Nach "Tiepolos Fehler" (rororo 23486) und "Wolfs Brut" (rororo 23651) liegt mit "Die Zeit ist nahe" (rororo 23837) der dritte Roman von Roman Rausch mit Kommissar Kilian vor. Seine Handlung spielt im Interregnum zwischen dem (zum Zeitpunkt des Schreibens offenbar in Bälde erwarteten) Ableben von Papst Johannes Paul II. und der Wahl eines neuen Papstes durch das Kardinalskollegium. Gerade in dieser Zeit werden bei Umbauten im Kilianshaus in Würzburg zwei alte Papyri gefunden, die Licht ins Dunkel um den Tod des Hl. Kilian bringen könnten. Ein befreundeter Priester, Pater Nikola, Pfarrer von Veitshöchheim nahe Würzburg, ersucht seinen "Ziehsohn", Kommissar Kilian, die Schriftrollen zu stehlen und sie ihm zu bringen, damit sie nicht in "falsche" Hände geraten. Kurz nach der Übergabe des Zylinders mit den beiden historischen Dokumenten wird er im Rokokogarten des Gartenschlößchens von Veitshöchheim, der neben der Dorfkirche St. Vitus liegt, tot aufgefunden. Und der Zylinder ist verschwunden. Kommissar Kilians mehr oder weniger unrühmliche Rolle wird aufgedeckt und er gerät unter Mordverdacht. Dank der Deckung, die ihm sein Kommissarskollege Heinlein gibt, kann er seine Recherchen a) zu den Papyri und b) zum Tode von Pater Nikola weiterführen. Sie führen ihn vorerst nach Irland, von wo der Hl. Kilian herkam, und dann nach Rom, wo er (glaubwürdige?) römische Intrigen auf Kardinalsniveau kennenlernt, den Mord an Pater Nikola aufklärt und den neugewählten Papst ("Kilian I.") trifft. Und was geschah mit den Schriftrollen? Sie liegen b.a.w. in den Archiven des Vatikan und werden wohl noch lange Zeit unveröffentlicht bleiben. Alles in allem ein nicht sehr spannender, etwas verwirrender und z.T. völlig unrealistischer (Kriminal?)Roman.