauert! Dabei gefällt es dem Autor vorwärts und rückwärts durch die Zeit zu blenden. Es ist nicht immer einfach, dem zu folgen, auch die Motive der Charaktere sind vielschichtig und nicht so einfach zu durchschauen.
Insgesamt ist es ein wirklich guter SF! Ich kannte den Autor bisher nicht, werde mir aber bestimmt noch seine anderen Bücher kaufen.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Das Tempo ist zu schnell, 12. Mai 2005
Auch wenn ich mir damit das Unwollen anderer Asher-Fans einhandle, diesmal gibt es nicht die vollen 5 Sterne! Zwar hat auch dieses Buch alles, was alle anderen Werke meines SF-Lieblingsautors ausmacht: Geniale Grundidee, starke Charaktere, überbordende Phantasie und eine Story, die förmlich zum Finale hinabstürzt. Allerdings hat es Asher diesmal mit seinem Tempo ein wenig übertrieben: Er wirft den Leser die ersten 150, 200 Seiten förmlich in die sprudelnde Handlung, ohne ihn in diese einzuführen. Hat man sich da mal durchgekämpft, kann man nicht mehr aufhören und wird für sein Durchhaltevermögen reichlich belohnt. Ich denke, ich werde die Zeitbestie mit einem Abstand noch mal lesen, und mich dann zu Beginn gleich zurechtfinden. Zum eigentlichen Inhalt will ich mich gar nicht äußern - jedes Wort würde zu viel verraten...
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